15 Prozent der Bevölkerung leiden darunter

Caesar, Beethoven, Freud — berühmte Menschen mit Migräne

+

In Deutschland ist Migräne eine der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen. Kleiner Trost: Auch große historische Persönlichkeiten litten darunter.

Migräne ist eine der am häufigsten auftretenden Kopfschmerzerkrankungen in Deutschland, von der circa 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Das entspricht etwa 12 Millionen Menschen 1. Für diejenigen, die im Alltag oft unter Migräne leiden, ist es möglicherweise ein kleiner Trost: Einerseits sind sie mit ihren Beschwerden nicht allein und andererseits wurden selbst viele der großen historischen Persönlichkeiten nicht von dieser Krankheit verschont — angefangen bei Julius Caesar über Ludwig van Beethoven bis hin zu Sigmund Freud.

Gaius Julius Caesar: Staatsmann, Stratege und Migräniker

Egal ob Feldherr, klassischer Komponist oder Psychoanalytiker — sicherlich hätten alle drei gerne gewusst, was sie gegen Migräne tun können. Doch auch, wenn damals wie heute kein Allheilmittel gegen die Krankheit existiert, hielt es diese bekannten Migräne-Patienten nicht davon ab, Großes zu leisten. 

Caesar wurde am 13. Juli im Jahr 100 vor Christus als Patriziersohn geboren und entstammte einer der ältesten und vornehmsten Familien der damaligen römischen Republik — den Juliern. Nachdem er die sogenannte Ämterlaufbahn absolviert hatte (Beamtenlaufbahn mit Abfolge aufsteigender Ämter), erlangte er — unter anderem mit der Hilfe des Politikers Marcus Licinius Crassus und des Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus — das Konsulat. Darunter ist das höchste zivile und militärische Amt der Ämterlaufbahn zu verstehen. Im Anschluss daran war er als Prokonsul beziehungsweise Statthalter in den nördlichen Provinzen (etwa der heutigen Balkanhalbinsel und dem mitteleuropäischen Raum) der Republik unterwegs. 

In dieser Zeit gelang es ihm ganz Gallien bis hin zum Rhein zu erobern. Durch den anschließenden Sieg im Bürgerkrieg gegen seinen einstigen Verbündeten Pompeius Magnus, gelang es Caesar die alleinige Herrschaft zu erringen. Nachdem er zum Diktator auf Lebenszeit ernannt wurde, fiel er einem Attentat während einer Senatssitzung zum Opfer. Er starb am 15. März 44 vor Christus in Rom. Aufgrund seiner besonderen Errungenschaften fand der Name Cäsar in vielen Titeln nachfolgender Herrscher Anwendung und war mitunter Grundlage für die wortverwandten Formen Kaiser oder Zar.

Ebenfalls von Migräne betroffen — Ludwig van Beethoven

Am 17. Dezember 1770 wurde Beethoven in Bonn geboren. Als Sohn einer Musikerfamilie wuchs er in vergleichsweise armen Verhältnissen auf. Er erhielt bereits früh Klavierunterricht von seinem Vater, der, Überlieferungen zufolge, versuchte, seinen Sohn nach dem Vorbild Mozarts zu einem musikalischen Wunderkind zu erziehen. Durch den Unterricht des Bonner Kapellmeisters Christian Gottlob Neefe und dank seiner schnellen Entwicklung, war Beethoven bald schon an der dortigen Hofkapelle angestellt. Im Jahr 1787 reiste er nach Wien, um dort von Mozart direkt unterrichtet zu werden. Dieser erste Aufenthalt musste jedoch, aufgrund der Krankheit und dem kurz darauffolgenden Tod seiner Mutter, abgebrochen werden. 

Erst 1792 kam er durch ein kurfürstliches Stipendium erneut nach Wien, wo er mitunter bei Joseph Haydn in den Unterricht ging. Zwei Jahre später wurde die Stadt von Franzosen besetzt, weshalb die Zahlungen des Stipendiums nicht fortgesetzt werden konnten. Ab diesem Zeitpunkt lebte Beethoven als freier Musiker, musikalischer Improvisator und Komponist in Wien. In diesem Lebensabschnitt — insbesondere jedoch während seiner hauptsächlichen Schaffensperiode ab 1803 — entstanden sämtliche seiner Meisterwerke (etwa Beethovens dritte oder achte Symphonie). Diese machten ihn zum bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Bereits Ende der 1790er Jahre trat bei ihm erstmals ein Gehörleiden auf, das sich bis zum Jahr 1820 zu einer voll ausgeprägten Taubheit entwickelte. Des Weiteren gehört Beethoven zu den bekanntesten Migräne-Patienten. Trotz der Beschwerden schuf er bis zuletzt Werke, die auch heutzutage noch zu den Hauptpfeilern der klassischen Musikgeschichte zählen. Ludwig van Beethoven starb am 26. März 1827.

Wissenschaftlicher Promi mit Migräne: Sigmund Freud

Zu den berühmten Menschen mit Migräne zählt auch Sigmund Freud, der am 6. Mai 1856 in Freiberg (heute Príbor in Tschechien) geboren wurde. Sein Vater war jüdischer Textilhandelskaufmann und zog nach dem Bankrott seines Geschäfts mit der Familie nach Wien. Dort besuchte Freud zunächst das Gymnasium und später die Universität, an der er Medizin studierte und sich besonders mit dem zentralen Nervensystem beschäftigte. Im Jahr 1881 schloss er das Studium mit einer Doktorarbeit „Über das Rückenmark niederer Fischarten“ ab. Bis zu seiner Habilitation 1885 arbeitete er im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, wonach er als Dozent für Neuropathologie an der Wiener Universität angestellt war. In dieser Zeit entdeckte er beispielsweise die schmerzstillende Wirkung von Kokain und forschte auf dem Gebiet der Hirnanatomie. Zudem untersuchte er beispielsweise das Krankheitsbild der Hysterie unter Zuhilfenahme von Suggestion und Hypnose. 

1886 eröffnete Freud seine eigene neurologische Praxis in Wien und heiratete im gleichen Jahr Martha Bernays, mit der er drei Söhne und drei Töchter hatte. Ab dem Jahr 1897 veröffentlichte er erstmals Abhandlungen zum Thema Ödipus-Komplex (übermäßige Bindung des Kindes an den gegengeschlechtlichen Elternteil), sowie zu seinen Theorien (etwa Verdrängungs-, Neurosen- und Sexualtheorie) und Methoden. In der Zeit des Nationalsozialismus fielen einige seiner Schriften den Bücherverbrennungen zum Opfer und nachdem die Nazis in Österreich einmarschierten, floh er nach London. Hier war er kurze Zeit als Psychoanalytiker tätig, bevor er am 23. September 1939 verstarb. Sigmund Freud ist der Begründer der Psychoanalyse und der Traumdeutung. Mit seinen Theorien beeinflusste er maßgeblich die wissenschaftliche Entwicklung in Bereichen wie Medizin, Psychologie, Anthropologie und Philosophie.

-----

1 Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.: Migräne. URL: http://www.dmkg.de/patienten/antworten-auf-die-wichtigsten-fragen-rund-um-den-kopfschmerz-onlinebroschuere/online_broschuere_migraene.html (03.04.2020).