Vom Mieten bis zum Kauf, das sollte man beachten

Vorsicht beim Treppenlift-Kauf: Verbraucherzentralen warnen

Treppe im Altbau
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Treppen können das Leben im eigenen Haus unmöglich machen.

Wenn das Treppensteigen zunehmend zur Last wird oder möglicherweise überhaupt nicht (mehr) möglich ist, muss nicht immer die gesamte Wohnsituation infrage gestellt werden. Häufig reicht die Montage eines Treppenlifts aus, um einen Umzug in eine neue Umgebung, im schlimmsten Fall sogar das Pflegeheim, zu vermeiden. 

Doch beim Treppenlift-Kauf ist Vorsicht geboten. Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern und haben kürzlich eine bundesweite Online-Umfrage gestartet, in der Verbraucher ihre Erfahrungen teilen können. 

Seriöse gegen unseriöse Treppenlift-Firmen

Zu den unseriösen Praktiken einiger Treppenlift-Anbieter zählt, dass das gesetzlich verankerte Widerrufsrecht schlichtweg verweigert wird. Teilweise versuchen die Firmen auch, den Umsatz durch unnötige und vollkommen überteuerte Wartungsverträge zu maximieren. Zwar sind Wartungsverträge durchaus sinnvoll - insbesondere bei gebrauchten Treppenliften -, doch der Abschluss einer solchen Vereinbarung, die häufig eine Garantieerweiterung beinhaltet, sollte stets optional und auf keinen Fall verpflichtend sein. 

Wie erkennt man (un)seriöse Anbieter?

Bereits vor der Angebotserstellung ist zu erfragen, ob diese kostenlos ist. Falls nicht, sollten Verbraucher schnell das Weite suchen. Denn in solch einem Fall ist damit zu rechnen, dass auch andere Serviceleistungen - z. B. eine Probefahrt des Treppenlifts - nicht unentgeltlich angeboten werden. Selbst wenn es nicht zum Kaufabschluss kommt, haben Interessenten so schon häufig viel Geld bezahlt, mit dem sich unseriöse Anbieter die Taschen füllen. 

Was darf ein Treppenlift kosten?

Wer nach Preisen für Treppenlifte googelt, der wird große Augen machen. Die hohen Preise haben mit Betrügereien nichts zu tun, sondern sind eine Tatsache. Meist lauern lediglich beim Service und Rahmenangebot die von den schwarzen Schafen der Treppenlift-Branche gestellten Fallen. 

Der reine Anschaffungspreis inkl. Einbau liegt je nach Modell zwischen 3.500 für einen klassischen Sitzlift und 15.000 Euro für einen Plattformlift. Abweichungen und die große Preisspanne ergeben sich aus der Vielzahl an Modellen und der Notwendigkeit, die Führungsschienen an die jeweiligen Treppenform anzupassen.

Finanzierungshilfen

Finanzieren lässt sich der Treppenlift-Kauf durch den Pflegekassenzuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Dieser beträgt einmalig bis zu 4.000 Euro pro Person (maximal 16.000 Euro pro Haushalt) und wird ab Pflegegrad 1 gezahlt. Unabhängig vom Pflegegrad können Verbraucher zudem eine Förderung durch die KfW beantragen. Diese bietet alternativ dazu auch einen zinsgünstigen Kredit. 

Beratung und Hilfe bei der Antragstellung von Zuschüssen gehören bei seriösen Anbietern zum Rundum-sorglos-Paket bei der Treppenlift-Beratung in Köln dazu. Sollten Berater lediglich auf den schnellen Verkauf und damit den schnellen Euro aus sein, heißt es: Finger weg! Bewertungen im Internet und zukünftig die Kartei der Verbraucherzentrale helfen bei der Anbietersuche und schützen Kunden vor den angesprochenen schwarzen Schafen, die den Ruf einer ganzen Branche beschädigen.

