Nach den beiden Nations-League-Spielen

Boateng von deutschen Fans genervt: „Senf“-Ansage an „80 Millionen Bundestrainer“

Die deutsche Nationalmannschaft wird nach den beiden Nations-League-Spielen kritisiert. Weltmeister Jerome Boateng setzt deshalb zum Konter an.

München - 0:1 gegen Ungarn, 3:3 gegen England. Zugegeben, die Nations-League-Spiele der deutschen Nationalmannschaft waren nicht das Gelbe vom Ei. Am Ende ist die DFB-Auswahl aus dem viel diskutierten Wettbewerb ausgeschieden. Diese Tatsache alleine dürfte den wenigsten Beteiligten Kopfzerbrechen bereiten.

Viel eher stellen sich so kurz vor der WM 2022 folgende Fragen: Wie kriegt die DFB-Elf ihre Baustellen in den Griff? Wie schafft es Hansi Flick, vereinzelte Spieler aus ihren Formtiefs zu bekommen? Wen nominiert er überhaupt? Und überstehen wir nach solch biederen Leistungen überhaupt die Gruppenphase?

WM 2022: Deutsche Nationalmannschaft in der Kritik - Boateng ärgert sich über „80 Millionen Bundestrainer“

Jerome Boateng kann den aktuellen Unmut vieler Experten und Anhänger nicht verstehen. Der Innenverteidiger hat 76 A-Länderspiele absolviert, wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister. Nach dem spektakulären 3:3 gegen England meldete er sich via Instagram. Und in seiner Story wurde er deutlich: „Kurz vor der WM haben wir wieder 80 Millionen Bundestrainer“, schrieb er zu Beginn seines Statements. Direkt dahinter setzte er einen Tränen lachenden Emoji.

Und weiter: „Wir haben eine starke Mannschaft, können jeden Gegner schlagen und Weltmeister werden. Wir haben junge Spieler auf allen Positionen. Wie wäre es mal, einfach positiv an die WM ranzugehen und nicht die Mannschaft zu kritisieren und Unruhe hineinzubringen?“

Weltmeister Jerome Boateng hat eine klare Meinung zur aktuellen Debatte rund um die deutsche Nationalmannschaft.

Jerome Boateng wünscht sich vor der WM 2022 mehr positive Stimmung

Boateng, der nach seinem Abschied vom FC Bayern München im Sommer 2021 ablösefrei zu Olympique Lyon gewechselt war, verweist damit auf die vielen negativen Stimmen, die der deutschen Nationalmannschaft nach der Pleite gegen Ungarn und den drei Blitz-Gegentoren gegen England sämtliche Qualität abgesprochen hatten.

An diese Adressen richtet er in seinem Statement weitere Wünsche: „Positiv bleiben und gemeinsam die Mannschaft supporten. Nach der WM könnt ihr wieder euren Senf dazugeben.“

