Uli Hoeneß droht DFB mit Boykott - wenn aus Respekt Mitleid wird

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Uli Hoeneß, Präsident vom FC Bayern München. Foto: Peter Kneffel/dpa

Uli Hoeneß droht dem DFB mit einem Boykott. Beim FC Bayern München ist aus Respekt längst Mitleid geworden. Ein Kommentar.

Die Verantwortlichen vom FC Bayern München sparen keine Gelegenheit aus, sich öffentlich zu Wort zu melden. Besonders bei Uli Hoeneß (67) wird es mit jedem Auftritt hanebüchener. Ein Kommentar.

  • Uli Hoeneß sorgt für den nächsten peinlichen Auftritt des Rekordmeisters.
  • Sollte Marc-André ter Stegen Manuel Neuer ersetzen, droht er dem DFB mit einem Boykott.
  • Aus Respekt vor dem FC Bayern München ist in den vergangenen Jahren Mitleid geworden.

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Bayern München schießt einen Vogel nach dem nächsten ab

Wer geglaubt hat, mit der legendären Pressekonferenz unter dem Namen "Stellungnahme zu den Medienberichten" im Oktober 2018 sei der Gipfel der Münchener Peinlichkeit erreicht, hat sich gewaltig geirrt.

Im Februar folgte der viel zitierte "Wenn Sie wüssten,..."-Auftritt im Sport1-Doppelpass. Anstelle der groß angekündigten Transferoffensive gab es mit Ivan Perisic (30) und Philippe Coutinho (27) zwei Last-Minute-Transfers für Bayern München.

Drohung an DFB: Uli Hoeneß schreibt mit Aussagen zu Neuer neues Kapitel

Nicht weniger deplatziert sind die jüngsten Drohungen von Uli Hoeneß in der Debatte um Manuel Neuer (33) und Marc-André ter Stegen (27). Bevor ein Wechsel im DFB-Tor stattfindet, "werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen", kündigte der Präsident des Rekordmeisters gegenüber SportBild an.

Die Aussagen von Uli Hoeneß zeigen zwei Dinge ganz deutlich: Erstens hat der 67-Jährige offenbar noch immer nicht verstanden, dass Bayern München nicht über die Geschicke in der Nationalelf entscheidet. Und zweitens ist er als Fußballfunktionär längst aus der Zeit gefallen.

Uli Hoeneß: Als Präsident nicht mehr zeitgemäß

Vom alten Uli Hoeneß, der den FC Bayern München als gewitzter Manager zum Ligakrösus und mitgliederstärksten Sportverein der Welt geführt hat, ist nicht mehr viel übrig. Seine Entscheidung zukünftig auf sein Amt als Präsident zu verzichten, ist eine der wenigen klugen Ankündigungen der vergangenen zwei Jahre.

Bleibt zu hoffen, dass unter der Regie von Oliver Kahn (50) ein neues Zeitalter an der Säbener Straße anbricht. Eines, in dem beim Gedanken an Bayern München wieder Respekt und nicht Mitleid das dominante Gefühl ist.

Bayern-Neuanfang: Auch für Hasan Salihamidžić ?

Das gilt insbesondere auch mit Blick auf die Position von Hasan Salihamidžić (42). Denn niemand war bemitleidenswerter als der Sportdirektor, dessen Autorität bei jedem gemeinsamen öffentlichen Auftritt von seinen zwei Vorgesetzten untergraben wurde.