Aufreger gegen Werder

Schalke 04: DFB räumt Fehler in Bremen ein – S04 mit deutlichem Appell

Der Elfmeter-Pfiff in Bremen hallt noch nach. Einspruch erhebt der FC Schalke 04 nicht. Dennoch reagiert der S04 deutlich.

Update, Sonntag (21. November), 18.09 Uhr: Inzwischen haben sich sowohl der DFB als auch der FC Schalke 04 offiziell zur überaus kritischen Elfmeter-Szene beim Spiel gegen Werder Bremen geäußert.

VereinFC Schalke 04
OrtGelsenkirchen
StadionVeltins-Arena
TrainerDimitrios Grammozis

Schalke 04: DFB gesteht Fehler bei Elfmeter ein – S04 zieht Konsequenzen

Von der Sportlichen Leitung der Schiedsrichter/innen heißt es: „Der Bremer Spieler Assalé geht im Schalker Strafraum in einen Zweikampf mit dem Schalker Spieler Matriciani. Er legt sich den Ball etwas vor, läuft noch an dem Schalker Abwehrspieler vorbei und fällt dann im Torraum nieder, unmittelbar bevor der Schalker Torwart den Ball aufnehmen kann.“

Es stelle sich die Frage, in welcher Intensität es in diesem Ablauf einen Kontakt zwischen dem Schalker Abwehrspieler und dem Bremer Angreifer gegeben habe. Die entscheidende Aussage: „Die TV-Bilder bringen hier keine Evidenz, die es erfordert, dass es klar und offensichtlich falsch war, dass es in dieser Situation keinen Strafstoß gegeben hat. Eine Intervention des Video-Assistenten war hier nicht angemessen.“

Schalke 04 verzichtet auf Protest trotz Fehlentscheidung: Mangelnde Aussicht auf Erfolg

VAR Bastian Dankert hätte also Schiedsrichter Tobias Stieler nicht darauf hinweisen sollen, sich die Szene noch einmal anzuschauen. Folglich hätte es auch nicht zum nachträglichen Elfmeterpfiff kommen dürfen.

Wie der FC Schalke 04 nun mitteilt, verzichtet der Verein dennoch darauf, gegen die Wertung des Spiels Protest einzulegen. In einem offiziellen Statement heißt es: „Eine Erkenntnis ist, dass ein offizieller Protest nicht zielführend ist. Nach eingehender juristischer Prüfung hat sich Königsblau dazu entschlossen, aufgrund geringer Erfolgsaussichten keine sportjuristischen Mittel gegen die Tataschenentscheidung einzusetzen.“

Eine Elfmeter-Szene beim Spiel des FC Schalke 04 in Bremen sorgte für Aufregung.

Schalke 04 fordert dazu auf, die Anwendung des VAR zu hinterfragen

Stattdessen habe der S04 den Sonntag genutzt, um die grundsätzliche Anwendungspraxis des VAR zu hinterfragen. Sportvorstand Peter Knäbel wird mit den Worten zitiert: „Wir dürfen das Spiel nicht zu kompliziert machen, es muss verständlich und mit Blick auf die Regelanwendung für Fans und Beobachter berechenbar bleiben. Das war an diesem Wochenende nicht der Fall.“

Der FC Schalke 04 gehe davon aus, dass der DFB und seine Schiedsrichter die Spiele detailliert aufarbeiten werden. Außerdem verurteile der S04 rassistische Beleidigungen gegen den Bremer Spieler Rorger Assalé klar.

Schalke 04: Verantwortliche gehen wegen Elfmeter auf Schiedsrichter los

Erstmeldung, Sonntag (21. November), 12.39 Uhr: In der 99. Minute versenkte Niclas Füllkrug mit seinem Elfmeter die Hoffnungen des FC Schalke 04 auf drei Punkte beim SV Werder Bremen. Dem 1:1-Ausgleich in allerletzter Sekunde ging eine höchst umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler voraus.

Im Beisein von Schalke-Verteidiger Henning Matriciani war der Bremer Roger Assale im Strafraum zu Boden gegangen. Ob der Werder-Profi überhaupt berührt wurde, ist fraglich.

