Bild: dpa

Im August legt Uli Hoeneß (67) voraussichtlich seine Ämter als Präsident und Chef des Aufsichtsrats beim FC Bayern nieder. Sein Abschied ist dennoch nicht überraschend. Ein Kommentar.

  • Uli Hoeneß trug zuletzt nicht immer zu einer positiven Außendarstellung des FC Bayern bei.
  • Auch von Seiten der eigenen Fans wurde die Kritik lauter.
  • Die Bundesliga verliert eine starke Persönlichkeit.

Hoeneß, der zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge eine Schuld daran trägt, dass die Bayern nicht so erfolgreich sind auf dem Transfermarkt, hat die Fans der Bundesliga immer wieder polarisiert. Dabei erntete der 67-Jährige besonders aus den gegnerischen Fanlagern heftige Kritik.

Hoeneß stand zuletzt massiv in der Kritik

Insbesondere die „Wut-Pressekonferenz“ im Oktober 2018 erwies sich aus Sicht der Bayern-Verantwortlichen als echtes Eigentor. Aber auch aus den eigenen Fan-Reihen wurden die Stimmen gegen den scheidenden Bayern-Präsidenten seitdem lauter.

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, bekam zuletzt immer mehr Gegenwind. Foto: Marijan Murat/dpa
Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, bekam zuletzt immer mehr Gegenwind. Foto: Marijan Murat/dpa

Zuletzt echauffierte sich Bayern-Mitglied Johannes Bachmayr auf der Jahreshauptversammlung im November 2018 über den medienwirksamen Auftritt des 67-Jährigen. Auch Borussia Dortmunds externer Berater Matthias Sammer (51) äußerte sich damals zur Krise beim deutschen Rekordmeister.

Der FC Bayern agierte zuletzt auf vielen Ebenen unglücklich

Ähnlich unglücklich agierte der FC Bayern, unter Hoeneß‘ Führung, in der laufenden Transferperiode. So konnten die Münchner bislang, mit Ausnahme von Benjamin Pavard und Lucas Hernandez (beide 23), keinen ihrer Wunschspieler an die Säbener Straße locken.

Auf der anderen Seite sorgte der Abgang von Mats Hummels (30), für den es keine Meister-Klausel gibt, für viel Unverständnis. So hätte beispielsweise Lothar Matthäus (58) den 30-Jährigen nicht zum BVB ziehen lassen.

Tönnies kann sich Bayern nicht ohne Hoeneß vorstellen

Trotz aller Kritik hinterlässt Hoeneß bei den Bayern riesige Fußstapfen. Das findet auch Clemens Tönnies (63), Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, im Gespräch mit Bild:

„Ich kann mir ehrlich gesagt den FC Bayern ohne Uli gar nicht vorstellen. Er hat über Jahrzehnte alle Attribute des FC Bayern verkörpert und stand für die kontinuierliche Entwicklung des Vereins zu einem Top-Fußballunternehmen.“

Die Bundesliga verliert eine starke Persönlichkeit

Fest steht: Mit dem Abgang von Hoeneß verliert der FC Bayern – und nicht zuletzt die Bundesliga – eine der prägendsten Figuren der vergangenen Jahrzehnte. Auch wenn der Umgang mit dem 67-Jährigen nicht immer einfach war.

Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autors und gibt nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wieder.