Novum in der Bundesliga: Erstmals Gelb für einen Trainer

Gelbe Karte für Trainer. Foto: Arne Dedert/dpa
+
Gelbe Karte für Trainer. Foto: Arne Dedert/dpa

Seit dieser Saison können Schiedsrichter auch an Trainer eine Gelbe Karte vergeben. Nun ist das zum ersten Mal passiert. Das ist vorgefallen:

Das gab es noch nie: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga gab es am Wochenende eine Gelbe Karte für einen Trainer. Der hält die Verwarnung für regelkonform. Die Regel selbst hingegen sieht er kritisch.

  • Steffen Baumgart erhielt am Samstag (24. August) als erster Trainer in der Geschichte der Bundesliga eine Gelbe Karte.
  • Nun übt der Trainer des SC Paderborn Kritik an der neuen Regelung.
  • Unterstützung erhält er dabei vom Trainer von Fortuna Düsseldorf.

Nach nur eineinhalb Spielen nach Einführung der neuen Gelb-Regelung hat es Steffen Baumgart, der Trainer des SC Paderborn, auf dessen Begegnung mit Schalke sich Alexander Nübel (22) freut, geschafft, Fußball-Geschichte zu schreiben. Als erster Bundesliga-Trainer überhaupt erhielt er bei der 1:3-Niederlagen gegen den SC Freiburg am Samstag (24. August) eine Gelbe Karte.

Gelbe Karte für Trainer Baumgart

Aus Protest gegen eine Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Welz hatte Baumgart in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wütend seine Mütze weggeworfen. Seine Verwarnung hält der 47-Jährige zwar für regelkonform, den Sinn der neuen Regel an sich, zweifelt er aber an.

"Wir wollen mit Emotionen da sein, und so werden die Emotionen weggenommen", sagte er dem Pay-TV-Sender Sky. "Langsam werden wir schwachsinnig. Wenn man von uns draußen erwartet, dass wir ruhig sind, dann werde ich öfter eine Gelbe Karte bekommen."

Neue Regelung seit der laufenden Bundesliga-Saison

Erst seit der laufenden Saison können in der deutschen Bundesliga auch Trainer verwarnt werden. Vier Gelbe Karten ziehen dabei automatisch eine Sperre nach sich.

+++ Kommentar: Warum der Videobeweis in der aktuellen Form keinen Sinn mehr macht +++

Kritiker der neuen Gelbe-Karten-Regelung befürchten derweil, dass sie den Umgang zwischen Schiedsrichtern und Trainern dauerhaft belasten könnte. Genau damit hatte laut dpa auch Baumgart das größte Problem.

"Es kommt immer darauf an, wie man kommuniziert", sagte er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Wenn ich in der Halbzeitpause auf den Rasen gehe, mit dem Schiri reden will, und der erste Satz, den er mir sagt, ist, dass ich nicht auf den Rasen gehen darf: Dann stelle ich mir die Frage, was das hier eigentlich soll."

Mehrere Trainier kritisieren die Regelung

Mit dieser Meinung ist Baumgart nicht allein: Friedhelm Funkel von Fortuna Düsseldorf sah am Samstag bei der 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen ebenfalls wegen Reklamierens eine Gelbe Karte. Genau wie sein Kollege aus Paderborn hielt er die Verwarnung zwar für regelkonform, beschwerte sich aber später in einem ZDF-Interview über die Einführung dieser Regelung als solcher.