Tobias Stieler entschied zunächst nicht auf Elfmeter für Werder. Erst nach einem Hinweis des Video-Assistenten (VAR) Bastian Dingert schaute er sich die Szene noch einmal in der Wiederholung an – und gab den Strafstoß zum Entsetzen aller Beteiligten bei Schalke 04 doch.

Schalke 04: Rouven Schröder nennt Elfmeter für Werder „eine der krassesten Fehlentscheidungen“

„Es ist unheimlich schwer, sich zu beruhigen“, schimpfte ein sichtlich aufgebrachter Rouven Schröder nach Abpfiff bei Sky. Der Sportdirektor des FC Schalke 04 gab zu, dass ein Unentschieden dem Spielverlauf entsprechend sogar gerecht gewesen wäre. Hätte Tobias Stieler im laufenden Spiel auf Elfmeter entschieden, wäre der Pfiff weniger schmerzhaft gewesen.

Dass der Schiedsrichter seine ursprüngliche Entscheidung aber erst nach Ansicht der TV-Bilder revidierte, sei „eine der krassesten Fehlentscheidungen, die ich gesehen hab. In der 99. Minute pfeift der so ein emotionales Ding und rennt mit Schwung zum Elfmeterpunkt“, so Rouven Schröder. Sein Fazit: „Das ist ja unfassbar.“

Schalke-Sportdirektor Rouven Schröder war nach dem Spiel gegen Werder Bremen mächtig angefressen.

Schalke 04: Dimitrios Grammozis greift Schiedsrichter verbal aufs Schärfste an

Ungewohnt ungehalten zeigte sich später auch Dimitrios Grammozis auf der Pressekonferenz des FC Schalke 04: „Das heute hat jeden Rahmen gesprengt.“ In jedem Spiel werde gesagt, Spieler und Schiedsrichter sollen respektvoll miteinander umgehen. „Aber wenn sowas passiert, sollen wir die Ruhe bewahren. Das heute war zu viel. Der Elfmeter war eine absolute Frechheit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Aber den Leuten ist das egal.“

Der S04-Trainer habe sogar ein Gespräch mit Tobias Stieler geführt. Was er dort zu hören bekam, trug offenbar nicht zu seiner Beruhigung bei: „Er hat mir gesagt, dass der Spieler am Fuß getroffen wurde und es ein klarer Elfmeter sei. Vielleicht muss er den Schiedsrichter-Schein nochmal machen, das ist ja nicht normal. Er hat das Fifa-Wappen auf seinem Trikot drauf.“

Schalke 04: Mike Büskens ist ebenfalls empört wegen Elfmeter-Entscheidung in Bremen

Co-Trainer Mike Büskens setzte später auf Instagram ein ebenso emotionales Statement ab, in dem es hieß: „Ich dachte für einen kurzen Moment ich wäre in der Sendung Verstehen Sie Spaß, aber da werden am Ende die Scherze aufgeklärt, darauf warte ich leider immer noch.“

Und weiter: „Mindestens ein junger Mann, in einem grünen Shirt, kommt heute nicht vor Lachen in den Schlaf und wird sich fragen, ob es wirklich so einfach ist, einen Elfmeter zu bekommen.“ Gemeint ist Roger Assale, der laut Angaben des SV Werder Bremen im Nachgang des Spiels Ziel rassistischer Beleidigungen wurde.

Schalke 04: Schiedsrichter und VAR haben in Bremen „in die Sch... gegriffen“

Schiedsrichter Tobias Stieler und VAR Bastian Dingert bekamen ebenfalls ihr Fett weg. Vielleicht würden sie sagen: „Heute haben wir mal richtig in die Scheiße gegriffen“. Mike Büskens ist jetzt „gespannt, ob da noch eine Reaktion kommt oder unsere subjektive Wahrnehmung komplett falsch ist.“

Laut Bild hat Schalke 04 aber keinen Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt. Trotz der überaus zweifelhaften Elfmeter-Entscheidung gelten die Erfolgsaussichten als gering.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

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