Bild: Chokri Mahjoub/ZUMA Wire/dpa

Eklat im afrikanischen Champions-League-Finale. In der 59. Spielminute musste das Spiel abgebrochen werden. Ein Novum im afrikanischen Fußball. Der Grund ist kurios und zugleich absurd. Auslöser war der Videobeweis. Sogar die Polizei musste eingreifen.

  • Beim afrikanischen Champions-League-Finale kam es zu einem Eklat.
  • Auslöser war ein nicht funktionierender Videobeweis.
  • Eine offizielle Stellungnahme wird am Dienstag (4. Juni) erwartet.

Was war passiert? Im Final-Rückspiel glich Wydad Casablanca gegen Esperance Tunis zum 1:1 aus – zumindest vermeintlich. Denn: Der Schiedsrichter Bakary Gassama (40) erkannte den Treffer nicht an. Sehr zum Ärger der Marokkaner, die daraufhin vehement auf den Videobeweis bestanden.

Spieler und Verantwortliche wussten nichts vom nicht funktionierenden Videobeweis

Schlecht nur, dass dieser gar nicht funktionierte. Dies teilte man jedoch offenbar nur den Offiziellen vor Spielbeginn mit, wie der Focus berichtet. Für Spieler und Verantwortliche blieb die Panne im Verborgenen. Jedenfalls bis zur besagten 59. Spielminute.

Wydad Casablanca weigert sich Spiel fortzusetzen

Was danach geschah, lässt sich bestenfalls als kurios beschreiben. Da der Schiedsrichter die Entscheidung nicht überprüfen konnte, weigerte sich der Klub aus Casablanca weiterzuspielen.

Über eine Stunde diskutierten die Verantwortlichen daraufhin hitzig. Im Stadion spielten sich tumultartige Szenen ab. Infolgedessen musste das Spiel beim Stand von 1:0 für Espeance Tunis abgebrochen werden. Die Premier League setzt deshalb auf maximale Transparenz beim Videobeweis.

Flaschen und Gegenstände flogen aufs Spielfeld

Der tunesische Klub Esperance Tunis gewann somit den Titel. Obwohl das Spiel gar nicht über die volle Spielzeit ausgetragen wurde. Ein echtes Novum in afrikanischen Vereinsfußball. Wie die WAZ berichtet, warfen Zuschauer Flaschen und Gegenstände auf den Platz.

Bei Trainern und Offiziellen wird dieses Fehlverhalten ab der kommenden Saison übrigens bestraft.

Laut Focus Online musste sogar die Polizei eingreifen. Ein Tunis-Fan versuchte offenbar in Richtung Gästebank zu stürmen. Eine offizielle Stellungnahme des afrikanischen Verbands (CAF) wird am Dienstag (4. Juni) erwartet.

Auch in der Bundesliga sorgte der Videobeweis schon für reichlich Diskussionsstoff. So ärgerten sich beispielsweise die S04-Fans im Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

Hat der Videobeweis-Eklat Auswirkungen auf den Afrika-Cup?

Der ehemalige Nationaltorwart Ägyptens, Essam El-Hadary (46), befürchtet sogar Auswirkungen auf den Afrika-Cup. Der 46-Jährige äußerte sich via Twitter wie folgt:

„Was heute im Spiel zwischen Tunis und Casablanca passiert ist, könnte negative Auswirkungen auf die Reputation des afrikanischen Fußballs haben. Afrika lebt ohnehin bereits isoliert auf dieser Welt.“

So zitierte der Focus den ehemaligen ägyptischen Nationaltorhüter Essam El-Hadary.

Glänzende Voraussetzungen also für den Afrika-Cup, der am 21. Juni startet. Zudem wird insbesondere die Handspielregel oft und gerne kritisiert. So ändert sich die Handspielregel in der Bundesliga in der kommenden Saison.