Neururer bei der SG Wattenscheid vor dem Aus - "Der größte Fehler meiner Karriere"

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Peter Neururer in der Allianz Arena 2016. Foto: dpa.

Peter Neururer steht bei der SG Wattenscheid 09 am Scheideweg. Alles deutet darauf hin, dass er seinen Posten als Sportdirektor nicht weiter ausführen wird.

Peter Neururer (64) steht bei der SG Wattenscheid 09 am Scheideweg. Alles deutet darauf hin, dass der 64-Jährige seinen Posten als Sportdirektor nicht weiter ausführen wird.

  • Peter Neururer ist seit Mitte März Sportdirektor bei der SG Wattenscheid 09.
  • Mittlerweile hat der 64-Jährige offenbar genug von dem Viertligisten.
  • Neururer hat die Angelegenheit bereits seinem Anwalt übergeben.

Gut fünf Monate ist es her, dass Peter Neururer mit großen Ambitionen bei der SG Wattenscheid 09 als neuer Sportdirektor seinen Dienst antrat. Auch wenn der Mann aus Marl damals unter äußerst kuriosen Umständen bei den Wattenscheidern landete, wollte er dem Klub zu einer besseren Zukunft verhelfen.

Neururer: SG Wattenscheid war "größte Enttäuschung"

Am Ende kam dann aber doch alles anders. In einem am Mittwoch (28. August) erschienenen Interview im Reviersport erklärt Neururer, dass der Schritt bei der SGW zu unterschreiben, die "größte Enttäuschung" und der "größte Fehler meiner Karriere gewesen" sei.

Der ehemalige Trainer des VfL Bochum hatte sich in den vergangenen Tagen zurückgezogen und seinen Anwalt eingeschaltet. Laut des 64-Jährigen schulde der Regionalliga-Klub, der im Sommer zum wiederholten Mal in den vergangenen Jahren nur knapp der Insolvenz entkam, nicht nur den Spielern Geld. "Auch gegenüber mir wurden die Vereinbarungen nicht eingehalten", so Neururer.

Das Konstrukt in Wattenscheid basiere auf Lügen. "Ich hatte große Lust, hier in Wattenscheid etwas aufzubauen und zu bewegen. Aber man kann hier einfach nicht arbeiten. Ich kann unter diesen Umständen meinem Job als Sportdirektor nicht nachgehen", so der bekennende S04-Fan weiter.

Viel Lob für Trainer und Mannschaft

Auf die Frage, wie es an der Lohrheide weitergehen soll, weiß Neururer keine Antwort. Die Sommervorbereitung verlief mehr als schlecht, Aufsichtsratschef Oguzhan Can, der bis dahin auch Hauptgeldgeber des Vereins gewesen ist, schmiss hin.

Mannschaft und Trainer der SG Wattenscheid tun dem 64-Jährigen leid. "Ich kann nur wiederholen und betonen, dass Farat Toku dort eine unmenschliche, fantastische Arbeit leistet." Den Spielern könne Neururer jedoch nicht mehr in die Augen schauen.

"Was soll ich den Jungs denn erzählen? Sie gewinnen das erste Saisonspiel und dann ist wieder kein Geld da. Da verliere ich doch auch meine Glaubwürdigkeit. Das alles geht einfach nicht mehr", so der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Angebot aus der Bundesliga für Neururer

Im Interview im Reviersport erklärt Neururer außerdem, dass er in der letzten Zeit einige "attraktive Angebote" aus dem Ausland abgelehnt habe. Eine Anfrage soll sogar aus der Bundesliga gekommen sein. Namentlich nannte der 64-Jährige jedoch keinen Verein.