Elektrofahrzeuge haben einen geringeren Wartungsaufwand

Arbeitsplatz in Gefahr: E-Autos in der Werkstatt

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Die eMobilität überrollt Deutschland: Elektroautos halten Einzug auf deutschen Straßen. Das Kraftfahrtbundesamt konnte eine deutliche Steigerung bei den Zulassungszahlen vermelden.

Im ersten Halbjahr 2019 sind die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 80 Prozent gestiegen. Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb unterwegs sein. Umweltschützer sind erfreut, doch die Kfz-Werkstätten sehen diese Entwicklung auch mit einem kritischen Auge. Neue Technik erfordert neue Werkzeuge und Weiterbildungen für die Mitarbeiter. Zudem sollen Elektrofahrzeuge mit einem geringeren Wartungsaufwand überzeugen, was vor allem den kleinen Werkstätten am Ende das Genick brechen könnte. Folgende Probleme könnten die Werkstätten in den nächsten Jahren ereilen:

  • Anschaffung neuer Werkzeuge
  • Fort- und Weiterbildungen für Mitarbeiter
  • Rückgang der Aufträge
  • Fehlende Experten für E-Autos
  • Erhöhtes Risiko durch Hochspannung

Neue Technik, aber keine Erfahrung

Wenn die Kunden mit ihren E-Autos in die Werkstatt kommen, gibt es keinen Verbrennungsmotor zu reparieren, keine Benzinleitungen, die undicht sind, und keine Kupplung, die verschlissen ist. Aufgrund der immer stärker werdenden Onlinepräsenz wird es in Zukunft für den Verbraucher einfacher und günstiger sein diverse Autoteile in günstigen Onlineshops direkt zu erwerben, wie z. B. www.euautoteile.de.

Doch viele Kfz-Mechaniker können aus diesem Grund gar nicht weiterhelfen, stattdessen benötigt es Elektriker und IT-Fachleute, um moderne E-Autos zu reparieren. Durch die komplexe Technik, die hinter der neuen Mobilität steckt, bangen viele Kfz-Mechaniker um ihren Job. Insbesondere erfahrene Leute, die bereits seit Jahren im Geschäft sind, aber mit der E-Mobilität bisher keinen Kontakt hatten, stehen vor dem Aus. Junge Leute können stattdessen mit frischem Wissen überzeugen. Dennoch sind die Zahlen ernüchternd: Nur knapp 60 Prozent aller Mitarbeiter in der Kfz-Branche sind laut eigener Angabe für die Arbeit am Elektrofahrzeug qualifiziert.

Um sich für das Geschäft mit den Elektroautos zu wappnen, müssen sich die Werkstätten neue Werkzeuge und Geräte zulegen. Einige Unternehmen sträuben sich jedoch davor, was früher oder später zu einem unschönen Ende des Unternehmens führen wird. Denn Elektroautos sind nach Meinung viele Experten die Zukunft. Eine Zukunft, für die es weitere Vorbereitung benötigt: Die Kfz-Mechaniker benötigen spezielle Lehrgänge und Weiterbildungen, um die Technik der Autos zu verstehen und überhaupt mit den Hochvoltsystem arbeiten zu dürfen. Immerhin sorgt die hohe Spannung auch für ein größeres Risiko beim Arbeiten.

Weniger Defekte, weniger Werkstätten

Dazu kommt, dass viele Elektrofahrzeuge einen geringeren Wartungsaufwand benötigen. Es gibt es keinen Verbrennungsmotor, keinen Tank und kein Getriebe, das repariert werden muss. Der Elektromotor ist längst nicht so störanfällig wie sein Pendant, das mit Kraftstoff angetrieben wird. Das wiederum führt dazu, dass viele Werkstätten an Arbeit verlieren und damit um die Existenz fürchten müssen. Auch Kfz-Mechatroniker landen somit auf der Straße. Experten sehen in der Zukunft einen deutlichen Rückgang der Beschäftigten.

Die positive Nachricht: Bis zum Jahr 2030 sollen die Auswirkungen durch die Elektromobilität kaum spürbar sein. Aktuell findet eine Vollauslastung in fast allen Betrieben statt, so Alois Huber, Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Schwaben. Dennoch ist es ratsam, sich rechtzeitig auf die neuen Technologien zu konzentrieren, um im Fall der Fälle gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Vor allem für kleinere Werkstätten wird es nicht einfach, die Investitionen für neue Werkzeuge, die mindestens 10.000 Euro betragen sollen, zu stemmen. Dennoch kann es sich schlussendlich auszahlen, denn die Anzahl an Elektroautos nimmt in Deutschland weiter zu. Auch das beste E-Fahrzeug muss irgendwann in die Werkstatt, um neue Ersatzteile zu bekommen. Und dann zahlt sich die Erfahrung aus.