Aussage zu Nübel verweigert

Ulreich nach Transfer vom FC Bayern enttäuscht: „Das hätte man anders lösen können“

Sven Ulreich spielt jetzt für Hamburg statt München, wo die Konkurrenz im Tor durch die Verpflichtung Alexander Nübels noch einmal größer wurde. Beim Transfer sei damals nicht alles glatt gelaufen.

  • Sven Ulreich verließ den FC Bayern* und wechselte vor kurzem zum Hamburger SV.
  • Bei den Hanseaten will der 32-Jährige endlich wieder Stammspieler sein.
  • Seine Zeit beim FC Bayern sei sehr positiv gewesen, doch die Causa Nübel „hätte man anders lösen können“

Hamburg - In dieser Transferphase gab es viel Bewegung im Kader des FC Bayern München*. Sieben Spieler stehen auf der Seite der Neuzugänge, neun auf der der Abgänge. Zu den Profis, die den FCB verlassen haben, zählt auch Sven Ulreich. Der Keeper sah keine Chancen auf Einsatzminuten und heuerte beim Hamburger SV an.

FC Bayern: Sven Ulreich wechselt zum HSV - 2. Bundesliga „kein Rückschritt“

Weil das vergangene Spiel des HSV gegen Erzgebirge Aue coronabedingt abgesagt wurde, wartet der Schwabe noch auf sein Pflichtspiel-Debüt im Trikot der Hanseaten. Immerhin durfte er im Test gegen den dänischen Zweitligisten FC Fredericia (4:3) die ersten Minuten sammeln. Schon jetzt könne er allerdings sagen, dass sich der Wechsel gelohnt habe. Der Transfer vom Fußball-Rekordmeister in die 2. Liga* sei für ihn „kein Rückschritt. Ich kann mich hier weiterentwickeln und will helfen, unsere Ziele zu erreichen“, erklärte der 32-Jährige Sport1.

FC Bayern München: Ulreich wollte sich „nicht damit zufriedengegeben, noch ein Jahr auf der Bank zu sitzen“

Jerome Boateng, der von 2007 bis 2010 für die Rothosen aktiv war, hätte Ulreich absolut zum Transfer in den Norden geraten. „Er hat sofort gesagt: ‚Boah, Hamburg kann ich dir nur empfehlen.‘“ Seinen Abschied aus München begründete der gebürtige Schorndorfer derweil auch mit der besseren Aussicht auf Einsatzzeiten, denn „wenn man die Spiele gewinnt und man nicht selbst auf dem Platz steht, ist schon ein weinendes Auge dabei. Man ist traurig. Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass ich wieder mehr miterleben und genießen möchte. Auf dem Platz zu stehen hat mir gefehlt. Das ist der Grund, warum ich gewechselt bin.“

Beim FC Bayern war der dreimalige U21-Nationalspieler, der 2019 auch von Bundestrainer Joachim Löw für das DFB-Team nominiert worden war, die Nummer zwei hinter Manuel Neuer. Seit dieser Saison hatte Ulreich bei den Münchnern zudem Konkurrenz durch Alexander Nübel bekommen. Der Transfer des acht Jahre jüngeren Ex-Schalkers hätte keinen allzu großen Einfluss auf Ulreichs Entscheidung gehabt, denn der Keeper hatte die Rolle als Ersatzmann ohnehin satt: „Unabhängig von seinem Wechsel: Ich hätte mich nicht damit zufriedengegeben, noch ein Jahr auf der Bank zu sitzen und nicht regelmäßig Spiele zu bekommen.“

Spaß unter Kumpels: Mit seinem früheren Konkurrenten Manuel Neuer habe Ulreich ein „super Verhältnis.“ Diese Beziehung „werden wir über die Distanz sicher aufrechterhalten. Er ist ein toller Mensch mit einem tollen Charakter.“

FC Bayern München: Sven Ulreich vom FCB enttäuscht: „Das hätte man anders lösen können“ 

Alles in allem ist Ulreich dem FC Bayern sehr dankbar. In fünf Jahren gewann der frühere Stuttgarter insgesamt 14 Titel* und war in der Mannschaft sowie auch bei Fans sehr beliebt. Der 32-Jährige blickt auf eine erfolgreiche Zeit an der Isar, es bleibt allerdings auch ein kleines Gschmäckle, wie es in seiner schwäbsichen Heimat heißt. Dass er erst von dem Wechsel erfahren habe, als dieser auch öffentlich bekanntgegeben wurde, habe ihn enttäuscht: „Wir haben schon vorab immer mal wieder Infos bekommen, dass an den Gerüchten was dran ist und dieser Wechsel kommen könnte. Und es stimmt, ich wurde darüber erst im Flieger informiert, während der Transfer fast zeitgleich offiziell bekannt wurde. Das hätte man anders lösen können.“, meinte der Neu-Hamburger.

Wie es beim FC Bayern im Tor unterdessen weitergeht, hat für Ulreich indes keine Priorität mehr. „Alex ist ein talentierter Torhüter. Natürlich muss er sich noch weiterentwickeln und konnte in den letzten Jahren nicht so viel Bundesligaerfahrung sammeln.“ Ob Nübel perspektivisch den 34 Jahre alten Neuer ersetzen könne, „das mag ich nicht zu beurteilen“, sagte Ulreich. (as) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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