Alles Wichtige zu Fluggastrechten

Wenn ein Streik die Flugreise gefährdet - Wann besteht Entschädigungsanspruch und wann nicht?

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Da freut man sich seit Monaten auf den Urlaub und dann herrscht Streik, sodass der Flug ausfällt. Doch dies bedeutet nicht, dass er ins Wasser fallen muss. Es gibt zum einen die Möglichkeit, die Flugreise trotz Streik anzutreten und zum anderen stehen Betroffenen oftmals Entschädigungsansprüche zu.

Wenn ein Streik die Flugreise gefährdet - was ist zu tun?

Bei Streiks werden viele Flugverbindungen gestrichen. Dies stößt bei den Urlaubern meistens auf Unverständnis. Kein Wunder, denn dies kann einem angesichts des lang ersehnten Urlaubs die Stimmung deutlich vermiesen. Doch den Fluggästen steht in diesen Fällen gemäß des Luftbeförderungsvertrags oftmals ein Entschädigungsanspruch zu. Daher sollten Betroffene ihre Chancen auf Entschädigung im Streikfall prüfen. Flightright bietet mit einem Entschädigungsrechner diese Möglichkeit und setzt auf Wunsch die Ansprüche auch direkt durch, falls erforderlich vor Gericht. Ein Kostenrisiko besteht für den Kunden nicht, denn eine Provision wird lediglich bei Erfolg berechnet. Die Chancen stehen gut. Die mögliche Entschädigung beträgt bis zu 600 Euro:

  • Kurzstrecke bis 1500 Kilometer: mögliche Entschädigung 250 Euro
  • Mittelstrecke bis 3500 Kilometer: 400 Euro
  • Langstrecke mehr als 3500 Kilometer: Entschädigungssumme von 600 Euro ist möglich

Die Passagierrechte, die in der EU-Verordnung festgelegt sind, gelten für alle Airlines, die in der EU sitzen, sowie für internationale Fluglinien, die geplant haben, innerhalb der EU zu starten. Eine Ausgleichszahlung steht den Fluggästen zu, wenn keine höhere Gewalt vorliegt. Es darf also kein "außergewöhnlicher" Umstand Schuld am Flugausfall sein. Der BGH hat zwar entschieden, dass Streiks dazu zählen, doch Ausgleichszahlungen sind nicht gänzlich ausgeschlossen. Das Entscheidende ist, ob die Fluggesellschaft alle zumutbaren Maßnahmen getroffen und unternommen hat, um den Streik bzw. deren Auswirkungen zu verhindern bzw. den Betriebsablauf wieder herzustellen. Die Frage, wann ein Anspruch auf eine Entschädigungszahlung besteht, fordert daher eine genaue Prüfung. Es kommt nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs immer auf den speziellen Einzelfall an.

Welche weiteren Fluggastrechte gibt es bei einem Streik?

Die Fluggesellschaft ist dazu verpflichtet, den Fluggästen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Ersatztransport zu organisieren und Betroffene bei langen Wartezeiten mit Getränken und Mahlzeiten zu versorgen sowie Telefonate und gegebenenfalls Hotelübernachtungen anzubieten, falls sich der Flug auf den nächsten oder einen anderen Tag verschiebt. Möglicherweise müssen die Kosten ausgelegt und die Rechnungen im Anschluss bei der Airline eingereicht werden. Daher ist es wichtig, sämtliche Belege und Quittungen aufzubewahren. Verspätet sich der Flug um mehr als fünf Stunden, ist es erlaubt, vom Flug zurückzutreten und die Erstattung des Ticketpreises zu fordern.

Die NRW-Regierung hat zuletzt eine Fluggastrechte-App beschlossen. Sie soll künftig helfen, Entschädigungen schneller per Handy geltend machen zu können.

Zusammenfassung

Wenn das Personal der Fluggesellschaft streikt, haben viele Fluggäste nach EU-Fluggastrecht je nach Flugstrecke einen Anspruch auf 250 bis 600 Euro Entschädigung. Die Voraussetzung hierfür ist, dass kein außergewöhnlicher Umstand vorlag. Daher gilt es zu prüfen, ob Betroffenen auch beim Streik eine Entschädigung zusteht. Fluggäste haben ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf verschiedene Betreuungsleistungen wie Essen, Getränke, Telefonate, E-Mails und gegebenenfalls eine Hotelübernachtung. Wenn der Flug ausfällt oder er verschiebt sich um über fünf Stunden, haben Passagiere die Möglichkeit, sich den Ticketpreis erstatten zu lassen oder eine Beförderung zum Zielort auf anderem Wege zu verlangen.