Mikroplastik auf Kunstrasen – was dem Amateurfußball nun droht

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Kunstrasenplatz im Amateurfußball. Foto: Jannis Mattar/dpa

Ein mögliches Verbot von Granulat auf Fußballplätzen aus Kunstrasen bedroht den Amateurfußball. Es geht um Mikroplastik. Hier die Infos.

Ein mögliches Verbot von Granulat auf Fußballplätzen mit Kunstrasen bedroht den Amateurfußball. Das steckt dahinter.

  • Nach Informationen vom Fraunhofer-Institut gelangt durch Kunstrasenplätze sehr viel Mikroplastik in die Umwelt.
  • Darunter zählt auch Granulat als Füllmaterial auf Kunstrasenplätzen.
  • Das hat auf den Amateurfußball große Auswirkungen.

Zum Hintergrund: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) will zukünftig verhindern, dass Mikroplastik in die Umwelt eingebracht wird. Ziel ist es, die Verschmutzung der Weltmeere durch Mikroplastik einzudämmen.

Drohendes Granulatverbot auf Kunstrasenplätzen bedroht Amateurfußball

Ab 2021 sollen die Plastik-Produkte vom Markt verschwinden, für die es bereits eine Alternative gibt. Betroffen sind auch Fußball-Kunstrasenplätze.

Auf ihnen wird Kunststoffgranulat als Füllmaterial verwendet. Kunstrasenplätze erlebten zuletzt im Amateurfußball einen echten Boom.

Kunstrasenplätze stellen riesige Umweltbelastung dar

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts gelangen schätzungsweise 11.000 Tonnen Mikroplastik, in Form des Granulats, von Kunstrasenplätzen in die Umwelt. Sie stellen eine Umweltbelastung dar.

Daher wurde zuletzt ein Verbot von Granulat auf Kunstrasenplätzen angeregt. Ein Schlag ins Kontor vieler Amateurvereine, die vor allem die Pflegeleichtigkeit der Plätze schätzen und nicht zuletzt von emotionalen Kabinenansprachen leben.

Das könnte auf die Amateurvereine zukommen

Was droht den Amateurvereinen? Im schlimmsten Fall, sollte das Verfahren des ECHA ohne Übergangsfristen umgesetzt werden, drohen kostenintensive Sanierungsmaßnahmen. Das Granulat müsste abgetragen werden.

Was gibt es für Alternativen zum Granulat? Als umweltfreundliche Alternativen gelten beispielsweise Kork und Sand. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, ist "Kork-Rasen pflegeintensiv und gilt als anfällig für Schimmelpilze."

Ebenfalls zu bedenken gilt es, dass Kunstrasenplätze ohnehin nach 10-15 Jahren erneuert werden müssen. Bei der Reinigung der Plätze kommen Roboter zum Einsatz. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben sich mittlerweile zu der Problematik geäußert.

Das sagen DFB und DOSB zur Problematik

"Beide Sportorganisationen sind sich bewusst, dass der Sport einen Beitrag leisten kann, um die Umweltverschmutzung durch (Mikro-)Plastik zu reduzieren. Aktuell beschäftigen sich DOSB und DFB daher intensiv mit der Thematik möglicher Auswirkungen von Kunststoffrasenplätzen auf die Umwelt", heißt es in einer Stellungnahme.

Und weiter: "Vor einem Inkrafttreten dieses Verbots fordert der gemeinwohlorientierte Sport eine Übergangsfrist von mindestens sechs Jahren, wie sie die ECHA auch für andere betroffene Produkte vorgesehen hat."

Es bleibt also zu hoffen, dass Politik und Verbände eine zufriedenstellende Lösung für den Kunstrasen im Amateurfußball finden.

Aber nicht nur auf dem Fußballrasen lässt sich eine Menge Mikroplastik finden. Auch in unserem Alltag produzieren wir eine Menge von dem kleinen Plastik. Auch Teebeutel tragen dazu bei: Sie geben Mikroplastik an das Teewasser ab.