Salvatore Gambino im Interview

Sport oder Schulbank?

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Der zweifache Dortmunder Torschütze Salvatore Gambino setzt zum Fallrückzieher an.

Fußballer, aber auch andere Sportler befinden sich in jungen Jahren in der Schwebe. Kann ich voll darauf setzen, mein Hobby zum Beruf zu machen, oder mache noch eine Ausbildung? Der ehemaliger BVB-Spieler Salvatore Gambino stand als Nachwuchsspieler ebenfalls vor dieser Entscheidung. 

  • Der ehemalige Fußballspieler Salvatore Gambino im Interview.
  • Trotz Fußballkarriere hat er eine Ausbildung gemacht.
  • Das kannst du von Salvatore Gambino lernen.

Wir haben mit dem Fußballspieler Salvatore Gambino gesprochen. Das hat er uns erzählt.

Wenn die Möglichkeit besteht Profi zu werden, droht die schulische Laufbahn oft nebenher zu laufen. Dazu kommt die Frage: „Setze ich voll auf den Fußball oder beginne ich noch eine Ausbildung oder ein Studium?“

Wie war das bei dir?

Als ich 16 war habe ich in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund gespielt. Da zeichnete sich ab, dass es mit dem bezahlten Fußball klappen könnte. Eine Garantie war das selbstverständlich noch nicht. Deshalb habe ich trotzdem noch eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Sportartikelgeschäft in Dortmund begonnen. Das war meinen Eltern sehr wichtig. Sie wollten nicht, dass ich mich frühzeitig auf den Fußball verlasse und haben darauf geachtet, dass ich das durchziehe

Wie ließ sich die Ausbildung mit dem Training vereinbaren?

Es war schon anstrengend. Morgens konnte ich das mit der Arbeit glücklicherweise häufig regeln und bin stattdessen nach dem Training zur Arbeit gegangen. Fortgesetzt und beendet habe ich meine Ausbildung dann in der Merchandise-Abteilung des BVB. Einen Bonus für mich als Spieler gab aber nicht. Ich war im Büro tätig und habe gleichermaßen im Fanshop im Verkauf gearbeitet. Die Abschlussprüfung efolgt ja ohnehin unabhängig.

Mit welcher Note hast du abgeschlossen?

Ich war schon ambitioniert und habe fleißig gelernt. Meine Abschlussnote war eine 2,0.

Gab es Situationen, wo du gedacht hast, „okay, ich fokussier mich auf den Fußball und breche die Ausbildung ab?

Das mag überraschen, aber die gab es wirklich nicht. Ich war sehr fokussiert, meine Ausbildung zu beenden, weil ich weiß, dass es im Profisport auch schnell vorbei sein kann. Hilft dir deine Ausbildung heute noch? Auf jeden Fall. Im Jahr 2008 bin ich nach Italien gewechselt und 2015 zurückgekommen. Ich wollte meinen Sohn in Deutschland aufwachsen lassen.

Ich habe beim Oberligisten Westfalia Rhynern einen Vertrag unterschrieben. Trainer dort war Björn Mehnert, durch dessen Kontakte ich eine Stelle bei einem Tochterunternehmen der Commerzbank antreten konnte. „Vitamin B“ ist zwar hilfreich, aber ohne meine frühere Ausbildung hätte ich den Job nicht bekommen. Mittlerweile arbeite ich in einem Autohaus als Serviceberater.

Inwieweit spielt der Fußball heute noch eine Rolle für dich?

Das ist mein Sport, er beschäftigt mich jeden Tag. Seit dieser Saison bin ich Co-Trainer bei RW Ahlen. Wir sind gerade in die Regionalliga West aufgestiegen und trainieren vier Mal pro Woche. Hinzu kommt das Spiel am Wochenende. Da nimmt der Fußball weiter viel Raum ein. Wenn Spiele in der Bundesliga oder international laufen, schaue ich natürlich auch immer rein.

Das ist Salvatore Gambino:

Salvatore Gambino ist am 27. November 1983 in Hagen geboren. Sein erster Verein war der VfB Westhofen in Schwerte, bevor er 1996 in die Jugend von Borussia Dortmund wechselte. Er absolvierte zwischen 2004 und 2006 45 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und erzielte dabei fünf Tore. Danach wechselte er in die zweite Liga und kam für den 1. FC Köln und den TuS Koblenz auf insgesamt 23 Einsätze und 2 Tore. Danach spielte er in Italien für verschiedene Vereine und kehrte 2015 nach Deutschland zurück.

Das kannst du von Profisportlern lernen:

  • 1. Habe dein Ziel stets im Blick.
  • 2. Rechne damit, dass es Stolpersteine gibt, komme aber nicht vom Weg ab.
  • 3. Nutze dein Talent, arbeite weiter hart. 4. Sei mutig, Entscheidungen zu treffen.

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