Handball vs. Fußball: 8 Dinge, die Fußballer von Handballern lernen können

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Jubel bei der deutschen Nationalmannschaft.

Während der WM rückt der Handball wieder in den Fokus der Zuschauer. Dabei gibt es so viele Dinge, die Fußballer noch von den Handballern lernen können.

Dieser Artikel entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion wiedergeben.

Zurzeit findet wieder die Handball-WM statt und ein Sport, der sonst neben König-Fußball so wenig Aufmerksamkeit bekommt, rückt in den Fokus. Dabei gibt es so viele Dinge, die Fußballer noch von den Handballern lernen können, meint Dortmund24-Mitarbeiterin und passionierte Handballerin Annika Scholz

1. Handballer kennen keine Schwalbe

Während Fußballer schon oft vor dem Körperkontakt auf dem Boden liegen, legen Handballer sich erst gar nicht hin. Beim Fußball vergeht nicht ein Spiel, bei dem sich nicht wenigstens ein Spieler wegen eines ach-so-schlimmen Fouls auf dem Boden herumwälzt. Und sobald der Schiri entschieden hat, steht er auf wundersame Weise wieder auf und hat keinerlei Beschwerden.

Beim Handball gibt es das in der Regel nicht. Handballer wissen, dass sie einen Kontaktsport spielen und gehen oftmals genau da hin, wo es weh tut. Wenn sie dabei mal auf dem Boden landen, dann stehen sie wieder auf und spielen unbeirrt weiter. Kratzer oder blaue Flecken gehören nunmal dazu.

2. Der Schiri entscheidet - der Respekt vor Autoritäten

Der Schiedsrichter entscheidet - so ist es beim Handball wie auch beim Fußball. Einziger Unterschied ist, dass der Schiri beim Handball nicht erst eine Diskussion mit jedem Spieler führen muss, damit auch jeder seine Meinung kundtun kann, sondern einfach entscheidet.

Handballer rennen nicht erzürnt auf den Schiedsrichter zu, sondern akzeptieren die Entscheidung und respektieren den Schiedsrichter. Das hängt nicht etwa damit zusammen, dass Schiedsrichter beim Handball keine Entscheidungen treffen, die manchen Spielern oder gar der ganzen Mannschaft missfallen.

Das Meckern von Spielern oder Trainern auf dem Feld oder der Bank kann mit einer 2-Minuten-Strafe geahndet werden, wobei dann ein Spieler des Teams für zwei Minuten vom Feld gehen muss.

3. Mehr Tore

Ein Spiel ohne Tore? Das ist für Handballer undenkbar. Beim Handball geht es dauernd hin und her - Tor werfen, Tor verteidigen. Dadurch bleibt das Ergebnis auch bis zum Ende offen. Während beim Fußball ein Spiel mit einer drei Tore Differenz in der Regel entschieden ist, können beim Handball auch sechs Tore noch innerhalb weniger Minuten aufgeholt werden. Genau das macht den Nervenkitzel aus.

4. Kein Spiel auf Zeit

Auch das ewig lange Herumdümpeln auf dem Spielfeld gibt es beim Handball nicht. Defensives Spiel ohne Zug zum Tor und unzählige Rückpässe zurück an den Torwart gibt es nur beim Fußball. Beim Handball würde das mit einem Zeitspiel geahndet.

Wenn eine Mannschaft zu lange den Ball besitzt ohne den Willen zu zeigen, ein Tor werfen zu wollen, wird mit einem Zeitspiel bestraft, das heißt: wenn nicht bald was passiert, kriegt der Gegner den Ball. So bekommt der Zuschauer auch immer ein spannendes Spiel geboten.

5. Gehälter im "Normalbereich"

Die Gehälter von Fußballern sind in Dimensionen, die für normale Menschen - und Handballer - unverstellbar sind. Während das deutsche Team für den Sieg bei der Handball-WM 250.000 Euro bekommt, erhalten die Fußballer beim Sieg einer WM satte 350.000 Euro - pro Spieler (!).

Und im Gegensatz zu den Zahlen, die sonst um die Fußball-Bundesliga kreisen, sind diese Zahlen noch human. Man könnte sich in diesem Zusammenhang auch die Frage stellen, bei welchem Sport die Leidenschaft der Spieler größer ist...

6. Handballer kennen die Nationalhymne

Ob es jetzt so wichtig ist, dass Sportler die Nationalhymne mitsingen oder nicht, darüber lässt sich streiten. Ein cooles Zeichen ist es aber auf jeden Fall, wenn die deutschen Handballer loslegen und bei der Hymne lautstark mitsingen. Ob sie die Töne treffen oder nicht, spielt keine Rolle, aber es gibt auf jeden Fall das Gefühl von Zusammenhalt. Bei den Fußballern wird das Mitsingen oftmals vermisst - aus welchen Gründen auch immer.

7. Mehr Wechsel, mehr Taktik

Beim Handball gibt es eine unbegrenzte Anzahl von Spielerwechseln. Das führt vor allem dazu, dass man ein Spiel sieht, das auch taktisch abwechslungsreich ist. Andere Spieler bringen andere Stärken mit und verändern das Spiel. Auch durch den ständigen Spieler-Trainer-Kontakt gibt es mehr taktische Wechsel als beim Fußball. Das macht das Spiel deutlich abwechslungsreicher.

8. Handball ist eine Kunst

Wer einmal ein Handballspiel verfolgt, der weiß, wozu Bälle in der Lage sind. Aus den unmöglichsten Winkeln schaffen es die Spieler einen Treffer zu erzielen, den man nie für möglich halten würde und den man auch nach der Zeitlupe noch nicht versteht. Es ist die Kunst des Wurfes. Natürlich gibt es im Fußball auch kunstvolle Schüsse, die ihren Respekt verlangen, aber beim Handball passieren sie alle zwei Minuten. von Annika Scholz