Wer wird Jogi-Nachfolger?

Löw macht Schluss! Sechs Bundestrainer-Kandidaten - An diesen Nachfolger denkt wohl niemand

Der Löw-Rücktritt schlug ein wie eine Bombe. Wer wird neuer Bundestrainer? Sechs Kandidaten haben das Zeug dazu - wir diskutieren sie.

Frankfurt - Was für ein Paukenschlag! Joachim Löw gibt sein Amt als Bundestrainer nach der EM 2021 auf. Eine 15-jährige Ära mit einem Weltmeistertitel geht damit zu Ende. Wer könnte den wichtigsten Posten im deutschen Fußball übernehmen? Die Spekulationen nehmen jetzt natürlich richtig Fahrt auf. Das sind die aussichtsreichsten Kandidaten:

Jürgen Klopp

Klopp als Bundestrainer - der Traum vieler deutscher Fußballfans. Der Schwarzwälder ist Sympathieträger, erfolgreicher Coach und Fußball-Narr in einem. Oft wurde prophezeit, der Tag würde kommen, an dem Jürgen Klopp* die deutsche Nationalmannschaft übernehmen würde. Ist es in diesem Sommer so weit? Mit dem FC Liverpool steckt er tief in der Krise, hat sich aber auch fast schon Legenden-Status beim englischen Traditionsklub erarbeitet. Dass ihn die Aufgabe beim DFB reizen würde, ist kein Geheimnis. Er ist Favorit auf den Job. tz.de-Bundestrainer-Eignung: Note 1

Ralf Rangnick

Zusammen mit Klopp ist Rangnick wohl der naheliegendste Kandidat. Der RB-Leipzig-Macher wäre frei und sofort verfügbar - wenn er denn möchte. Seine fußballerische Kompetenz muss er niemandem mehr beweisen. Sowohl als Trainer als auch als Funktionär steht er für Erfolg. Trotzdem ist die Aufgabe als Bundestrainer nochmal eine andere, weil man das ganze Land hinter sich bringen muss. Rangnick kann in puncto Sympathie nicht mit Klopp mithalten. tz.de-Bundestrainer-Eignung: 3

Christian Streich

Seit zehn Jahren macht er beim SC Freiburg Wasser zu Wein, ist eine Kultfigur mit viel fußballerischer Kompetenz. Zudem genießt er als bodenständige Person ein enormes Ansehen in ganz Deutschland. Christian Streich als Bundestrainer? Daran denkt wohl niemand - aber warum eigentlich nicht? Der offensichtliche Nachteil: Streich müsste mit absoluten Topstars umgehen und wäre permanent im Fokus der Öffentlichkeit. Unklar, ob das die richtige Aufgabe für den Badener ist. Unklar auch, ob er das überhaupt will. tz.de-Bundestrainer-Eignung: 3

Julian Nagelsmann

Seine Trainerkarriere kennt seit Beginn nur eine Richtung: Steil nach oben. Mit RB Leipzig* greift er die Bundesliga-Meisterschaft an, internationale Vereine wollen ihn. Nagelsmann hat wohl noch zu viele Ambitionen im Klubfußball. Er schließt ein Engagement beim DFB „irgendwann“ aber nicht aus: „Es ist ein Job, den ich mir grundsätzlich vorstellen kann. Es ist eine große Ehre, Bundestrainer zu sein. Ich möchte aber noch täglich auf dem Fußballplatz stehen und habe noch zu wenig erreicht“, sagte er im letzten Jahr. tz.de-Bundestrainer-Eignung: 2

Hansi Flick

Wenn der Bundestrainer-Posten frei wird, werden automatisch die besten deutschen Übungsleiter diskutiert. Bayern-Coach Hansi Flick gehört zu den besten - und ist im Moment vielleicht sogar der Beste. Der langjährige Co-Trainer von Jogi Löw kennt den DFB in- und auswendig und wäre bestimmt ein guter Bundestrainer*. Für ihn kommt die Aufgabe aber nach eigenen Aussagen nicht infrage. „Ich habe überhaupt keinen Anlass, irgendetwas zu verändern“, betonte er jüngst. tz.de-Bundestrainer-Eignung: 1

Stefan Kuntz

Kuntz hält sich meist im Hintergrund, beim DFB intern wird seine Arbeit aber sehr geschätzt. Seit 2016 steht er bei der U21-Nationalmannschaft an der Seitenlinie. Nach dem 0:6-Debakel gegen Spanien hatte ihn Weltmeister Benedikt Höwedes ins Spiel gebracht: „Ich würde mir wünschen und glaube, dass es Stefan Kuntz macht“, sagte er. Im Vergleich zu Jürgen Klopp bringt er weniger „Format“ mit - das war bei Jogi Löw 2006 aber nicht anders, als er den Job von Jürgen Klinsmann übernommen hat. tz.de-Bundestrainer-Eignung: 2

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