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Besondere Extras: Auf welche Zusatzleistungen kommt es im Job an?

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Viele Unternehmen versüßen dir den Einstieg heute mit interessanten Zusatzleistungen. Welche es gibt, welche sich auszahlen und worauf es wirklich ankommt.

Kaffee, Obst & Co.

Ein Kaffeeautomat auf dem Flur, Sprudelkisten in der Teeküche: Viele Unternehmen stellen heute Getränke kostenlos bereit – in der Regel nur die Basics. Wer eine Flasche Wasser pro Tag trinkt, spart aber rund 10 Euro im Monat (bei einer preiswerten Sorte). Auch ein wöchentlicher Obstkorb (für das Team, den Flur, die Abteilung ...) ist gar nicht mehr so ungewöhnlich. Klar ist dabei aber auch, dass du deinen Vitaminbedarf so natürlich nicht decken kannst. Mit solchen Goodies drückt der Arbeitgeber in der Regel seine Wertschätzung aus und will dich nicht komplett verköstigen.

Wichtig: Wenn das Unternehmen über eine Kantine verfügt, kannst du auch oft sparen. Denn die Gerichte sind meist subventioniert: Currywurst, Salat & Co. kosten weniger als im Imbiss oder an der Salattheke im Supermarkt.

Gesundheit und Fitness

Ein Masseur oder eine Masseurin, die ins Büro kommen und dort in der Mittagspause die Mitarbeiter massieren: Klingt merkwürdig, gibt es aber immer öfter. Die Unternehmen freuen sich, wenn du solche Termine wahrnimmst. Denn: Das Risiko, dass du mit Rücken-, Kopf- oder Nackenschmerzen ausfällst, ist dann natürlich geringer. Wahrscheinlich würdest du dir eine solche Massage von deinem eigenen Geld nicht leisten. Deshalb sparst du streng genommen kein Geld. Aber du bekommst kostenlos etwas dazu – ein guter Deal!

Sponsort dir das Unternehmen das Fitnessstudio, sieht die Sache ja sogar vielleicht schon wieder anders aus. Denn einen Vertrag in der Muckibude haben ja viele Schülerinnen und Schüler bzw. Azubis. Meistens bist du aber an einen bestimmten Anbieter gebunden, mit dem das Unternehmen einen Vertrag (und damit auch Sonderkonditionen) ausgehandelt hat.

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Rabatte, Rabatte

Vor allem größere Unternehmen haben Verträge mit Modeketten, Parfümerien, Online-Shops etc. abgeschlossen, bei denen du dann mit Mitarbeiterrabatt einkaufen kannst. Oft beträgt die Vergünstigung zwischen 10 und 20 Prozent. Mit ein wenig Glück würdest du die Rabatte vielleicht auch auf anderem Wege finden, aber hey: Wenn dein Arbeitgeber sie dir auf dem Silbertablett präsentiert, ist das doch umso besser. Größere Unternehmen gewähren übrigens oft auch Rabatte auf ihre eigenen Produkte.

Schneller am Ziel

Die Fahrt zur Arbeit kann nicht nur nerven, sondern auch ins Geld gehen. Ein Dienstwagen wäre doch ein super Goodie, oder? Aber im Ernst: In der Ausbildung kannst du darauf nicht spekulieren. Ein Trost für Autofahrer: Verfügt der Arbeitgeber nicht über eigene Parkplätze (weil das Unternehmen z. B. in der Innenstadt liegt), dann besteht zumindest die Möglichkeit, einen Zuschuss zu einem Parkplatz in einem Parkhaus zu erhalten.

Grundsätzlich sind An- und Abreise allerdings dein eigenes Vergnügen. Weit verbreitet ist jedoch das Angebot, ein Job- oder Firmenticket für den öffentlichen Personennahverkehr zu sponsorn. Manche Unternehmen übernehmen die kompletten Kosten, andere einen Teil. Du wohnst so weit weg, dass dich auch das nicht weiterbringt? Dann könntest du einen Umzug in Betracht ziehen. Die Kosten für einen beruflich bedingten Wohnungswechsel kann der Arbeitgeber auch übernehmen – in der Ausbildung wird er das aber wohl auch nicht direkt anbieten. Da musst du dich sicher erstmal bewähren.

Geldwerter Vorteil

Einige Zusatzleistungen des Arbeitgebers müssen versteuert werden, andere nur bis zu einer gewissen Höhe oder gar nicht. Das musst du im Einzelnen klären. Bei Getränken, Obstkorb und Kantinenessen bist du safe, ebenso beim Parkplatz. Für Gesundheitsleistungen gibt es besondere Regelungen und Freigrenzen. Handys, Laptops etc. versteuert in der Regel der Arbeitgeber, du kannst also einfach telefonieren und surfen.

Gut zu wissen: In der Regel werden Unternehmen potenziellen Auszubildenden keine Leistungen anbieten, die sie im Ergebnis teuer zu stehen kommen könnten. Wenn Unternehmen mit den Goodies werben, kannst du davon ausgehen, dass du kostenlos in ihren Genuss kommst.

Nach Zusatzleistungen fragen – oder lieber nicht?

Wenn das Unternehmen in der Stellenanzeige keine Zusatzleistungen erwähnt, empfiehlt es sich, nicht direkt am Anfang eines Vorstellungsgesprächs danach zu fragen. Läuft das Gespräch gut, kannst du allenfalls am Ende der Zeit darauf zu sprechen kommen. Auch da brauchst du allerdings Fingerspitzengefühl und solltest nur nachhaken, wenn du einen guten Grund hast.

Das kommt nicht gut an: Fragst du nach kostenlosen Getränken, wird dein potenzieller Arbeitgeber denken, dass du kein echtes Interesse an dem Job hast. Denn auf die 10 Euro kann es dir doch wirklich nicht ankommen ...

Das kannst du ansprechen: Erkundigst du dich nach einem Firmenticket, wird dir das eher positiv ausgelegt – vor allem, wenn du die Nachfrage so anmoderierst, z. B. „Ich würde unheimlich gerne bei Ihnen anfangen, wohne aber sehr weit entfernt. Die Fahrtkosten wären für mich daher sehr hoch. Besteht vielleicht die Möglichkeit, einen Zuschuss zu den Fahrtkosten oder auch ein Firmenticket zu bekommen?“

Dabei gilt: Mach deine Entscheidung nicht von Goodies abhängig! Sie sind ein nettes Extra. Doch was zählt, ist, dass du dich im Unternehmen grundsätzlich wohlfühlst – und dann kannst du auch Leitungswasser trinken!

Zitat

"Gute Auszubildende sind begehrt. Deshalb versucht natürlich jedes Unternehmen, die besten auch mit attraktiven Zusatzleistungen zu locken. Die Palette ist breit gefächert. Neben vielen Vorteilen für unsere Azubis ist es bei uns eine Besonderheit, dass wir unseren Auszubildenden für den Unterricht im GenoKolleg ein Tablet (iPad) zur Verfügung stellen, das sie privat nutzen und nach der Ausbildung auch behalten dürfen. Das kann natürlich für beide Seiten im besten Sinn nur ein „Goodie“ sein. Denn grundsätzlich gilt: Das Unternehmen muss vom Bewerber überzeugt sein und der Bewerber von dem Berufsweg, der er einschlagen möchte."

Dieser Artikel erschien zuerst im "Treffer", dem Ausbildungsmagazin der Ruhr Nachrichten.

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