Vorsorgeplan und Checks

Tipps für Ihre Krebsvorsorge 2020

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg empfiehlt Menschen mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs, bereits ab dem 40. Lebensjahr mit der Krebsvorsorge zu beginnen.

Ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben alle, deren direkte Verwandte bereits an Darmkrebs erkrankt sind. Laut DKFZ-Arbeitsgruppe ist in Deutschland ungefähr eine von zehn Personen im Alter von 40 bis 54 Jahren von einem erhöhten Darmkrebsrisiko betroffen. Für ihre Studie haben die Forscher 160.000 Menschen dieser Altersgruppe aus Dresden, München und Stuttgart angeschrieben. An der Befragung zur Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge und zu Darmkrebs in der Familie beteiligten sich 28.711 der angeschriebenen Personen. Von den Befragten gaben 9,4 Prozent an, dass einer ihrer direkten Verwandten von Darmkrebs betroffen war. Das Angebot einer Darmspiegelung hatten 54,5 Prozent der Studienteilnehmer bereits wahrgenommen.

Änderungen in der Krebsvorsorge 2020

Ab 2020 gelten in der Krebsvorsorge einige Änderungen. Für die Erkennung von Gebärmutterkrebs bekommen Frauen ab 35 Jahren ein kombiniertes Screening erstattet. Die Untersuchung kann alle drei Jahre erfolgen. Sie besteht aus einem Pap-Test mit einem Abstrich vom Gebärmutterhals und einem HPN-Test auf eine Infektion mit Papillomviren. Alle fünf Jahre erhalten Frauen zwischen 20 und 65 Jahren eine Einladung zum Krebsfrüherkennungsprogramm. Eine Änderung ergibt sich auch für Frauen, die unter einem Brustkrebsfrühstadium leiden. Sie bekommen einen Genexpressionstest erstattet, bei dem eine Gewebeprobe des Tumors entnommen und untersucht wird. Der Test informiert darüber, ob eine Chemotherapie erforderlich ist.

Vorsorge für Männer

Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist Prostatakrebs. Er verursacht nur selten Beschwerden. Bei Männern, die sich vollkommen gesund fühlen, können sich bereits Metastasen gebildet haben. Informationen zu Prostatakrebs finden Sie auch online. Auf Erkrankungen der Prostata deuten Probleme bei der Harnentleerung und häufiger Harndrang hin.

Vorsorgeplan abhängig vom Alter

Wird Krebs rechtzeitig erkannt, ist er häufig heilbar. Bei Vorsorgeuntersuchungen können oft schon Vorstufen von Krebs erkannt werden. Bei den Vorstufen sind die Heilungsaussichten am besten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen auf die fünf häufigsten Krebserkrankungen: - Gebärmutterhalskrebs: jährliche Vorsorgeuntersuchung mit dem Pap-Test bei Frauen ab 20 Jahren und kombiniertes Screening für Frauen ab 35 Jahren - Brustkrebs: Kostenübernahme für die jährliche Tastuntersuchung für Frauen ab 30 Jahren und für das Mammographie-Screening alle zwei Jahre für Frauen von 50 bis 69 Jahren - Hautkrebs: Kostenübernahme für den Hautkrebs-Check alle zwei Jahre für Männer und Frauen ab 35 Jahren - Prostatakrebs: Kostenübernahme für die jährliche Tastuntersuchung bei Männern ab 45 Jahren - Darmkrebs: Kostenübernahme für Test auf okkultes Blut im Stuhl bei Frauen und Männern zwischen 50 und 54 Jahren sowie für Darmspiegelung bei Männern ab 50 und bei Frauen ab 55 Jahren im Abstand von 10 Jahren.

Ergänzende Untersuchungen für die Krebsvorsorge

Zusätzlich zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm empfehlen Ärzte verschiedene ergänzende Untersuchungen. Für diese sogenannten IGeL-Leistungen müssen Sie die Kosten selbst tragen. Zu diesen Leistungen gehört der PSA-Test zur Erkennung von Prostatakrebs. Auch die Kosten für die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie sollten Ihren Arzt fragen, welche ergänzenden Untersuchungen für Sie sinnvoll sind.