Rassismus-Eklat in Italien: Inter-Star Lukaku mit Affenlauten beleidigt

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Romelu Lukaku im Trikot von Inter Mailand. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Sogenannte "Fans" in Italiens Serie A verhalten sich widerlich. Diesmal war Inter-Mailand-Stürmer Lukaku das Opfer von rassistischen Beleidigungen.

Wieder einmal haben sich sogenannte "Fans" in Italiens Serie A widerlich verhalten. Diesmal war Inter-Stürmer Romelu Lukaku (26) das Opfer von rassistischen Beleidigungen.

  • Romelu Lukaku wurde im Spiel zwischen Cagliari Calcio und Inter Mailand mit Affenlauten beleidigt.
  • Rassismus ist in Italiens Serie A leider keine Seltenheit.
  • Der Schiedsrichter Fabio Maresca (38) versäumte es, das Spiel zu unterbrechen.

Die italienische Liga hat ein Rassismus-Problem. Dies belegen die ekelhaften Szenen gegen Inter Mailands Stürmer Lukaku im Auswärtsspiel gegen Cagliari Calcio.

Inter-Stürmer Lukaku wurde im Spiel gegen Cagliari Calcio beschimpft

Was war passiert? Beim Stand von 1:1 verwandelte der 26-Jährige in der 73. Spielminute einen Elfmeter für Inter Mailand (im Übrigen ein BVB-Gegner in der Champions League). Einige Idioten in der Cagliari-Kurve erwiderten dies mit Affenlauten.

Dem TV-Zuschauer blieb die ekelhafte Aktion gegen Lukaku ebenfalls nicht im Verborgenen. Wie beispielsweise Sportschau.de schreibt, waren die Laute auch vor den Bildschirmen gut hörbar.

Rassismus ist in Italiens Serie A ein leidiges Thema

Leider ist es nicht das erste Mal, dass das Publikum von Cagliari Calcio in dieser Form auffällig wurde. Bereits im April gab es einen ähnlichen Vorfall. Damals wurde Juventus-Stürmer Moise Kean (19), der mittlerweile beim FC Everton unter Vertrag steht, Opfer der rassistischen Ausbrüche.

Vorfälle dieser Art sind kein Alleinstellungsmerkmal für Cagliari Calcio. Die italienische Serie A, die unverhofft Besuch von einem Fallschirmspringer bekam, hat schließlich schon länger Probleme mit Rassismus, weswegen Kevin-Prince Boateng (32) auch Clemens Tönnies (63) scharf kritisiert.

Zuvor musste beispielsweise Mario Balotelli (29), als dieser noch bei AC Milan spielte, zuhauf die verbale Hetzjagd des italienischen Publikums über sich ergehen lassen.

Nach Lukaku-Beleidigungen: Reaktion vom Schiedsrichter bleibt aus

Ein deutliches Zeichen gegen Rassismus – und für Romelu Lukaku – hätte auch Schiedsrichter Fabio Maresca (38) setzen müssen, indem er das Spiel unterbricht. Schließlich sind Unparteiische seit April dazu angehalten.

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Sogar ein Spielabbruch wäre nach einem Beschluss des italienischen Fußballverbandes Federazione Italiana Giuoco Calcio(FIGC) denkbar gewesen.

Die traurigen Vorfälle gegen Lukaku, der beim Debüt von Benito Raman (24) für Belgien traf, zeigen jedenfalls, dass manche Fans in Italien einen gehörigen Schuss vor den Bug brauchen. Deutlich erfreulichere Schlagzeilen schrieb zuletzt Borussia Dortmund. Der BVB wurde von der UEFA für ihr Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet.