Kreditwürdigkeit verbessern - verständlich erklärt

Ratgeber: Bonität bei der Kreditanfrage erhöhen

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Im Rahmen einer Kreditanfrage ist es üblich, dass das Bankinstitut Ihre Bonität, also Kreditwürdigkeit, prüft. Die Bonität ist ein wichtiger Faktor für die Banken, da sie Auskunft darüber gibt, in welchem Maße der Kreditnehmer in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen.

Eine gute Bonität bedeutet also, dass Sie zuverlässig und zahlungsbereit sind. Sehr viele Kredite, die in Deutschland angeboten werden, sind bonitätsabhängig. Eine schlechte Bonität kann zwei verschiedene Folgen haben: Ihr Kreditgesuch wird abgelehnt oder Sie erhalten einen hohen Zinssatz. 

In diesem Beitrag liefern wir Tipps, wie Sie Ihre Kreditwürdigkeit verbessern können, um die Chancen auf eine positive Kreditentscheidung zu erhöhen und einen umso günstigeren Kredit zu erhalten.

Woraus die Bonität besteht 

Fälschlicherweise nehmen viele Menschen an, dass Bonität so viel wie SCHUFA-Auskunft bedeutet. Zwar ist es möglich, einen Kredit trotz Schufa zu erhalten, jedoch ist die Zahl der Anbieter sehr begrenzt. 

Die SCHUFA-Auskunft ist ein Bestandteil der Bonitätsprüfung, jedoch keineswegs mit dieser gleichzusetzen. Bei der Kreditwürdigkeit handelt es sich um viele verschiedene Komponenten, die aus persönlichen sowie finanziellen Daten bestehen. 

Dazu gehören: 

  • Alter und Familienstand
  • Zahlungsverhalten
  • Vorhandene Kredite und sonstige Bindungen
  • Beruf und Einkommen
  • Vermögen
  • Wohnort und Umzugshäufigkeit

Aus dieser Liste wird ersichtlich, dass es sich bei der Bonität um ein Konstrukt von verschiedenen Merkmalen handelt. Der Vorteil ist, dass Ihnen viele Maßnahmen offenstehen, um Ihre Kreditwürdigkeit zu verbessern – dazu gehören: 

1. SCHUFA-Auskunft einholen 

Die Schufa-Auskunft ist ein wichtiger Bestandteil der Bonitätsprüfung. Mit der Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie 2010 sind deutsche Banken gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Score bei der Wirtschaftsauskunftei zu prüfen. Diese erfasst neben Ihren Personendaten auch Negativmerkmale, laufende Kredite, Gerichts- und Inkassoverfahren sowie Mahnungen. Diese müssen nach drei Jahren gelöscht werden – doch ein Drittel aller Informationen sind unvollständig, fehlerhaft oder veraltet. Diese fehlerhaften Einträge können Ihre Bonität deutlich verschlechtern und dazu führen, dass Ihr Kredit abgelehnt wird oder teurer ist, als er sein sollte. Wir empfehlen daher, die Daten auf Richtigkeit zu prüfen und bei Bedarf Löschungen zu beantragen, um die Kreditwürdigkeit zu verbessern. Jeder Deutsche hat übrigens einmal pro Jahr das Recht auf eine kostenlose SCHUFA-Auskunft – nehmen Sie diese auch in Anspruch. 

2. Kreditanfrage vs. Konditionsanfrage 

Diese beiden Wörter scheinen wie Synonyme zu klingen, jedoch gibt es einen gravierenden Unterschied, der Ihre Bonität beeinflussen kann. Wenn Sie sich bei einer Bank um einen Kredit bewerben, wird die Abfrage Ihrer Bonität entweder als Kreditanfrage oder Konditionsanfrage formuliert. Zwar hat die Kreditanfrage keinen Einfluss auf die Bonität, jedoch wird diese 12 Monate in Ihrer Auskunft vermerkt. Weist Ihre Auskunft mehrere dieser Anfragen auf, kann dies beim Kreditinstitut den Eindruck erwecken, dass Sie sich mehrmals auf Kredite beworben haben und abgelehnt wurden. Konsequenz: Sie erscheinen nicht vertrauenswürdig bei der Bank und machen einen schlechten Eindruck. Wenn Sie auf der Suche nach einem Kredit sind, sind Sie mit einer Konditionsanfrage besser beraten – diese ist nämlich SCHUFA-neutral und wird nirgends vermerkt. 

3. Überblick schaffen 

Es lohnt sich, nicht nur im Rahmen einer Kreditanfrage einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen zu schaffen. Nämlich spielt nicht nur die Vergangenheit eine wichtige Rolle, sondern auch die aktuelle finanzielle Situation. Auskunfteien bewerten den Besitz von mehreren Girokonten sowie Kreditkarten negativ, da diese als Zeichen der Unzuverlässigkeit gesehen werden. Lange Verträge (wenn Sie ein Girokonto oder eine Karte schon lange benutzen) werden hingegen als positives Zeichen gesehen. Um die Bonität zu verbessern sollten Sie also unnötige Konten kündigen und ständige Wechsel vermeiden. Tages- und Festgeldkonten werden bei der Prüfung nicht in Betracht gezogen.

Tipp am Rande: Es ist außerdem von Vorteil, wenn Sie wenige Mobilfunkverträge haben. 

4. Zahlungsmoral verbessern 

Nicht jede Rechnung, die Sie pünktlich zahlen, wird in der SCHUFA vermerkt – dasselbe gilt für Rechnungen, die verspätet gezahlt werden. Der Gläubiger darf die SCHUFA erst über einen Zahlungsverzug informieren, wenn Sie zwei schriftliche Mahnungen erhalten haben, zwischen denen mindestens vier Wochen liegen. Vermeiden Sie also Zahlungsrückstände und begleichen Sie Ihre Rechnungen immer pünktlich. Um Zahlungen nicht zu vergessen, raten Finanzexperten, das Lastschriftverfahren zu nutzen – hier wird der Betrag automatisch von Ihrem Konto eingezogen. Mit Zahlungsrückständen sind übrigens auch offene Kredite gemeint, die Sie schnellstmöglich begleichen sollten. Vielleicht lohnt es sich in Ihrem Fall ja, eine Umschuldung vorzunehmen. Hierbei werden bestehende Kredite auf einen günstigeren Kredit mit einem niedrigeren Zinssatz umgeschuldet. 

Exkurs: Wohnort und Umzüge 

Wie oben angeführt spielt auch der Wohnort eine Rolle bei Ihrer Bonität – hierbei handelt es sich um das sogenannte Geoscoring. Bedeutet: Menschen, die in sozialen Brennpunkten leben, also Regionen mit hoher Arbeitslosenquote sowie geringer Kaufkraft, haben eine geringere Bonität. Da dies Menschen benachteiligt, spielt dieser Punkt nur noch bedingt eine Rolle, aber er ist dennoch ein Faktor. À propos Wohnort: Manche Umzüge sind unumgänglich, jedoch wird ein häufiger Wechsel des Wohnorts als negativ gewertet – auch dessen sollten sich Kreditnehmer bewusst sein. 

Fazit 

Die Bonität wird als Synonym für die Kreditwürdigkeit verwendet und spielt eine wichtige Rolle dabei, ob und in welcher Höhe Sie ein Darlehen erhalten. Die Kreditwürdigkeit besteht aus verschiedenen Faktoren, die sich aus persönlichen sowie finanziellen Daten zusammensetzen. Eine kostenlose SCHUFA-Auskunft hilft dabei, die Richtigkeit der Angaben zu prüfen und Ihre Bonität gegebenenfalls zu verbessern. Achten Sie zudem darauf, bei Banken eine Konditionsanfrage zu stellen, da sich diese nicht auf Ihre Bonität auswirkt. Letztlich empfiehlt sich, alle Rechnungen pünktlich zu begleichen und sich einen Überblick über alle Konten sowie Karten zu verschaffen. Online-Vergleichsportale wie Financer vergeben Kredite trotz SCHUFA-Einträgen und bieten ausführliche Anleitungen, um Ihre Bonität zu verbessern.