Leichtathletik-WM: Gina Lückenkemper kritisiert "in den Schritt filmende" Startblock-Kamera - erfolgreicher Protest

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Gina Lückenkemper bei der Leichtathletik-WM in Doha. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die "Upper Camera" wird bei der Leichathletik-WM künftig teilweise geschwärzt. Der DLV legte nach Kritik von Gina Lückenkemper Protest ein. Hier die Infos.

Gina Lückenkemper (22) hatte lautstark gegen die bei der Leichtathletik-WM in Doha eingesetzte Startblock-Kamera protestiert. Jetzt wurde sie erhört.

  • Die Startblock-Kamera bei der Leichtathletik-WM ist umstritten.
  • Die Veranstalter versprechen sich eine innovative Eventpräsentation.
  • Die deutsche Sprinterin Gina Lückenkemper empfindet die Neuerung als unangenehm, weswegen der DLV Protest einreichte.

Leichtathletik-WM: Skandalspiele in Doha gehen in die nächste Runde

Dass es bei der vom 27. September bis zum 6. Oktober stattfindenden Leichtathletik-WM um Medaillen geht, gerät mehr und mehr in den Hintergrund. Zu zahlreich sind die Störfeuer rund um die Wettkämpfe im Khalifa International Stadium in Doha, Katar.

Neuestes Streitthema: Die bei den 100 Metern und im Hürdensprint eingesetzte Startblock-Kamera. Die sogenannte "Upper Camera" soll die "Kommunikation zwischen Athlet und Zuschauer durch eine innovative Eventpräsentation verbessern".

Gina Lückenkemper kritisiert bei Leichtathletik-WM eingesetzte Startblock-Kamera

Unter den Athleten hat die Startblock-Kamera allerdings keineswegs zu Stürmen der Begeisterung geführt. Besonders bei den Frauen ist die bei der Leichtathletik-WM in Doha eingeführte "Upper Camera" nicht beliebt.

"In den knappen Sachen über diese Kamera zu steigen, um in den Block zu gehen, finde ich sehr unangenehm. War an der Entwicklung dieser Kamera eine Frau beteiligt? Ich glaube nicht", kritisierte die mehrfache deutsche Meisterin im Sprint und zweifache Sportlerin des Jahres in NRW, Gina Lückenkemper, am Sonntagabend das Projekt.

DLV reicht erfolgreichen Protest gegen Startblock-Kamera ein

Deshalb habe sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ermutigt gefühlt, so Gina Lückenkemper, "eine offizielle Beschwerde wegen der Kameras einzureichen, die auch in den Schritt filmen."

Und war damit erfolgreich. Der Weltverband IAAF wird daher die Nutzung der Bilder einschränken, die die Startblock-Kameras bei der Leichtathletik-WM einfangen. Auf dem Hauptbildschirm werden die Signale der "Upper Camera" schwarz geschaltet und auf einem Neben-Bildschirm so verkleinert dargestellt, dass nichts mehr zu erkennen ist.

"Filmen in den Schritt" ist bei der Leichtathletik-WM Geschichte

Eine vergrößerte Darstellung erfolgt erst dann, wenn die Athletinnen oder Athleten im Block sitzen. Der Moment, in dem die Wettkämpfer über den Startblock steigen und in dem die Kamera genau in den Schritt der Teilnehmer filmt, ist somit nicht mehr zu sehen. Zudem löscht der Veranstalter die Videodaten täglich.

Für Gina Lückenkemper, die im Sprint über 100 Meter den Finaleinzug verpasst hat, steht bei der Leichtathletik-WM noch die 4x100-Meter-Staffel an. Die Vorläufe dazu finden am Freitag (4. Oktober) ab 19.40 Uhr statt. Die Entscheidung steigt einen Tag später um 21.05 Uhr.