Weltmeister-Trio fehlt erneut im Kader

Löw erteilt Hummels, Boateng und Müller nächste Abfuhr - spricht aber von Hintertür mit „alternativen Szenarien“

Boateng, Müller und Hummels wurden im März 2019 aus der Nationalmannschaft aussortiert. 
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Boateng, Müller und Hummels wurden im März 2019 aus der Nationalmannschaft aussortiert. Nun hat sich Jogi Löw erneut zum Weltmeister-Trio geäußert.

Bundestrainer Jogi Löw verzichtet abermals auf Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller. Nach den aktuellen Worten des Coaches bleibt das auch noch länger so. Aktuell gebe es nur ein Szenario, das Löw zum Umdenken bewegen würde.

  • Die Bundesliga* befindet sich in der Länderspielpause und das DFB-Team* bestreitet drei Partien.
  • Wie zuletzt wurden Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller nicht nominiert.
  • Nun äußerte sich Bundestrainer Jogi Löw zur Zukunft des Weltmeister-Trios.

Update vom 10. November: Vermutlichen werden die Personalien Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng den Bundestrainer noch eine ganze Weile begleiten. Bei fast jedem öffentlichen Termin muss sich Joachim Löw die Frage gefallen lassen, ob es nicht doch ein Rückkehr des Weltmeister-Trios gibt.

Nun hat sich Löw - abermals - sehr eindeutig positioniert. „Es gibt keine Rückkehr von Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels“, so der 60-Jährige auf der DFB-PK vor dem Länderspiel gegen Tschechien. Allerdings schränkte Löw ein: „Sollte sich die Situation vor der EM grundsätzlich ändern, weil Schlüsselspieler ausfallen, dann muss ich das neu bewerten.“

DFB-Team: Löw erteilt Hummels, Boateng und Müller nächste Abfuhr - spricht aber von Hintertür 

Erstmeldung vom 8. November: Leipzig - Am Freitag gab Bundestrainer Jogi Löw seinen Kader für die anstehenden Länderspiele gegen Tschechien, die Ukraine und Spanien bekannt. Wie erwartet fehlten Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller auch diesmal im Aufgebot des DFB-Teams. Löw setzt in der Innenverteidung lieber auf Felix Uduokhai (Augsburg), Niklas Stark (Hertha) oder Robin Koch (Leeds) statt dem zuletzt stark aufspielenden Weltmeister-Duo. Ein Thomas Müller, der sich womöglich in der besten Verfassung seiner Karriere befindet, hat ebenso keinen Platz mehr in der deutschen Nationalmannschaft.

DFB-Team: Löw verteidigt Aussortierung - „wir können das jetzt nicht rückgängig machen“

Seit Löw das Trio im März 2019 degradiert hatte, gab es fast durchgehend Stimmen nach einer Begnadigung. Insbesondere bei Hummels und Müller häufte sich zuletzt das Unverständnis über die Hartnäckigkeit des Bundestrainers*. Denn der blieb stur und stellte öffentlich immer wieder klar, an seinem Entschluss festhalten zu wollen. So auch vor der anstehenden Länderspielpause.

Gegenüber dem Kicker (Montagsausgabe) erteilte Löw dem Weltmeistertrio jetzt prompt die nächste Absage: „Wir haben uns grundsätzlich dazu entschieden, diese Spieler nicht zu nominieren, daran hat sich jetzt nichts geändert“, meinte Löw und fügte an: „Wir können das jetzt nicht rückgängig machen.“

Insbesondere Thomas Müller und Mats Hummels überzeugten zuletzt. Aber auch Jerome Boateng befindet sich auf dem Weg zurück zu alter Form. Der Verteidiger traf jüngst sogar in der Champions League gegen Salzburg.

DFB-Team: Bundestrainer gibt wiedererstarkten Weltmeistern keine Chance - verständlich?

Doch genau das fordern immer mehr Fans. In einer tz.de-Umfrage votierten beispielsweise 86 Prozent für eine Müller-Rückkehr ins DFB-Team. Doch zu der wird es aller Voraussicht nach nicht kommen. ´Egal, wie gut ihr spielt, ich werde euch nicht mehr nominieren´ - Löws Aussagen können fast nur so aufgefasst werden. Denn sportlich gesehen kommt der Bundestrainer* zumindest an Hummels und Müller eigentlich nicht vorbei.

DFB-Team: Löw spricht über Hintertür - „dann werde ich über alternative Szenarien nachdenken“

Für Löw gibt es insgesamt nur ein Szenario, das ihn veranlassen würde, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken: „Wenn sich im nächsten Jahr durch Ausfälle von Schlüsselspielern bei uns eine völlig neue Situation ergibt, werde ich das entsprechend bewerten und über alternative Szenarien nachdenken.“

Dass Löw seinen Standpunkt auch unabhängig von der Personallage im Kader noch einmal ändert, ist unwahrscheinlich. In der Vergangenheit hatte sich der 60-Jährige nicht in Personalfragen reinreden lassen. Der Erfolg gab ihm recht. Nun, knapp zehn Monate vor der Europameisterschaft, ist von erfolgreichen Tagen der Nationalmannschaft* jedoch wenig zu sehen. Das DFB-Team scheint das Siegen verlernt zu haben. Folglich ist auch der Trainer nicht mehr unumstritten. Entscheidet die EM über seine Zukunft? Möglich. Egal ob mit oder ohne Hummels, Boateng und Müller. (as) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks