Yolo – you only live once

Personality-Check: Dein Leben, dein Beruf?

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Sag mir, wie du lebst, wie du dich stylst, was du liest – und ich sage dir, welcher Beruf zu dir passt! Checke deine Talente und die Berufe!

Die besten Tipps für Harry-Potter-Leser und Gangsta-Rapper, Louis-Vuitton-Fans und Backpacker.

Forscher haben herausgefunden, dass deine Lebenswelt – also deine Einstellung, dein Style und deine Hobbys – deine Berufswahl entscheidend beeinflussen. Harry-Potter-Fans ergreifen andere Berufe als Freunde von Gangsta-Rappern; Louis-Vuitton-Lover und Backpacker trennen auch bei der Wahl des Ausbildungsberufs Welten.

Natürlich ist es gut, wenn du einen Beruf ergreifst, der deinem Lifestyle entspricht – aber Hand aufs Herz: Stehst du heute noch auf Musik, Games oder Klamotten, die du vor zwei Jahren gut fandest? Was davon war nur Fassade, weil du cool erscheinen wolltest? Was ist dir inzwischen vielleicht sogar schon ein bisschen peinlich?

Talente und Beruf checken

Deshalb solltest du bei der Berufswahl immer einen doppelten Check machen:

  • Talente checken: Die Ausbildung, die du anpeilst, sollte nicht nur zu deinem Leben, sondern auch zu deinen Talenten passen. Beispiel: Auch wenn du Luxustaschen liebst, kümmerst du dich vielleicht gerne um deine Großeltern – und dann ist ein Beruf in der Pflege einem Job in der Fashion-Branche vielleicht doch vorzuziehen.
  • Beruf checken: Ganz wichtig ist auch der Realitäts-Check bei den Berufen selbst. Beispiel 1: Eine Ausbildung bei der Polizei mag Sicherheit versprechen, weil du beim Staat angestellt bist. Doch der berufliche Alltag sieht ganz anders aus: Kein Tag ist wie der andere, immer wieder musst du sich auf neue Situationen einstellen – und bist eigentlich gar nicht der Typ dafür. Oder anders herum, Beispiel 2: Ein Job bei der Finanzverwaltung erscheint dir langweilig. Dabei ist dein Tagesgeschäft das eines Detektivs, der mit Zahlen jongliert.

Bei unserem Berufe-Check schauen wir deshalb genauer hin: auf deinen Lifestyle, deine Motiva­tion und deine Talente. Querdenken ist erlaubt.

... für Louis-Vuitton-Fans

„Yolo – you only live once“ ist dein Motto. Markenklamotten sind dir wichtig und wenn deine Freunde deine Louis-­Vuitton-Tasche bewundern, dann blühst du auf. Schön, dass du das Leben so leichtnimmst!

Deine Motivation: „Ich brauche Kohle.“ Tja, wer einen extravaganten Lebensstil pflegt, der muss sich schon einen Beruf aussuchen, in dem er viel Geld verdienen kann.

Einmal querdenken, bitte. Aber das heißt noch lange nicht, dass du Medizin, Jura oder BWL studieren musst. Wie fast überall gilt: Es kommt darauf an, was man daraus macht. Auf der Basis einer Ausbildung in einem handwerklichen Beruf kannst du dir später möglicherweise einen eigenen Betrieb aufbauen. Und nach einer kaufmännischen Ausbildung kannst du dich mit gezielten Weiterbildungen spezialisieren. Dann klappt’s auch mit der Kohle.

Was sagen deine Talente? Du stehst auf Marken und Mode, aber was steckt dahinter? Das Bewusstsein für den Wert von Waren oder der Sinn für das Kreative? Und wofür steht eigentlich dieses „Yolo“-Ding? Vielleicht bist du einfach nur besonders neugierig, zupackend und fantasievoll – und schaust mal, in welchem Beruf du dich richtig ausleben kannst!

Achtung: Wenn du dich in den Job so stürzt wie ins Leben, kann nichts schiefgehen. Denn du bist immer mit ganzem Herzen dabei.

Mehr zum Thema Ausbildung

Hier findest du noch mehr interessante und nützliche Infos rund um die Ausbildung:

Besondere Extras: Auf welche Zusatzleistungen kommt es im Job an?

Assessment Center: Passt es oder passt es nicht?

Leon Windscheid: „Vor sozialen Berufen habe ich großen Respekt“

Probearbeiten – so funktioniert’s

Ausbildung mit Fachabitur

Steuern: Was bleibt übrig vom Gehalt?

new work – wie cool kann Arbeit sein?

Die Artikel aus dem Treffer-Magazin der Ruhr Nachrichten findest du gesammelt hier: www.ruhr24.de/treffer/

... für Gangsta-Rapper

Bushido & Co. sind deine Helden – und wenn die Nachbarn die Polizei rufen, weil dein Get-together mit der Clique auf dem Schulhof mal etwas lauter und feucht-fröhlich ausfiel: Wen interessiert’s (außer vielleicht deine Eltern ...)? Du lässt dir einfach ungern etwas sagen und stehst dazu.

Deine Motivation: „Ich war schon immer anders als die anderen.“ Ausbildung? Studium? Keine Ahnung! Im Moment kannst du dir alles und nichts vorstellen.

