Abhängigkeit von Simon Terodde

Schalke 04: Spielidee jetzt enthüllt – S04-Profis setzten Plan nicht um

Dimitrios Grammozis erklärt, wie der Offensiv-Plan des FC Schalke 04 gegen den KSC hätte aussehen sollen. Drei S04-Spieler ernten Kritik.

Gelsenkirchen – Optisch war der FC Schalke 04 dem Karlsruher SC am 7. Spieltag der 2. Liga leicht überlegen. 51 Prozent Ballbesitz und 15:10-Schussversuche lesen sich grundsätzlich gut. Acht unter ihnen brachte der S04 aufs Tor, beim KSC sind es derer sieben.

VereinFC Schalke 04 (S04)
OrtGelsenkirchen
StadionVeltins-Arena
TrainerDimitrios Grammozis

Schalke 04: Offensiv-Plan gegen den KSC geht schief – Simon Terodde nach Tor abgemeldet

Trotz der knappen statistischen Überlegenheit verlor die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis mit 1:2. Das hat verschiedene Gründe. Unter anderem sorgten individuelle Fehler von Ralf Fährmann und Ko Itakura vor den beiden Treffern für den sportlichen Genickbruch.

Ein weiteres Problem des FC Schalke 04: Es gelang fast nie, Zielspieler Simon Terodde aussichtsreich in Szene zu setzen. Selbst die Vorarbeit von Darko Churlinov zum zwischenzeitlichen 1:1 in der 15. Minute war mehr Zufallsprodukt denn spielerische Finesse.

Schalke 04: Tor von Simon Terodde reicht nicht – KSC-Trainer sah kaum S04-Chancen

KSC-Trainer Christian Eichner sagte nach dem Sieg beim S04: „Ich hatte heute den Eindruck, dass wir in der Box einen Ticken gefährlicher waren.“ Die Gastgeber aus Gelsenkirchen hätten „nicht die großen Torchancen“ gehabt.

„In Summe war es ein verdienter Sieg. Wir waren über 90 Minuten gesehen nicht richtig in Bedrängnis“, so Christian Eichner weiter. „Ja, der S04 hatte immer wieder mehr Ballbesitz und womöglich auch mal eine bessere Zweikampfstärke. Aber das zählt alles nicht in der Liga, entschieden wird im Strafraum.“

Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis konnte den S04 gegen den KSC nicht gut genug einstellen.

Schalke 04: Simon Terodde reicht nicht – S04 will mehrere Spieler im Strafraum platzieren

Mit dieser Meinung stand der KSC-Trainer nicht alleine da. Denn auch Schalke-Coach Dimitrios Grammozis hatte sich mehr „Box-Präsenz“ gewünscht, wie er im Nachgang verriet. Er bemängelte das Zusammenspiel seiner Profis im Offensivbereich.

Ziel des FC Schalke 04 sein nämlich gewesen, etwa mit Dominick Drexler und Rodrigo Zalazar stets noch mindestens einen weiteren Spieler neben Stoßstürmer Simon Terodde im Strafraum zu platzieren. „Das müssen wir mehr machen, und uns nicht immer auf Simon verlassen.“

Schalke 04: Grammozis fordert variableres Offensivspiel des S04, wenn Simon Terodde gedeckt ist

Trotz der starken Torquote von Simon Terodde (achte Tore in sieben Spielen) belegt der FC Schalke 04 derzeit mit zehn Punkten nur Rang elf in der zweiten Liga. Mit einem variableren Offensivspiel möchte weniger ausrechenbar werden.

Auch Rodrigo Zalazar ernete nach dem Schalke-Spiel gegen den KSC Kritik.

„Mehr Breite im Torschützen-Bereich“, nennt Dimtrios Grammozis das anvisierte Ziel. „Wenn Simon gedeckt ist, brauchen wir auch noch zweiten und dritten und vierten Spieler. Das müssen wir mehr forcieren.“

Schalke 04: Spieler sollen mehr laufen, Laufwege sollen besser werden

Er stellt eine klare Forderung an seine Spieler: Diese sollen erstens mehr laufen und vor allem die richtigen Laufwege wählen. Tatsächlich gab es nur eine einzige Statistik, die am Samstagabend für den KSC sprach: Mit 113,46 Kilometern liefen die Gäste einen knappen Kilometer mehr als Schalke 04 (1112, 68).

Dimitrios Grammozis fragt sich: Wenn doch ein klarer Offensiv-Plan vorliegt: „Woran scheitert die Umsetzung?“ Das hat der S04-Trainer auf Nachfrage von RUHR24 erklärt.

Einmal durfte Simon Terodde über ein Tor gegen den KSC jubeln – zu wenig für Schalke 04.

Schalke 04: Thomas Ouwejan, Malick Thiaw und Darko Churlinov ernten Kritik

„Wir Trainer sind da, ob Video-Analyse oder Training, um Optionen aufzuzeigen. Wo gehen Räume auf, wo man reinspielen könnte. Die Räume waren ganz klar da.“ Thomas Ouwejan hätte etwa häufiger das Spiel verlagern sollen. Malick Thiaw und Darko Churlinov hätten den Ball über kurze Zuspiele auf der rechten Seite nach vorne tragen sollen.

Besonders das Verhalten von Darko Churlinov auf dem Flügel hat Dimitrios Grammozis missfallen. „Darko hat heute leider nicht so die Entscheidung getroffen, weiter nach vorne zu spielen“, monierte er. „Es gab so viele Aktionen, bei denen er hätte aufdrehen müssen, weiter dribbeln und Stürmer suchen.“ Stattdessen sei dieser immer wieder ins eins zu eins in die Mitte gezogen. „Es war zu viel.“

Schalke 04: Dimitrios Grammozis trauert vergebenen Offensiv-Optionen nach

Auch eine Ansprache in der Halbzeit habe beim Neuzugang des FC Schalke keine Wirkung gezeigt. Dimitrios Grammozis sauer: „Das ist das, was mich ärgert, weil die Optionen da waren. Wenn wir die Optionen nicht gesehen hätten, wäre es sch... gewesen. Aber sie waren da und das ärgert mich ein bisschen.“

Schalke 04: Das Zusammenspiel zwischen Marius Bülter und Simon Terodde funktionierte gegen den KSC nicht ideal.

„Gegen gut organisierte Mannschaften musst du einfach gute Entscheidungen treffen, wenn du den Ball am Fuß hast“, findet Dimtrios Grammozis. „Es verpuffen zu viele Sachen, die wir in der Spieleröffnung gut machen, aber dann halten wir den Ball zu lange“.

Schalke 04: Trägt Offensiv-Plan von Grammozis Früchte? Oder nächste One-Man-Show von Simon Terodde?

Das gelte es nun zu besprechen. Denn: „Zweite Liga ist 90 Minuten ‚gib ihm‘.” Man darf gespannt sein, ob es dem S04-Trainer gelingt, der Mannschaft seinen Offensiv-Plan zu übermitteln.

Oder ob Simon Terodde beim Auswärtsspiel in Rostock (Samstag, 25, September), 20.30 Uhr wieder im Alleingang die Kohlen aus dem Feuer holen muss.

Rubriklistenbild: © Tim Rehbein/RHR-FOTO

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