Premier League

Klopp froh über Fanrückkehr: Wir «hatten sofort Gänsehaut»

Liverpool-Coach
+
Jürgen Klopp freute sich über die Rückkehr der Fans. Foto: Clive Brunskill/PA Wire/dpa

Liverpool (dpa) - Jürgen Klopp ist froh, dass bei Heimspielen des FC Liverpool endlich wieder Zuschauer im Stadion dabei sein dürfen.

Den 4:0 (1:0)-Sieg des englischen Fußballmeisters gegen die Wolverhampton Wanderers erlebten 2000 Fans in Anfield. «Das Spiel, die Atmosphäre, es war einfach so schön», schwärmte der strahlende Klopp nach dem Abpfiff am BBC-Mikrofon. «Wir kamen rein und hatten sofort Gänsehaut.»

Am vergangenen Wochenende durften Fußballclubs in einigen Regionen Englands, darunter Liverpool und London, erstmals seit März wieder eine begrenzte Anzahl von Zuschauern begrüßen. «Ich wusste gar nicht mehr wie das ist, es ist einfach zu lange her, dass ich 2000 Leute im Stadion hatte», sagte Klopp, der vor der Corona-Pandemie regelmäßig rund 54.000 Zuschauer bei Heimspielen gewohnt war. «Wenn diese 2000 Leute die richtigen Leute sind, dann können die für eine ordentliche Atmosphäre sorgen.» Während der Partie hatten die Anhänger lautstark gesungen und ihre Mannschaft angefeuert.

Ob es Zufall war, dass den Reds nach der Rückkehr der Fans auch gleich der höchste Saisonsieg gelang? «Vielleicht nicht», meinte Klopp und lachte, «ich weiß es nicht.» Jedenfalls gilt für seine Mannschaft in Anfield nach fast neun Monaten ab sofort endlich wieder das alte Vereinsmotto: «You'll never walk alone.»

Klopp kritisierte die neuen Transferregeln, die nach dem Brexit vom 1. Januar 2021 an für Fußballvereine auf der Insel gelten. «Ich warte immer noch darauf, dass mir jemand den ersten Vorteil des Brexits nennt», sagte Klopp der Zeitung «The Guardian». «Was wird nach dem Brexit wirklich besser? Ich hab das natürlich nicht zu beurteilen, aber als interessierter Mensch warte ich einfach auf den ersten wirklich positiven Effekt des Brexits.»

Nach dem neuen punktebasierten Regelwerk wird es für englische Clubs deutlich schwerer, Profis aus dem europäischen Ausland unter Vertrag zu nehmen. «Die Leute, der Fußballverband oder wer auch immer, wollen sichergehen, dass die Clubs nicht zu viele Spieler aus anderen Ländern verpflichten, weil sie Angst haben, dass dann nicht genug englische Talente durchkommen», sagte Klopp, der zu bedenken gab, dass englische Nachwuchsteams schon jetzt sehr erfolgreich seien. «Warum ist das so? Weil sie viele gute Spieler um sich herum hatten, die auch gut Fußball spielen. Das hilft», betonte der Coach. «Wir schaffen nicht mehr Talente, indem wir andere Talente blockieren.»

In Zukunft benötigen Fußballer aus der EU eine Arbeitserlaubnis, wie sie bisher nur Profis aus Nicht-EU-Ländern vorweisen müssen. Um sie zu bekommen, müssen Spieler - vereinfacht gesagt - genügend Einsätze im Nationalteam und bei ihrem Verein vorweisen. Dabei spielt auch das Niveau des abgebenden Clubs eine Rolle. Ausländische Spieler unter 18 dürfen nach dem Brexit nicht mehr unter Vertrag genommen werden.

Großbritannien hat die EU schon im Januar verlassen. Bis Ende des Jahres gilt aber eine Übergangsphase, in der sich kaum etwas geändert hat. Wer bereits vor dem Ende der Übergangsfrist in Großbritannien lebte oder bis dahin seinen Wohnsitz dort nimmt, kann noch bis zum 31. Dezember sein Aufenthaltsrecht beantragen. Er darf dann in der Regel auch bleiben und in Großbritannien arbeiten.

© dpa-infocom, dpa:201207-99-601208/3

Klopp-Interview bei BBC