Neuer DFB-Präsident: Mehr Bundespräsident als Bundeskanzler

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Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel vor dem DFB-Logo. Foto: Arne Dedert/dpa

Der neue DFB-Präsident soll mehr Bundespräsident als Bundeskanzler sein. So sieht das neue Stellenprofil nach der Strukturreform im Verband aus.

Ein neuer DFB-Präsident ist noch immer nicht gefunden. Zumindest scheint das Stellenprofil ausgearbeitet zu sein.

  • Auf dem DFB-Bundestag am 27. September soll der neue DFB-Präsident gewählt werden.
  • Das Amt wird einer Reform unterzogen.
  • Ein wichtiger Passus soll aus der DFB-Satzung gestrichen werden.

Seit dem Rücktritt von Reinhard Grindel (57) operiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ohne ein gewähltes Oberhaupt. Neben der Suche nach einem Nachfolger beschäftigt sich die Komission um die Interimspräsidenten Rainer Koch (60) und Reinhard Rauball (72) mit einer Reform des Amtes. Und die nimmt offenbar Formen an.

Künftiger DFB-Präsident soll nicht mehr im operativen Geschäft agieren

Wie der kicker in seiner aktuellen Ausgabe (4. Juli) berichtet, soll der auf dem DFB-Bundestag am 27. September zu wählende DFB-Präsident künftig nicht mehr "Mädchen für Alles" sein. "Eher Bundespräsident als Bundeskanzler" beschreibt das Sportmagazin das neue Stellenprofil.

Der bisherige Leitsatz des Amtes, dass der Präsident die "Richtlinienkompetenz für alle Bereiche" besitzt, soll entsprechend aus der DFB-Satzung gestrichen werden.

Laut kicker umfasst das neue Tätigkeitsfeld vor allem die Außenrepräsentanz und die Moderation der DFB-Präsidiumssitzungen. Zudem soll der neue DFB-Präsident möglichst fußballaffin, wirtschaftlich kompetent und finanziell unabhängig sein.

Neuer DFB-Präsident nicht in FIFA und UEFA vertreten?

Das operative Geschäft soll hingegen als Teil der DFB-Strukturreform komplett in die neugegründete DFB GmbH übergehen. Neben weiteren Gesellschaften wie der EURO 2024 GmbH, der Reisebüro GmbH und der Deutsches Fußballmuseum GmbH soll im Zuge dessen zudem eine Schiedsrichter GmbH geplant sein.

Unklar ist noch, wer den DFB künftig in der FIFA und der UEFA vertritt. Bisher übernahm der DFB-Präsident diese Aufgaben. Das muss in Zukunft nicht mehr zwingend der Fall sein. Karl-Heinz Rummenigge (63) machte sich zuletzt über einen entsprechenden Vorstoß von Peter Peters (56) in diese Richtung lustig.

Nachfolge von Grindel: Es hagelt Absagen

Während die Strukturreform im DFB weitestgehend ausgearbeitet zu sein scheint, ist die Nachfolge von Grindel noch immer nicht geklärt. Laut Spiegel haben mit dem früheren Adidas-Chef Herbert Hainer (65), dem langjährigen Aufsichtsratschef der Commerzbank Klaus-Peter Müller (74) und CDU-Politiker Thomas de Maiziére (65) drei Kandidaten eine Absage erteilt.

Zwischenzeitlich wurde auch Ex-Profi Christoph Metzelder (38) als DFB-Präsident gehandelt. Der frühere S04- und BVB-Spieler hat sich jedoch für eine andere berufliche Zukunft entschieden.