Machtkampf beim FC Barcelona

Heftige Vorwürfe gegen Barca: Messi-Klub „wirtschaftlich und moralisch bankrott“?

Der FC Barcelona befindet sich in einer schweren Führungskrise. Gerade erst sind einige Vize-Präsidenten zurückgetreten. Nun gibt es die nächsten Vorwürfe. 

  • Der FC Barcelona ist wohl hoch verschuldet.
  • Mehrere Klubdirektoren sind bereits zurückgetreten.
  • Präsidentschafts-Kandidat übt nun heftige Kritik gegen Josep Maria Bartomeu

Barcelona - Während der Sport und der Fußball auch in Spanien aufgrund der Corona-Krise* aussetzen müssen, befindet sich der FC Barcelona in einer Führungskrise. Vor allem Präsident Jose Maria Bartomeu muss sich derzeit viel Kritik anhören.

Wie Victor Font, einer der Präsidentschafts-Kandidaten für 2021 behauptet, ist der Klub „wirtschaftlich bankrott und im moralischen Zerfall“. Das schreibt er in einem offenen Brief auf der Homepage seiner Kampagne „Sí als Futur“. 

FC Barcelona: 390 Millionen Euro für drei Spieler

Dass der weltberühmte Klub aus Katalonien so hoch verschuldet ist, wird vor allem Bartomeu angekreidet. Die Bild berichtet, dass der 57-Jährige unter anderem zwei neue Kredite für Spielertransfers aufgenommen haben soll. Zur Erinnerung: In den vergangenen drei Jahren gab Barca rund 390 Millionen Euro alleine für die drei Spieler Antoine Griezmann, Ousmane Dembele und Philippe Coutinho aus. 

Außerdem soll Bartomeu eine Social-Media-Agentur für zu viel Geld angeheuert haben. Font fordert nun vor allem Transparenz und die Offenlegung des Schuldenbergs. 

FC Barcelona: Sechs Klubdirektoren haben sich verabschiedet 

Bereits in den vergangenen Tagen traten sechs Klubdirektoren zurück, weil sie sich mit dem Vereinspräsidenten überworfen haben. Unter anderem forderten sie vorgezogene Neuwahlen. 

Auch die Spieler hatten während der Corona-Krise Probleme mit der Vereinsführung. Dabei wurde der Gehaltsverzicht der Profis diskutiert. Probleme, die schon Toni Kroos bei Real Madrid hatte. Superstar Lionel Messi hatte der Führung vorgeworfen, öffentlich Druck auf die Spieler ausgeübt zu haben, obwohl diese sowieso vorgehabt hätten, auf Teile ihres Salärs zu verzichten. 

Jetzt steht Bartomeu von allen Seiten unter Druck. Ob er die Corona-Zeit noch übersteht, bleibt abzuwarten. Auch zwischen dem FC Arsenal und Ex-Nationalspieler Mesut Özil soll es Spannungen geben - Top-Verdiener Özil möchte wohl nicht auf sein Gehalt verzichten. Übrigens gibt es auch beim FC Bayern München Spieler-Probleme mit der Vereinsführung. So soll die Vertrauensbasis mit Manuel Neuer stark erschüttert sein. 

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Rubriklistenbild: © dpa / Joan Valls, Urbanandsport

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