Fall Metzelder: Deshalb übernimmt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen

Christoph Metzelder. Foto: Oliver Killig/dpa

Christoph Metzelder (38) steht unter Verdacht, Kinderpornografie verbreitet zu haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen gegen den deutschen Ex-Nationalspieler übernommen.

  • Angeblich soll das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg Fotos zugespielt bekommen haben, die sexuelle Handlungen an Minderjährigen zeigen.
  • Christoph Metzelder wird verdächtigt, diese Fotos per WhatsApp verschickt zu haben.
  • Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen gegen Metzelder übernommen.

Christoph Metzelder: Staatsanwaltschaft Düsseldorf übernimmt Ermittlungen

Update, Mittwoch (18. September), 16.21 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Ermittlungen im Fall Metzelder übernommen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen den Ex-Fußballprofi ermittelt. Jetzt seien die Ermittlungen abgegeben worden, zitiert der Spiegel die Sprecherin der Ermittlungsbehörde in Hamburg.

Weil die Anzeige gegen Metzelder in Hamburg erstattet worden sei, seien die Ermittlungen zunächst auch dort geführt worden.

Der „vorrangige mutmaßliche Tatort“ befinde sich jedoch an seinem Wohnort in Düsseldorf, so Sprecherin Liddy Oechterding. Deshalb seien die Ermittlungen gegen Metzelder dorthin abgegeben worden.

Fotos sollen aus Pädophilen-Kreisen im Internet stammen

Update, Freitag (13. September), 11.21 Uhr: Die Bunte (Printausgabe vom 13. September), will erfahren haben, was auf den von Christoph Metzelder verschickten Fotos zu sehen sein soll. Demnach seien auf den Bildern keine Personen aus dem direkten Umfeld des früheren Fußball-Profis abgebildet.

Stattdessen handle es sich laut Bunte um solche Fotos, die von Pädophilen im Internet getauscht werden. Weiter berichtet das Blatt, dass die 15 Fotoaufnahmen zwischen dem 10. und 13. August von Metzelder an seine Partnerin verschickt worden sein.

Die habe sich zunächst einer Freundin anvertraut, die sich wiederum an die Bild gewandt haben soll. Nach Kontaktaufnahme mit der Polizei erfolgte eine Hausdurchsuchung, bei der wohl ein Mobiltelefon, ein Apple-Computer und eine Festplatte beschlagnahmt wurden.

Verdacht der Kinderpornografie: So reagiert die Stiftung des früheren Profis

Update, Dienstag (10. September), 19.33 Uhr: „Christoph Metzelder wird seine Ämter bei der Stiftung bis zur finalen Aufklärung des Ermittlungsverfahrens ruhen lassen“, heißt es in einer Stellungnahme der „Metzelder-Stiftung“.

Und weiter: „Mit Blick auf das laufende Verfahren wird die Stiftung keine weiteren Stellungnahmen abgeben“, teilen Mitglieder des Vorstands mit.

Update, Freitag (6. September), 6.50 Uhr: Wie die Bild heute berichtet, haben sich nun IT-Spezialisten an die Arbeit gemacht, die sichergestellten Datenträger auszuwerten. Allerdings könne das Monate dauern.

IT-Spezialisten sollen nun Datenträger von Metzelder untersuchen

Ermittler der Polizei hatten sowohl Smartphone als auch Computer vom 38-Jährigen sichergestellt. Vor allen Dingen vom Smartphone erhoffen sich die Fahnder Erkenntnisse.

Das Problem: Die Fahnder müssen alles genau Aufarbeiten und durchsuchen. Dabei gibt es neben dem Pin auch Hürden wie gelöschte und verschlüsselte Dateien sowie die Menge an Daten.

Die gefundenen Bilder sollen schließlich laut Bild mit den bereits bekannten Bildern und Dateien vom Bundeskriminalamt (BKA) verglichen werden.

