DFB-Pokal Viertelfinale

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Torjubel
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Die Mannschaft von Holstein Kiel bejubelt ein Tor gegen Rot-Weiss Essen.
Auftakttreffer
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Kiels Alexander Mühling erzielt das 1:0 gegen RWE per Elfmeter.
Tor
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Janni Serra (M) von Holstein Kiel erzielt gegen die Essener Daniel Heber (l) und Torwart Daniel Davari das Tor zur 2:0-Führung.
Endstand
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Der Endstand ist auf einer Anzeigentafel im Essener Stadion zu sehen.
Ausgeträumt
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Essens Felix Herzenbruch steht nach der Niederlage gegen Holstein Kiel enttäuscht auf dem Rasen.

Ein unberechtigter Elfmeter leitet den Sieg der Kieler in Essen ein. Der Zweitliga-Zweite steht erstmals im Pokal-Halbfinale.

Essen (dpa) - Holstein Kiels Trainer Ole Werner stieß nach dem vereinshistorischen Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale nur einen kurzen Jubelschrei aus, der geschlagene Gegner Rot-Weiss Essen haderte mit einem Skandal-Elfmeter.

Der Bayern-Schreck beendete das Cup-Märchen des Regionalligisten an der Hafenstraße und erreichte erstmals in der Vereinsgeschichte die Vorschlussrunde des DFB-Pokals. «Ich bin im Moment einfach nur platt und leer», sagte Kiels Fin Bartes, natürlich sei er aber auch glücklich nach dem 3:0 (2:0) gegen die Essener: «Wir stoßen einmal an und trinken ein, zwei Bier.»

Im zweiten Viertelfinalversuch nach 2012 klappte es mit dem Einzug in die Vorschlussrunde. Die Kieler trafen gegen den forschen Außenseiter vorentscheidend mit einem Doppelschlag innerhalb von 113 Sekunden durch Alexander Mühling (26./Foulelfmeter) und Janni Serra (28.). Allerdings schien der Elfmeter-Pfiff zur 1:0-Führung eine klare Fehlentscheidung zu sein. Kiels Finn Porath war schon im Fallen, als Essens Dennis Grote ihn berührte.

«Für mich ist das ein Riesen-Skandal», schimpfte Essens Vorstandschef Marcus Uhlig schon zur Pause bei Sky: «Da fragt man sich schon, ob da alle geschlafen haben. Und ich bin sicher: Wenn es den Elfer nicht gibt, fällt auch das 0:2 nicht.» Auch Trainer Christian Neidhart verstand nicht, warum der Video-Referee nicht eingriff, betonte aber: «Wir können alle ganz stolz sein auf die Pokalserie, die wir gespielt haben.» Für das dritte Gegentor sorgte Joshua Mees in der 90. Minute.

«Wir haben bestanden, wo andere gescheitert sind und etwas erreicht, was für unseren Verein einmalig ist. Deshalb sind wir happy», sagte Kiels Trainer Werner: «Es sind noch vier Kugeln in der Trommel und wir sind dabei. Damit hätten wir vor der Saison nicht gerechnet.»

Essen, 1953 erster Pokalsieger nach dem Zweiten Weltkrieg und 1994 Finalist, verpasste es, trotz guter Leistung als zweiter Viertligist nach dem 1. FC Saarbrücken im Vorjahr ins Halbfinale einzuziehen und kann sich nun auf den Aufstiegskampf konzentrieren. Aktuell ist RWE mit drei Punkten Rückstand und einer weniger ausgetragenen Partie Zweiter der Regionalliga West hinter der U23 von Borussia Dortmund.

Die Essener Fans hatten im Stadion ein Plakat platziert mit der Aufschrift «Macht unsere Träume wahr - Aufstieg. Berlin. Europa - RWE ist wieder da». Ihr Team schien fest gewillt, das umzusetzen. Nach zehn Minuten waren 4:0 Eckbälle für den Außenseiter notiert. Die Kieler, der Nachtruhe um 3.30 Uhr von Raketen und Feuerwerkskörpern vor dem Mannschaftshotel gestört wurde, fanden dann besser ins Spiel. Sie brauchten aber das Elfmeter-Geschenk zur Führung, und legten dann eiskalt nach. Nach dem 0:2 gab es hinter dem RWE-Tor ein minutenlanges Feuerwerk.

Nach der Pause versuchte der Viertligist noch einmal alles, doch Kiel schaukelte das Ergebnis routiniert nach Hause und erhöhte noch unmittelbar vor dem Ende.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-676429/5

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