Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Der deutsche Frauenfußball nimmt Traditionsvereine wie den BVB und Schalke in die Pflicht. Das steckt hinter der Forderung.

  • Die deutsche Nationalspielerin Lina Magull (24) zeigte sich in einem FAZ-Interview verärgert über den BVB.
  • Insbesondere die deutsche Frauen-Bundesliga leidet unter mangelndem Medieninteresse.
  • Traditionsvereine wie auch der S04 können dem deutschen Frauenfußball dabei helfen, dieses Problem zu lösen, sagt Julia Simic (30).

Die Forderungen der deutschen Fußball-Frauen werden lauter. Traditionsvereine müssen sich endlich mehr am Frauenfußball beteiligen! Bislang stellen sieben Vereine, die auch in der 1. Bundesliga der Herren vertreten sind, eine Mannschaft in der 1. Frauen-Bundesliga.

VfL Wolfsburg und Bayern München sind Vorreiter im Frauenfußball

Vorreiter sind hier beispielsweise der VfL Wolfsburg und Bayern München. Auch Bayer Leverkusen und Borussa Mönchengladbach schicken eine Mannschaft in der Frauen-Bundesliga an den Start.

BVB und S04 sind im Frauenfußball gefragt. Nationalspielerin Lina Magull stellt Forderungen an die Ruhrpott-Vereine Foto: Sebastian Gollnow/dpa
BVB und S04 sind im Frauenfußball gefragt. Nationalspielerin Lina Magull stellt Forderungen an die Ruhrpott-Vereine Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Das ist allerdings zu wenig! Zu diesem Urteil kam nicht zuletzt die deutsche Nationalspielerin Lina Magull (24) in einem Interview mit der FAZ. Die 24-jährige Spielerin von Bayern München zeigte sich besonders verärgert über Borussia Dortmund.

„Es gibt so viel Potenzial im Ruhrpott und in Dortmund. Da könnte man mit dem BVB wirklich was bewegen. Viele gute Spielerinnen haben schon gesagt, dass sie sofort für den BVB spielen würden“

Lina Magull im Interview mit der FAZ

Vereine wie Borussia Dortmund und Schalke hätten also gute Karten bei den Top-Spielerinnen. Dennoch verzichten beide Vereine derzeit auf eine Frauen-Mannschaft.

Auch der DFB stand zuletzt in der Kritik. Reporterin Jacqueline Dreyhaupt (46) bemängelte im ARD-Mittagsmagazin, dass Männer und Frauen im dort nicht gleichberechtigt seien.

„Traditionsvereine müssen sich endlich am Frauenfußball beteiligen“

Neben Magull zog mit Julia Simic (30) eine weitere renommierte Ex-Spielerin nach. In ihrer Sport1-Kolumne im Rahmen der Frauen-WM nahm sie ebenfalls die deutschen Traditionsvereine in die Pflicht.

Einer der wichtigsten Punkte ist für mich: Große Vereine wie Borussia Dortmund, Schalke 04 und Hertha BSC müssen sich endlich auch am Frauenfußball beteiligen.

Ex-Nationalspielerin Julia Simic bei Sport1

Woher kommen die plötzlichen Forderungen der deutschen Fußball-Frauen? Der Grund ist einfach: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat ihre Spitzenposition im Frauenfußball längst eingebüßt. Im Viertelfinale der Weltmeisterschaft musste sie sich Schweden mit 1:2 geschlagen geben.

Sie verpasste damit die Olympia-Qualifikation und damit auch dringend benötigtes Medieninteresse. Nationen wie beispielsweise England haben den DFB-Frauen momentan den Rang abgelaufen. Das kommt nicht von ungefähr. Im Vereinigten Königreich boomt der Frauenfußball.

Women’s Super League mit mehreren Hochkarätern am Start

In der Women’s Super League, der höchsten Spielklasse der Frauen in England, tummeln sich Hochkaräter wie der FC Chelsea, der FC Arsenal, Manchester City und der FC Liverpool. Allesamt Mannschaften, die ebenfalls bei den Männern erfolgreich sind.

Julia Simic (l.) spielte unter anderem für Bayern München, den VfL Wolfsburg, den SC Freiburg und West Ham United. Foto: Peter Steffen/dpa

Das Medieninteresse an der englischen Frauen-Liga ist folglich gestiegen. Die deutsche Frauen-Bundesliga hinkt in diesem Punkt derweil hinterher. Wie die FAZ Anfang April 2019 titelte, steckt der deutsche Frauenfußball in einer „Vermarktungskrise“.

Nur mit großer Mühe konnte mit „Flyeralarm“ ein neuer Namenssponsor für die Frauen-Bundesliga gefunden werden, wie die FAZ berichtete. Daher kommt die Forderung der deutschen Frauen nicht von ungefähr.

BVB und S04 könnten den deutsche Frauen-Bundesliga beleben

Vereine wie der BVB, Schalke und Hertha BSC könnten dabei helfen, den deutschen Frauen deutlich mehr Medieninteresse zu generieren. Hierbei kann offenbar vor allem der fußballverrückte Ruhrpott mit seinen tollen Fans den deutschen Frauenfußball zurück auf die Überholspur hieven.