Existenz der Bilder reicht nicht aus – eine Verbindung zum Eigentümer muss nachvollzogen werden

Für die Ermittler gehe es laut Bild nicht nur darum, die Existenz der Fotosnachzuweisen, sondern auch um die Verbindung der Bilder mit der Datenträger (Smartphone, Computer) mit dem Eigentümer – in dem Fall Metzelder.

Update, Donnerstag (5. September), 11.52 Uhr: Die Vorwürfe gegen Metzelder haben angeblich weitere Folgen. Nach Spiegel-Informationen prüft der DFB derzeit, die Trainer-Ausbildung des ehemaligen deutschen Nationalspielers zu beenden oder ruhen zu lassen. Der Prüfauftrag sei am Mittwoch (4. September) ergangen.

Der 38-Jährige war am Montag (2. September) an der Sportschule Hennef bei Bonn von Ermittlern abgefangen worden. Er belegt dort einen Kurs zum Fußballlehrer.

Der DFB zeigte sich nach Spiegel-Angaben schockiert über die Ermittlungen gegen Metzelder. Die Nachricht habe „alle aus den Latschen gehauen“. Die Anschuldigungen sprengten jede Vorstellungskraft.

Ex-Profi lässt Ämter beim TuS Haltern ruhen

Update, Donnerstag (5. September), 10.38 Uhr: Der TuS Haltern hat sich bereits am Mittwoch in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Christoph Metzelder geäußert. Demnach wird der 38-Jährige bis zur Aufklärung des Verfahrens sämtliche Ämter in seinem Heimatverein ruhen lassen.

Der Ex-Fußballprofi ist seit 2014 Vorsitzender des TuS Haltern und trainierte bis zuletzt die U19. Metzelder habe mit viel Engagement zum Erfolg des Vereins beigetragen. „Für uns gilt die Unschuldsvermutung“, sagte Tobias Radas, stellvertretender Vorsitzender des TuS Haltern.

„Bild“ informierte offenbar die Ermittler in Hamburg

Update, Donnerstag (5. September), 9.27 Uhr: Offenbar hat die „Bild“-Zeitung selbst die Ermittlungen gegen Metzelder ins Rollen gebracht. Ein Sprecher der Polizei Hamburg sagte demnach, dass die Zeitung selbst an die Ermittler herangetreten sei. Anschließend seien sofort strafrechtliche Ermittlungen gegen den Ex-Fußballer einzuleiten gewesen.

Die Polizei Hamburg hatte zunächst gesagt, dass die Zeugin Anzeige erstattet habe, nachdem sie die Fotos bekam. Später hieß es, die Frau sei nicht aktiv auf die Polizei zugegangen. Derzeit ist unklar, ob die Frau überhaupt Anzeige erstattet habe.

Von Metzelder gesendete Fotos sollen sexuelle Handlungen an Minderjährigen zeigen

Update, Donnerstag (5. September), 08.47 Uhr: Die sichergestellten Fotos auf dem Handy der Zeugin sollen sexuelle Handlungen an unter 14-Jährigen zeigen. Das berichtet der Spiegel.

+++ Prozess um Kindesmissbrauch in Lügde: Urteil gegen Haupttäter gesprochen +++

Metzelder soll die Aufnahmen zuvor auf das Handy der Frau geschickt haben. Da diese aus Hamburg stammt, ermittelt das dortige LKA und nicht das in Düsseldorf, wo der 38-Jährige wohnt.

Die Ermittler werten derzeit unter anderem einen Laptop und das Handy von Metzelder aus. Er selbst schweigt laut Spiegel-Angaben bisher zu den Vorwürfen.

ARD lässt Zusammenarbeit mit dem TV-Experten ruhen

Update, Mittwoch (4. September), 17.50 Uhr: Im Oktober wird in Bad Driburg ein Fußballcamp vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), das eigentlich mit Metzelder geplant war, ohne den 38-Jährigen stattfinden. Der Ex-Nationalspieler sollte unter anderem mit den teilnehmenden Kindern einen Trainingseinheit absolvieren.

