Bundestrainer veröffentlicht Buch

Hansi Flick mit emotionalem Geständnis: Bayern-Aus „hat mir sehr wehgetan“

Hansi Flick hat in seinem neuen Buch Einblicke in seine Gefühlswelt gegeben. Das Aus beim FC Bayern nach den vielen Erfolg hat ihn verletzt.

München - Hansi Flick (57) hat beim FC Bayern eine Ära geprägt. Unter der Regie des heutigen Bundestrainers räumte der Rekordmeister 2020 alle möglichen Titel ab. Nach der deutschen Meisterschaft und dem DFB-Pokal holten die Bayern auch im Final-Turnier von Lissabon die Champions League. Die Krönung war der Triumph in der Klub-WM im Februar 2021. 

FC Bayern: Trotz Traumjahr 2022 - Flick zieht gegen Brazzo den Kürzeren und geht

Hans-Dieter Flick
Geboren: 24. Februar 1965 in Heidelberg
Trainerstationen: FC Bammental, TSG Hoffenheim, RB Salzburg, FC Bayern, Deutsche Nationalmannschaft
Größte Erfolge: Weltmeisterschaft (2014), Champions League (2020), Klubweltmeisterschaft (2021)

Am Ende standen in der Ära Flick sieben Titel auf dem Konto. Mit einer Siegquote von 81 Prozent und einem Punkteschnitt von sagenhaften 2,55 pro Spiel stellte der Coach dabei neue Rekorde auf. Dennoch gingen der Erfolgstrainer und der FC Bayern im Sommer 2021 getrennte Wege. Grund waren die fortwährenden Querelen und Meinungsverschiedenheiten mit Hasan Salihamidzic. Am Ende zog Flick den Kürzeren und verließ den FCB.

Blickt wehmütig auf seine Zeit beim FC Bayern zurück: der heutige Bundestrainer Hansi Flick.

Für Bundestrainer Hansi Flick war die Trennung vom Rekordmeister ein schmerzhafter Akt, wie er rückblickend erzählte. „Ich habe es mir nicht anmerken lassen, aber den FC Bayern als Trainer zu verlassen, hat mir sehr wehgetan“, schrieb der 57-Jährige in seinem Buch „Im Moment - Über Erfolg, die Schönheit des Spiels und was im Leben wirklich zählt“. Die Bild veröffentlichte am Samstag Auszüge daraus.

Hansi Flick: Weitermachen beim FC Bayern keine Option - „gegen meine Prinzipien“

„Es ist ein offenes Geheimnis: Mein Verein war schon immer der FC Bayern München. Ich hatte mit den Spielern zwei phänomenale Jahre und das gesamte Trainerteam hat über den gesamten Zeitraum überragende Arbeit geleistet“, ergänzte Flick. „Das war, mit Blick auf den europäischen Fußball, alles absolute Benchmark zu dem Zeitpunkt.“

Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Dennoch sei er nach langer Überlegung mit vielen Gesprächen zu dem Schluss gekommen, „dass ich gegen meine Prinzipien verstoße, wenn ich weitermache“. Die Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit seien „einfach nicht mehr gegeben“ gewesen. Zuletzt machte der Bundestrainer einen schweren Schicksalsschlag in seiner Familie öffentlich: „Ich hatte Angst, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte.“ (vfi mit dpa)

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