Gebrauchte Lifte und Miete als Alternative

Sparen können Kunden durch den Kauf eines gebrauchten Treppenlifts. Bei privaten Angeboten auf Kleinanzeigenportalen sollte man jedoch genau hinsehen. Schließlich muss irgendwer den Treppenlift einbauen. Auch der Zustand ist bei privaten Inseraten nicht sofort und eindeutig erkennbar. 

Müssen dann noch Führungsschienen separat beauftragt werden, kann es ganz schön teuer werden. Seriöse Händler bieten hingegen aufwendig gewartete Lifte samt Komplettpaket (Lift, Schienen, Einbau, Wartung und Co) an.

Wichtig: “Aufschwatzen” lassen sollte man sich einen Wartungsvertrag mit Garantieverlängerung nicht. Und schon mal garnicht sollten die optionalen Leistungen an den Verkauf gebunden sein. Hier trennt sich bei Anbietern die Spreu vom Weizen. Dennoch macht eine Garantieverlängerung, die auch bei seriösen Händlern an eine kostenpflichtige Wartung geknüpft sein kann - ähnlich wie beim Autokauf - bei gebrauchten Treppenliften Sinn. 

Miete nur bei temporärer Immobilität sinnvoll

Eine Alternative zum Treppenlift-Kauf ist die Miete im Ruhrgebiet. Allerdings muss man sich die Angebote als Kunde genau durchrechnen bzw. durchrechnen lassen. Zwar sind die Monatsraten meist sehr niedrig, bei den Einmalzahlungen für Einbau, Wartung und Ausbau am Ende der Laufzeit verlangen viele Firmen jedoch utopische Preise.

Nicht selten übersteigen die Miet-Gesamtkosten in solchen Fällen den Kaufpreis. Bei geringen Pauschalzahlungen, zum Beispiel weil keine maßgefertigten Schienen benötigt werden, sowie einer kurzen Laufzeit ist die Miete aber durchaus interessant.

Weiterführende Infos zu Treppenliften: 

●    Die technische Bezeichnung für einen Treppenlift ist “Treppenschrägaufzug”.

●    Treppenlifte für Rollstuhlfahrer verfügen über eine befahrbare Plattform (Plattformlifte).

●    Hublifte gehören zu den Senkrechtliften und sind dadurch streng genommen keine Treppenlifte. Allerdings sind sie eine platzsparende Alternative, da keine Führungsschienen benötigt werden.

●    Modelle für außen sind aus witterungsbeständigem Material gefertigt und mit einer versiegelten Antriebselektronik versehen.

●    Treppenlifte für kurvige Treppen und solche für gerade Treppen unterscheiden sich grundlegend nur durch die unterschiedlichen Führungsschienensystem.

●    Individuell gefertigte Führungsschienen können den Treppenlift-Preis deutlich erhöhen.

●    Gebrauchte Treppenlifte sollte man ausschließlich bei einem Händler kaufen, der sich an die Gewährleistungspflicht hält und optionale Garantie-Optionen anbietet.

●    Die Miete eines Treppenlifts rechnet sich nur bei einer kurzen Mietdauer und niedrigen Pauschalzahlungen.

●    Vermieter dürfen den Treppenlift-Einbau in einem Mehrfamilienhaus gemäß §554a BGB (Barrierefreiheit) nicht untersagen, wenn Mieter eine medizinische Notwendigkeit nachweisen können.

●    Eine Baugenehmigung muss für den Treppenlift-Einbau in nicht-öffentlichen Räumen nicht eingeholt werden. Lediglich die Mindestlaufbreite von 0,8 Metern (Häuser mit max. zwei Wohneinheiten) bzw. 1,0 Meter (in Häusern mit mehr als zwei Wohneinheiten) der notwendigen Treppe darf durch den Treppenlift samt Schienensystem nicht unterschritten werden.

●    Die genauen Voraussetzungen und Vorgaben sind in den Landesbauordnungen (LBO) sowie der DIN 18065 (technische Baubestimmungen) definiert.