Saisonale und regionale Köstlichkeiten

Gourmet-Tour durch NRW – Die 4 Top-Restaurants der Region

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Punkte, Sterne, Kochlöffel oder Pfannen – an Auszeichnungen renommierter Restaurantführer fehlt es Nordrhein-Westfalens Gastroszene mitnichten.

Ob Köln, Düsseldorf, Bergisch-Gladbach, Dorsten ... wer in NRW in die exquisite Geschmackswelt der gehobenen Küche eintauchen möchte, den erwartet hier ein Füllhorn an Möglichkeiten. Die kulinarische Ausrichtung der Spitzenrestaurants reicht von klassisch französisch oder mediterran über regional oder japanisch bis hin zur modernen Fusion-Cuisine, in der alle Töpfe unserer Erde als Inspirationsquell dienen. Eines haben aber alle Top-Restaurants in NRW gemein: Den Gast erwartet in jedem dieser Gourmettempel ein Genuss-Feuerwerk, das wahrlich alle Sinne begeistert. Wer also einen traumhaften Abend – alleine, mit Freunden, dem festen Lebenspartner oder auch mit einer flüchtigen, dafür intensiven Romanze – verbringen möchte, der ist in jedem dieser Spitzenrestaurants in Nordrhein-Westfalen goldrichtig.

Unter den 100 Besten der Welt: Das Vendôme in Bergisch-Gladbach

Das derzeit höchst dekorierte Restaurant in NRW ist schon seit langem ein Fixstern am deutschen Feinschmeckerhimmel. Besser gesagt: Eine Konstellation aus drei Michelin-Sternen, 19,5 Punkten von Gault/Millau und 10/10 Gusto-Pfannen. Mehr geht in Sachen Restaurant-Auszeichnungen nicht! Dementsprechend hoch ist natürlich auch die Erwartungshaltung, wenn man sich als Gast auf den Weg zu dieser Pilgerstätte des exklusiven Geschmacks begibt. Der Weg führt nach Bergisch-Gladbach in das edle 5-Sterne Superior „Althoff Grandhotel Schloss Bensberg“; Heimat eines von nur zehn 3*-Restaurants in Deutschland. Was Maître Joachim Wissler und sein Team hier auf die Teller zaubert, ist wahrlich sagenhaft. Man tut sich fast schwer, das servierte Kunstwerk mit vergleichsweise grobschlächtig erscheinendem Esswerkzeug zu zerstören. Man tut es trotzdem, wenn auch etwas schwermütig. Fast verschämt. Was sich dann allerdings auf der Zunge abspielt, lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Von vorheriger Reue ist keine Spur mehr übrig. Jeder der wahlweise fünf bis zehn Gänge ist eine Hommage an die gehobene Küche und die Kreativität des Meisters.

Zu Gast bei Frank Rosin in Dorsten

Geschätzte 99 % aller Deutschen, die gerne kochen und/oder essen, die ein funktionierendes Fernsehgerät im Wohnzimmer stehen haben und dieses auch benutzen, kennen Frank Rosin aus verschiedenen TV-Kochformaten. Die unglaublich kreative Küche, die der Maître in seinem Restaurant „Rosin“ in Dorsten serviert, beweist, dass der gebürtige Dorstener zu Recht zu den besten Köchen des Landes zählt. Das Ambiente im „Rosin“ ist stilvoll minimalistisch, ohne auch nur ansatzweise kühl zu wirken. Sobald aber der erste von wahlweise drei bis zu 12 Gängen vor dem Gast steht, der dazu passende Wein vom sagenhaften Serviceteam kredenzt wurde, dann verliert die Zeit an Bedeutung. Was man im „Rosin“ geschmacklich geboten bekommt, ist absolute Spitzenklasse: Eine Symphonie der Empfindungen, die weit über den Geschmacksinn hinausgehen. Man spürt, sieht und hört die Leidenschaft des Maître mit jedem Biss. Zwei Michelin-Sterne, 18 Gault/Millau Punkte und 9 Pfannen von Gusto sind absolut gerechtfertigt, scheinen aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange für Frank Rosin & Team zu sein.

Le Moissonnier – eine sympathisch frische Bastion der französischen Küche

Die gehobene Küche Frankreichs ist – man kann es nicht anders sagen – die Wiege des europäischen Fine-Dining. Das Kölner Spitzenrestaurant „Le Moissonnier“ lässt sich zu gutem Recht als eine feste Konstante der deutschen Gastroszene titulieren, welche die hohe Kunst der Nouvelle Cuisine – gemeinsam mit ihren Gästen – jeden Tag aufs Neue feiert. Wer nun aber meint, dass eine traditionsreiche Küche gleichzusetzen mit „altbacken“, „unflexibel“ oder gar „langweilig“ sei, der hat in diesem Fall die Rechnung ohne die Wirte (Madame und Monsieur Moissonnier), beziehungsweise ohne den Küchenchef Eric Menchon gemacht. Das urgemütliche, charmante Flair des Restaurants heißt den Gast herzlich willkommen. Ein Happy-Place im wahrsten Sinne des Wortes. Und genauso präsentieren sich auch die fantastische zubereiten Gaumenfreuden aus der Küche. Leicht, fluffig, „Plume-esque“ und sagenhaft filigran abgeschmeckt ist hier jeder Bissen eine wahre Freude. Die zwei Michelin-Sterne, die 18 Punkte von Gault/Millau und 9 von 10 Gusto-Pfannen sind absolut gerechtfertigt. Chapeau!

Locker, stylish, regional – das Restaurant „Balthasar“ in Paderborn

Die letzte Etappe dieser literarischen Genusstour durch Nordrhein-Westfalen führt nach Paderborn. Genauer gesagt in das Sterne-Restaurant des Maître Elmar Simon, das mit einem Michelin-Stern, 17 Gault/Millau Points und 7 Gusto-Pfannen ausgezeichnet ist. Als Gast im „Balthasar“ erwartet uns in jedem Belang eine unvergessliche Erfahrung. Sowohl was das Ambiente angeht als auch die saisonal, regionalen Köstlichkeiten, die garantiert bei allen anwesenden Geschmacksknospen für stehenden Applaus sorgen. Das Grundprinzip, nach dem Elmar Simon und sein Küchenteam kochen, lautet „lecker und schlotzig“. „Lecker“ versteht man von Haus aus. „Schlotzig“ erlebet man dann anhand der genial zubereiteten Gerichte, die man von einem wunderbar lockeren und sehr kompetenten Serviceteam serviert bekommt. Die Bezeichnung „Soul-Food“ (Essen für die Seele) beschreibt es am ehesten. Jeder Biss schmilzt im Mund. Ein- bis zweisilbige, langgezogene Zufriedenheitsbekundungen sind im ganzen Restaurant vernehmbar. Entspannte und glückliche Gesichtszüge wohin man schaut. Absolut lobenswert: Mit dem vegetarischen, sagenhaft leckeren Menü „Grüner Garten“ erkennt Elmar Simon die Zeichen der Zeit und ist somit vielen seiner Kollegen einen wichtigen Schritt voraus. Danke!