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Neymar (27) und Antoine Griezmann (28) wollen sich – wie einst Ousmane Dembélé (22) vom BVB – von Paris Saint-Germain und Atlético Madrid wegstreiken. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges.

  • Neymar fehlt unentschuldigt beim PSG-Training – wie einst Dembélé beim BVB.
  • Auch Antoine Griezmann (28) fehlt trotz Vertrag bis 2023 beim Training von Atlético Madrid.
  • Derweil lässt eine Aussage von Berater Mino Raiola (51) sehr tief in die Branche blicken.

Im Transfersommer 2019 bahnen sich in den europäischen Ligen erneut Transfers an, die für Rekorde sorgen könnten. Doch wieder nutzen Spieler zusammen mit ihren Beratern ihre Macht gegenüber Vereinen aus.

Neymar und Griezmann wie Ex-BVB-Spieler Dembélé – Paris und Atlético machtlos

Am Montag (8. Juli) fehlte der brasilianische Superstar Neymar, der auch Probleme wegen einer angeblichen Vergewaltigung hat, unentschuldigt beim Trainingsauftakt bei Paris Saint-Germain mit Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel. Die Reaktion ließ laut Sport Bild nicht lange auf sich warten.

Antoine Griezmann von Atlético Madrid. Foto: Jorna/gtres/dpa
Antoine Griezmann von Atlético Madrid. Foto: Jorna/gtres/dpa

PSG-Sportdirektor Leonardo äußerte sich über den 27-Jährigen: „Er war beim Trainingsauftakt nicht da. Natürlich hätte er kommen sollen. Er ist aber nicht gekommen.“ Man werde sich über die Folgen beraten und sie dann umsetzen.

Neymars Vater (Neymar Senior) und Berater äußerte sich gegenüber Fox Sports Brazil, dass er nichts von einem unentschuldigten Fernbleiben seines Sohnes wisse. Er sei davon überzeugt, dass der Klub eigentlich informiert gewesen sein müsste.

Neymar will zurück zum FC Barcelona und nutzt dafür offenbar eine ähnliche Strategie wie der ehemalige BVB-Spieler Dembélé. Der war im Jahr 2017 auch nicht zum BVB-Trainingsauftakt erschienen. Aktuell gibt es Gerüchte, dass der 22-Jährige bei Bayern im Gespräch ist.

Griezmann verlässt Atlético Madrid, hat aber Vertrag bis 2023

Auch in Madrid spielt sich aktuell eine Transfer-Posse ab. Hauptdarsteller ist Antoine Griezmann. Der hatte sich im Laufe der Rückrunde dazu entschieden, den Verein Atlético Madrid (Vertrag bis 2023) zu verlassen.

Laut Welt hatten sich Griezmanns Anwälte geäußert, dass der Franzose nicht zum Trainingsauftakt bei Atlético erscheinen und auch nicht mit in die USA reisen würde.

Die spanische Sportzeitung Marca titelte „Es herrscht Krieg um Griezmann„. Laut ESPN hat Atlético Madrid am Dienstag (8. Juli) ein Disziplinarverfahren gegen Griezmann eingeleitet.

Derweil lässt lässt eine Aussage vom mächtigen Spielerberater Mino Raiola, der auch Ex-BVB-Spieler Mkhitaryan betreut, sehr tief in die Fußballbranche blicken. Raiolas Schützling Matthijs de Ligt (19) kann sich in diesem Transfersommer wohl seinen neuen Verein aussuchen.

Aktuell gibt es offenbar Verhandlungen zwischen Ajax Amsterdam und Juventus Turin. Raiola äußerte sich laut Sport Bild über seinen Schützling: „Absprachen wurden mit Matthijs gemacht, jetzt liegt es an Ajax, wie der Klub damit umgeht.“

Raiolas Äußerungen über de Ligt zeigen, was für Spieler und Berater alles möglich ist

Krankmeldungen oder ein Schiedsverfahren würden jedoch nicht in Frage kommen. „Das habe ich Mattijs geraten, weil es nicht zu seinem Stil passt“, so Raiola, der auch der Berater von BVB-Talent Immanuel Pherai ist.

Eigentlich gut für Ajax. Fakt ist aber auch, dass „Krankmeldungen“ oder „Schiedsverfahren“ zu dem Repertoire gehören, mit dem Berater und Spieler sich aus unterschriebenen Verträgen herausfuchsen können.

Das musste der BVB im Jahr 2017 am eigenen Leib erfahren. Damit müssen nun auch Atlético Madrid und das weitaus größere und finanziell potentere Paris Saint-Germain erfahren.

Bleibt für Borussia Dortmund nur zu hoffen, dass der designierte Dembélé-Nachfolger Jadon Sancho sich in Zukunft vernünftig vom BVB verabschiedet.