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar

WM-Pokal bei der Auslosung für die WM 2022
Der WM-Pokal bei der Auslosung der Vorrunde für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. © Kurt Schorrer/dpa
WM-Sieger 2018 Frankreich
Der aktuelle Fußball-Weltmeister kommt aus Frankreich. Im Jahr 2018 sicherten sich die Franzosen den Titel in Russland. Auch bei diesem Turnier zählen sie zu den Favoriten. © Sputnik/dpa
WM-Auslosung 2022 - Infantino begrüßt Scheich Tamim bin Hamad Al Thani
Auslosung der WM-Vorrunde in Doha. Fifa-Präsident Gianni Infantino (l.) gibt Scheich Tamim bin Hamad Al Thani (r.), Emir von Katar, zu Beginn der Auslosung die Hand. © Christian Charisius/dpa
WM-Auslosung 2022 - Alle Nationaltrainer auf einem Bild
Die Nationaltrainer der teilnehmenden Mannschaften um Hansi Flick (hintere Reihe 5.v.l), Nationaltrainer von Deutschland, stehen nach der Auslosung in Doha zusammen. © Christian Charisius/dpa
WM 2022 - Trainingsplatz deutsche Nationalmannschaft in Katar
Ein großer Ball mit der Jahreszahl 2022 steht auf einer Verkehrsinsel mit Kreisverkehr vor dem Trainigsgelände Al-Shamal sports Club in Al Ruwais, dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft. © Christian Charisius/dpa
Ausländische Arbeiter für die WM 2022 in Katar
Ein Mann mit Schutzhelm und Schutzweste geht über die Baustelle des Lusail Iconic Stadiums. Aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und schlechte Arbeitsbedingungen steht die WM deutlich in der Kritik. © XinHua/dpa
WM-Spielball 2022 Al Rihla
Der offizielle Spielball für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Der Ball trägt den arabischen Namen „Al Rihla“, was übersetzt „die Reise“ bedeutet. © Nick Potts/dpa
Flick und Bierhoff bei der WM-Auslosung 2022 in Katar
Hansi Flick (l.), Nationaltrainer von Deutschland, und Oliver Bierhoff (r.), Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie, kommen zur WM-Auslosung. © Christian Charisius/dpa
Lusail Iconic Stadium - Stadion der WM 2022 in Katar
Eines der neu gebauten Stadien: Im Lusail Iconic Stadium wird ab November das Eröffnungspiel und im Dezember das Endspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 stattfinden. © kyodo/dpa
Nationalspieler mit „Human-Rights“-Shirts
Bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Island protestierte die deutsche Nationalelf vor dem Anpfiff des Spiels gegen die Menschenrechtsverletzungen bei den Bauarbeiten der Stadien in Katar. © Tobias Schwarz/dpa
Außenansicht des Al Janoub Stadion in Al Wakra bei Doha
Außenansicht des Al Janoub Stadion in Al Wakra bei Doha. © Christian Charisius/dpa
Khalifa International Stadion für die WM 2022 in Katar
Die WM 2022 in Katar wird in acht Stadien ausgetragen. Hier ein Blick in das Khalifa International Stadion. © Sharil Babu/dpa
Hansi Flick beim Training der Nationalmannschaft
Für Bundestrainer Hansi Flick ist es das erste große Turnier als deutscher Nationalmannschafts-Coach. © Hans-Martin Issler/dpa
Gemeinsame Trikots für WM der Männer und Frauen
Leroy Sane präsentiert das neue Trikot der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2022 in Katar. © Thomas Boecker/dpa
WM 2022 - Umkleidekabine im Lusail Iconic Stadium in Doha
Blick in eine der Mannschafts-Umkleiden im Stadion „Lusail Iconic Stadium“ in Lusail bei Doha.  © Christian Charisius/dpa
WM 2022 - Trainingsplatz deutsche Nationalmannschaft in Katar
Blick auf den Rasen im Stadion „Al-Shamal sports Club“ in der kleinen Hafenstadt Al Ruwais. Das Resort am Al Khasooma Beach ganz im Norden des Emirats Katar wird das Teamquartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.  © Christian Charisius/dpa

Jerome Boateng im WM-Kader? Flick-Nominierung gilt als ausgeschlossen

Boateng selbst wird - sollte nicht noch etwas außergewöhnliches passieren - ebenfalls zu den zahlreichen Zuschauern gehören. Dass Flick ihn nominiert, gilt als ausgeschlossen - schließlich hat der 34-Jährige in dieser Saison noch keine Minute absolviert. Verletzungen hatten ihn lange aus der Bahn geworfen, im Sommer stand dann ein Abschied im Raum. Das Verhältnis zu Trainer Peter Bosz gilt als belastet.

Möglicherweise nimmt der Bundestrainer aber einen Spieler mit, den man in England schon als „Mini-Boateng“ feiert. Armel Bella-Kotchap wurde für die Nations-League-Spiele nominiert und feierte im Wembley Stadium sein Debüt als deutscher A-Nationalspieler. (akl)

Rubriklistenbild: © PanoramiC / Imago / Screenshot Instagram / Jerome Boateng