„Das Camp findet statt, aber es wird ohne Herrn Metzelder durchgeführt. Wir werden die Eltern in den kommenden Tagen darüber informieren“, so Gesa Hauschild vom DJH.

Update, Mittwoch (4. September), 13.49 Uhr: Nun hat auch die ARD sich zur Causa Metzelder geäußert. Der Sportkoordinator Axel Balkausky (57) teilte mit, dass man vorerst auf die Zusammenarbeit mit dem neuen TV-Experten verzichte.

Preußen Münster äußert sich zum Fall Metzelder

Update, Mittwoch (4. September), 13.20 Uhr: Der Drittligist SC Preußen Münster hat eine Stellungnahme zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Fall Metzelder abgegeben. Der Ex-Fußballprofi ist Mitglied im Aufsichtsrat des Fußballklubs.

Der Verein teilt mit: „Für uns gilt die Unschuldsvermutung als eines der zentralen rechtsstaatlichen Grundprinzipien. Wir haben großes Vertrauen in die Mechanismen dieses Rechtsstaates und in die zuständigen Behörden.“ Weitere Stellungnahmen will der Verein wegen des laufenden Verfahrens nicht abgeben.

Es gibt Ermittlungen – das hat die Staatsanwaltschaft bestätigt

Update, Mittwoch (4. September), 10 Uhr: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornografie gegen den Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder. Das bestätigte Liddy Oechtering, Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, am Mittwochmorgen gegenüber n-tv.

Metzelder sei laut dem Bericht jedoch auf freiem Fuß. Im Laufe des Tages wollen die Ermittler eine Stellungnahme abgeben.

Angeblich hat Metzelder Bilder Fotos via WhatsApp verschickt

Ursprungsmeldung: Wie die Bild berichtet, fand der Einsatz in Hennef in der Nähe von Sankt Augustin am Dienstagmittag gegen 13.45 Uhr statt. Vor der Sportschule stellten die Fahnder den Ex-Fußballprofi Metzelder und verließen zusammen mit ihm das Gelände.

Nach Bild-Informationen sollen die Fahnder außerdem das Handy des ehemaligen Nationalspielers sichergestellt haben. Demnach soll sich vor drei Wochen eine Frau bei der Polizei in Hamburg gemeldet haben. Sie legte den Ermittlern offenbar mindestens 15 Fotos von Kinderpornografie vor.

Ex-Freundin belastet ehemaligen Bundesligaprofi

Sie soll behauptet haben, Metzelder habe ihr diese Bilder per WhatsApp geschickt. Die Hamburgerin soll außerdem seit über einem Jahr eine Beziehung mit dem Ex-Fußballer, der unter anderem für Schalke und den BVB gespielt hat, führen.

Folgendes bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg gegenüber der Boulevardzeitung: „Wir führen ein Ermittlungsverfahren gegen einen 38-jährigen Deutschen wegen des Verdachts der Verbreitung von kinderpornografischen Schriften, dazu gehören auch digitale Bildaufnahmen.“

In diesem Zuge habe man beim Amtsgericht Hamburg Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, die nun vollstreckt würden.

Razzia im Haus von Metzelder

Gegen 17 Uhr soll Christoph Metzelder dann in Begleitung der Polizei an seinem Haus im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf angekommen sein. Eine Hausdurchsuchung folgte.

Bei der Razzia im Haus von Metzelder, der in den vergangenen Jahren als TV-Experte für Sky gearbeitet hat, haben es die Ermittler des Hamburger LKA 42 offenbar auf Datenträger und Computer abgesehen. Hier könne man möglicherweise weiteres belastendes Material finden.

„Die Ermittlungen dauern an, wir müssen die sichergestellten Beweismittel auswerten“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber Bild. Einen Haftbefehl vollstreckten die Beamten nicht. Nach der Durchsuchung blieb Metzelder allein in seinem Haus zurück.