Erst testen, dann entscheiden

Einfach ausprobieren! – Entdecke deinen Traumjob im Praktikum

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Entscheidungen zu treffen gehört ohnehin schon nicht bei jedem zu den Lieblingsbeschäftigungen. Wenn es dann auch noch so ein weitreichende ist wie die Berufswahl, macht es das nicht einfacher. Deshalb bietet ein Praktikum eine gute Möglichkeit das Unternehmen kennenzulernen.

  • Das Praktikum bietet eine gute Gelegenheit ein Unternehmen von innen zu betrachten.
  • Es gibt unterschiedliche Praktika.
  • Auch in einem Praktikum hat man als Praktikant Rechte.

Will ich studieren oder lieber eine Ausbildung machen? Bin ich eher Denker oder Anpacker, eher Teamworker oder Einzelkämpfer? Ein Ausweg aus dem Gedanken-Dilemma könnte so aussehen: Mach einfach ein paar Praktika. Schau dich um und teste ganz viel aus. So steht deine letztendliche Entscheidung garantiert auf einer soliden Grundlage.

Welche Arten von Praktika gibt es?

Das Schülerpraktikum führt dich schon ganz früh an das Berufsleben heran. Es dauert in der Regel wenige Tage bis hin zu zwei Wochen und dient vielen als erste Orientierung. Vorpraktika sind – wie der Name schon sagt – verpflichtend vor der Einschreibung zu bestimmten Studienfächern zu absolvieren. Ein Jahrespraktikum kann dir zum Beispiel dabei helfen, die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn zu überbrücken. Schlägst du dich dabei gut, kannst du manchmal anschließend die Dauer der Ausbildung verkürzen.

Wie findest du geeignete Praktikumsstellen?

Der beste Weg zum perfekten Praktikum führt über eine der unzähligen Job-Suchmaschinen im Internet. Fast alle großen Portale (monster.de, karriere.de usw.) stellen auch eine Suche nach freien Praktikumsstellen zur Verfügung. Außerdem gibt es spezialisierte Seiten, die dich ebenso ans Ziel bringen. Diese heißen praktikum.de, praktika.de, meinpraktikum.de oder praktikumsstellen.de. Die Suchergebnisse lassen sich entweder nach Ort oder nach Art des Berufes filtern. Wer es klassischer angehen will, kann auch zur Arbeitsagentur gehen und sich beraten lassen. Und ganz sicher hängen auch an der Uni noch freie Praktikumsstellen aus. Das gilt vor allem für Praktika, die im Rahmen eines Studiengangs verpflichtend absolviert werden müssen.

Worin unterscheiden sich freiwillige von Pflicht-Praktika?

Verpflichtende Praktika wie Schulpraktika, Vorpraktika oder das praktische Jahr im Medizinstudium fallen nicht unter das Berufsbildungsgesetz. Das heißt: Nicht der Staat, sondern zum Beispiel die Prüfungsordnung regelt die Rahmenbedingungen. Wie viele Stunden du täglich arbeiten musst, ob dir Urlaub eingeräumt wird oder ob du Geld für deine Leistung bekommst, ist hier eine ganz individuelle Sache. Anders sieht das bei freiwilligen Praktika aus. Diese unterliegen dem Berufsbildungsgesetz. Und das heißt, dass du unter bestimmten Voraussetzungen sogar Anspruch auf den Mindestlohn und Urlaub anmelden kannst. Jedes freiwillige Praktikum, das länger als drei Monate dauert, ist zum Beispiel so ein Fall.

Existiert eine zeitliche Höchstgrenze für Praktika?

Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht. Aber alles, was über ein Jahr hinausgeht, wird irgendwann nicht mehr als Praktikum durchgehen. Insofern wird es sich ein Unternehmen schon zweimal überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen wird. Von allen Praktikumsarten sind die Schülerpraktika sicherlich am kürzesten. Die anderen bewegen sich in der Regel zwischen einem und sechs Monaten.

Welche Regeln gibt es für die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch?

Für angehende Praktikanten gilt das gleiche wie für alle anderen Bewerber auch: Schreib eine aussagekräftige und fehlerfreie Bewerbung, verschweige unter keinen Umständen deine Stärken, gib aber auch nichts an, was du später nicht einhalten kannst. Wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, versuche, möglichst locker und du selbst zu sein. Überlege dir im Vorfeld eine schlaue Antwort auf die Frage, warum du dir ausgerechnet diesen Betrieb als Praktikumsstelle ausgesucht hast. Und sei dir dessen bewusst: Alle Fragen, die zu sehr ins Persönliche hineinzielen, brauchst du nicht zu beantworten.

Gibt es ein Recht darauf, auch wirklich etwas zu lernen?

Ganz klares Ja. Die Zeiten, in denen Praktikanten als billige Aushilfen missbraucht wurden und vornehmlich zum Kaffeekochen eingesetzt wurden, sind zum Glück längst vorbei. Ein Unternehmen, das Praktikanten einstellt, hat die Plicht, diesen auszubilden und ihm Einblicke in das Berufsfeld zu gewähren. Wenn du während deines Praktikums merkst, dass sich alles langsam, aber sicher in die falsche Richtung entwickelt, solltest du so schnell wie möglich das Gespräch mit deinem Chef suchen. Bessert sich danach immer noch nichts, kannst du das Praktikum auch kündigen.

Hast du einen Anspruch auf ein Zeugnis?

Der Praktikumsgeber ist tatsächlich verpflichtet, jedem Praktikanten im Anschluss ein schriftliches Zeugnis zu erteilen. Alles andere würde ja auch überhaupt keinen Sinn ergeben. Schließlich ist es doch das Zeugnis, das du später bestens für eine reguläre Bewerbung gebrauchen kannst. Aus diesem Grund müssen in dem Zeugnis auch bestimmte Formalia eingehalten sein. Mindestens die Dauer des Praktikums und die Art der Tätigkeit müssen in dem Dokument enthalten sein. Noten muss der Chef allerdings keine vergeben.

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