Zucchini-Saison

Zucchini: Bitterer Geschmack? – Bei Verzehr kann Gesundheitsgefahr drohen

Zucchini Warnung
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Zucchinis könnten unter Umständen giftig sein.

Zucchini haben aktuell Saison und können schon länger geerntet werden. Allerdings kann das beliebte Gemüse auch zur echten Gefahr werden.

Dortmund – Zucchini haben im Juli und August ihre Hauptsaison, sind aber auch noch im September und Oktober regional erhältlich. Bis dahin kann man sich auch selbst im Garten oder auf dem Balkon ernten. Aber Vorsicht: Zucchini können zur echten Gefahr werden.

Gemüse/PflanzeZucchini
Wissenschaftlicher NameCucurbita pepo var. giromontiina
ArtKürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Zucchini ernten und essen: Das Gemüse kann gesundheitsschädlich sein

Einige Wildarten der eng verwandten Kürbisse und Zucchini sind ungenießbar und sogar giftig. Sie enthalten sogenannte Cucurbitacine, eine toxische Bitterstoffgruppe, die die Pflanzen vor Schädlingen, wie etwa Schnecken, schützen. Die gängigen, verzehrbaren Sorten von Kürbissen und Zucchini sind frei von Cucurbitacinen – eigentlich.

Allerdings können sich die Bitterstoffe auch außerhalb von Zier-Kürbissen bilden, wie das Magazin mein-schoener-garten.de berichtet. Vor allem das Wetter und die Witterungsbedigungen sind hierfür ausschlaggebend. So bilden sich die Cucurbitacine vor allem bei Hitze und anhaltender Trockenheit.

Auch wer Zucchini selbst anbaut und gerne großes Gemüse züchtet, sollte aufpassen: Der Cucurbitacin-Gehalt steigt außerdem mit fortschreitender Fruchtgröße und -reife (mehr Warnungen und Rückrufe bei RUHR24 lesen).

Zucchini kann giftig sein: Darauf sollten Verbraucher achten

Was macht Cucurbitacin so gefährlich? In großen Mengen kann es zunächst Brechreiz, Durchfall oder Magen- und Darmkrämpfe auslösen. Eine tödliche Dosis Cucurbitacin liegt beim Menschen je nach Körpergewicht zwischen 300 und 500 Milligramm.

Allerdings hat der Körper gewissermaßen einen natürlichen Abwehr-Mechanismus gegen den Stoff entwickelt: Der stark bittere Geschmack verhindert in der Regel, dass betroffene Zucchini überhaupt in größeren Mengen verzehrt werden. Daher wird vermutet, dass vor allem Menschen mit gestörtem Geschmackssinn von ernsten Vergiftungen durch Cucurbitacin betroffen sind. Denn die Vorkommnisse sind selten: Seit den 80er-Jahren wurden weltweit fünf Todesfälle gemeldet, der letzte 2015 in Deutschland.

Cucurbitacine in Zucchini verhindern: Das ist bei eigener Anpflanzung zu beachten

Wer selbst Zucchini im Garten oder auf dem Balkon anpflanzt, kann die Bildung der Bitterstoffe leicht verhindern – auch, wenn sie in kleinen Mengen keine direkte Gefahr für die Gesundheit sind. Zucchini sollten möglichst früh geerntet werden.

Video: Hochbeet – mit diesen Tipps wird es zum Erntewunder

Die Schale sollte weich sein und glänzen. Denn junge Früchte enthalten weniger Cucurbitacine. Ein weiterer Pluspunkt: Sie sind oft aromatischer als die riesigen und vollreifen Exemplare. Wer seine Zucchini-Pflanze gleich- und regelmäßig mit Wasser versorgt, kann die Bildung der Bitterstoffe ebenfalls verhindern.

Bevor eine selbst angebaute Zucchini gegessen wird, bietet sich ein Geschmackstest an dem noch rohen Gemüse an. Wenn sich eine bittere Note herauskristallisiert, sollte die vermutlich giftige Zucchini besser entsorgt werden. Zum Beispiel auf dem Kompost oder im Biomüll. Der Giftstoff ist zwar hitzestabil, wird in der Regel aber von den Mikroorganismen vollständig zersetzt.

Wenn die Ernte besonders üppig ausfällt, kann man Zucchini auch einfach einfrieren, wie 24garten.de* berichtet. Der Aufwand ist gering, aber die spätere Zeitersparnis beim Kochen enorm.

Zucchini und Zier-Gemüse nur getrennt anbauen: Schon beim Aussäen vorbeugen

Wer sowohl Zucchini, Kürbisse und Zierkürbisse selbst anbaut, sollte schon vor dem Aussäen Fehler vermeiden. So sollte essbares Gemüse nur dann ausgesät werden, wenn man ausschließen kann, das in den letzten Jahren nicht schon einmal Zierkürbisse in der Umgebung gewachsen sind.

Denn die Zierkübisse enthalten die Bitterstoffe sehr oft, da sie ohnehin ungenießbar sind. Manchmal übertragen sich diese Gene durch Bestäubung einer weiblichen Zucchini-Blüte mit Zierkürbis-Pollen auf die entsprechende Frucht und ihre Samen. Werden diese Zucchini-Samen dann im nächsten Jahr wieder verwendet, könnten die Pflanzen mit Cucurbitacin vergiftet sein. Mit gekauftem Bio-Saatgut geht man auf Nummer sicher. *24garten.de Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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