Bild: Ludvig Thunman/dpa

Seit die Enthüllungsplattform Football Leaks erstmals über die konkreten Pläne einer Super-Liga berichtet hat, polarisiert das Thema innerhalb der Fußballwelt. Jetzt hat sich ein Verband englischer Fangruppen zum geplanten Wettbewerb geäußert.

  • Englische Fangruppen positionieren sich gegen eine Super-Liga.
  • Sie befürchten Konsequenzen für die nationalen Wettbewerbe.
  • Auch aus Deutschland kommt Widerstand.

In einer gemeinsamen Stellungnahme kündigten mehrere Fangruppen von Vereinen aus der Premier League an, sich den Plänen zu widersetzen. Insgesamt listeten sie sechs Gründe auf, die gegen eine Super-Liga sprechen.

Super-Liga würde die nationalen Wettbewerbe schwächen

Der Terminkalender für englische Vereine und ihre Fans ist ohnehin sehr voll. Neben den 38 Spieltagen der Premier League finden auf der Insel jährlich zwei Pokalwettbewerbe statt (FA Cup und League Cup).

Den aktuellen Plänen der Super-Liga entsprechend, würden vierzehn weitere Begegnungen in diesem neuen Wettbewerb für die teilnehmenden englischen Vereine hinzukommen. Die Fans befürchten Konsequenzen für die nationalen Wettbewerbe in England.

„Es wäre das Ende für den League Cup. Der FA Cup könnte nur noch unter der Woche ausgetragen werden und die Premier League müsste sich auf 18 oder sogar 16 Mannschaften reduzieren“, schreibt die „Football Supporters Federation“ in ihrer Stellungnahme.

Fans wollen keine Konzentration auf einige wenige Vereine

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Super-Liga lässt die Schere zwischen großen und kleinen Klubs weiter auseinanderklaffen. Allein die TV-Gelder, die auch in der Bundesliga stetig steigen, würden neue Dimensionen erreichen.

Die englischen Fangruppierungen sagen: „Wenn die gesamten TV-Gelder auf die europäischen Elite-Klubs aufgeteilt werden, hat das negative Folgen für alle anderen englischen Ligen und Vereine.“

Bemerkenswert: Unter den Unterzeichnern der Stellungnahme befinden sich auch Fans von Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City und Manchester United. Football Leaks listet die Klubs als „Gründungsmitglieder“ der Super-Liga auf.

Widerstand kommt auch aus Deutschland

Kritik an den Plänen der Super-Liga kommt nicht nur aus England. So machten die Fans von Borussia Dortmund beim Spiel gegen Bayern München ihre Meinung zum geplanten Wettbewerb deutlich.

Auf einem Banner in der Südtribüne stand: „Borussia Dortmund darf kein Teil einer geschlossenen Elite-Liga sein! Nein zur Super League!“

Die Fans von Borussia Dortmund positionieren sich klar gegen die geplante Super-Liga. Foto: Ina Fassbender/dpa

Aber auch von offizieller Seite gibt es aus Deutschland Widerstand. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) lehnte die vorliegenden Reformvorschläge für die internationalen Vereinswettbewerbe ab 2024 ab.