Einmal querdenken, bitte. Du kannst und willst dich nicht festlegen? Prima! Denn es gibt jede Menge Ausbildungsberufe, in denen garantiert keine Langeweile aufkommt, weil sie so abwechslungsreich sind. Und: Als Azubi übernimmst du heute eigentlich in jedem Unternehmen schon viel Verantwortung – nicht nur in deinem eigentlichen Bereich, sondern auch in speziellen Azubiprojekten, in denen von deinem Unternehmen geradezu erwartet wird, dass du frischen Wind in die Sache bringst.

Was sagen deine Talente? Ok, du hängst gerne ab und provozierst auch mal gerne. Aber auf Dauer ist das ganz schön anstrengend. Harte Schale, weicher Kern? Vielleicht trifft dieses alte Sprichwort ja auf dich zu. Wenn du dich gerne um andere kümmerst, vermitteln soziale Berufe auch ein Stück Geborgenheit.

Achtung: Für eine Ausbildung musst du dich nicht verbiegen, sondern kannst dich neu erfinden.

… für Harry-Potter-Fans

Du hast die Harry-Potter-Bücher verschlungen, stehst auf „Atemlos“ von Helene Fischer und bestellst sonntagabends eine Pizza zum Tatort im TV? Das klingt, als würdest du dich in deiner Haut wohl fühlen. Du machst nichts, um anderen zu gefallen, sondern bist dir selbst genug.

Deine Motivation: „Ich gehe gerne auf Nummer sicher.“ Berufe bei Vater Staat – etwa bei der Polizei, bei der Stadtverwaltung oder der Bundeswehr – erscheinen dir verlockend, weil sie dir Sicherheit bieten. Dabei denkst du in erster Linie an eine lebenslange Stellung.

Einmal querdenken, bitte. Inzwischen bieten viele andere Berufe eine vergleichbare Sicherheit – einfach, weil auf dem Arbeitsmarkt Leute fehlen. In der Pflege, im Krankenhaus, in der Logistik oder in handwerklichen Berufen bist du sehr gefragt – und genau das vermittelt ein Stück Sicherheit!

Was sagen deine Talente? Nur weil du in deinem Lifestyle auf Routinen setzt, können deine für die Berufswahl entscheidenden Talente natürlich ganz woanders liegen: Als Harry-Potter-Leser nimmst du vielleicht regelmäßig an Rollenspielen teil, als Helene-Fischer-Fan organisierst du Schlagerpartys für deine Freunde und der TV-Tatort weckt deine Begeisterung fürs Drehbuchschreiben.

Achtung: „Weiter so“ ist keine gute Devise für die Berufswahl. Trau dich ruhig, auch mal auf Neues zu setzen!

... für Backpacker

Greta Thunberg ist dein Idol, ihren Einsatz für das Klima findest du wichtig. Du würdest nie auf eine Kreuzfahrt gehen, sondern lieber mit dem Rucksack durch Vietnam reisen. Für deine Überzeugungen stehst du ein – auch bei der Wahl deines Berufs!

Deine Motivation: „Ich will (nicht nur) meine Zukunft in die Hand nehmen.“ Für dich ist ganz klar: Du willst in einem „sinnstiftenden Beruf“ arbeiten, dich um das Gemeinwohl und andere kümmern.

Einmal querdenken, bitte. Ein Beruf mit Berufung: Klingt, als wäre der Spaßfaktor auch im beruflichen Alltag hoch. Aber ein sinnstiftender Beruf ist kein Ponyhof! Es gibt – wie überall – Herausforderungen und Sachzwänge.

Was sagen deine Talente? Es gibt unendlich viele Branchen, in denen man nachhaltig arbeiten kann: Du musst dich also nicht auf einen einzigen Beruf festlegen, sondern solltest deine persönlichen Talente checken lassen. Auch ein Zahlenmensch kann die Welt ein Stück besser machen!

Achtung: Die Arbeit muss nicht dein Lebensinhalt sein. Sinn stiften auch ehrenamtliche Tätigkeiten in der Freizeit – ein super Ausgleich zum Job und in Unternehmen gerne gesehen!

Zitat

"Es gibt so viele Möglichkeiten für einen Karriere-Einstieg. Da fällt die Wahl manchmal schwer. Was interessiert dich? Was sind deine Beweggründe für die Wahl einer bestimmten Ausbildung? Hast du schon Berührungspunkte über deine Hobbys oder Praktika geknüpft? Vielleicht gibt es auch Menschen, die dich zu deiner Wahl inspiriert haben? Diese Informationen sind auch für deinen potenziellen Arbeitgeber wichtig Du kannst bereits in deiner Bewerbung und im Vorstellungsgespräch zeigen, dass du eine konkrete Vorstellung von deinen Zielen und einen persönlichen Plan hast. Berichte davon und du wirst erfolgreich sein. Tipp am Rande: Schicke deine Bewerbung per E-Mail! Das spart Kosten und Ressourcen. Es gibt nur noch sehr wenige Unternehmen, die eine Bewerbung per Post wünschen."

Dieser Artikel erschien zuerst im "Treffer", dem Ausbildungsmagazin der Ruhr Nachrichten.

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