Gesundheitsrisiko

Zimt: Nicht alle Sorten sind gesund – Wirkung teils bedenklich

Zimt ist lecker und in jeder Küche ein Muss. Doch beim Kauf sollte man auf die Sorte achten – denn eine kann sogar schädlich für die Gesundheit sein.

Dortmund – Zimt soll antibakteriell sein und die Verdauung fördern: also ein echter Lifehack für die Gesundheit? Zimtsterne essen und dabei noch etwas Gutes für den Körper tun? Ganz so einfach ist es leider nicht. Wer zu viel Zimt isst, kann seiner Gesundheit auch schaden. Allerdings kommt es auf die Sorte an.

GewürzZimt
SortenCeylon-Zimt und Cassia-Zimt (China-Zimt)
Größte ProduktionsländerIndonesien, China, Vietnam, Sri Lanka

Zimt gesund oder schädlich? Inhaltsstoff kann zum Gesundheitsproblem werden

Das Problem mit dem Zimt ist das in dem Gewürz enthaltene Cumarin. Das ist ein natürlicher Pflanzenstoff, der in vielen Pflanzen – zum Beispiel in Lavendel, Dill oder Waldmeister – vorkommt. Er soll entzündungshemmend, beruhigend oder auch krampflösend wirken. Deshalb wird Cumarin mitunter auch in der Medizin oder in kosmetischen Produkten eingesetzt.

Eine gewisse gesundheitsfördernde Wirkung ist also tatsächlich bei Cumarin – und somit auch bei Zimt – gegeben. In Medikamenten ist der Pflanzenstoff allerdings wohl dosiert – denn in zu hohen Mengen kann Cumarin auch gefährlich werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat deshalb gewisse Grenzwerte für die Substanz festgelegt, die in Lebensmitteln oder auch Kosmetik nicht überschritten werden dürfen. Das wirkt sich auch auf den Verzehr von Zimt aus, zu viel sollte man davon nämlich nicht essen.

Zimt: Übermäßiger Verzehr kann aufgrund von Cumarin schädlich wirken

So kann laut dem BfR der übermäßige Verzehr von Cumarin zu Leberschäden oder im Extremfall Hepatitis mit Leberversagen verursachen. Bei besonders empfindlichen Menschen können jedoch schon geringe Mengen zu Leberschäden führen, dieser gilt allerdings reversibel.

Außerdem wurde im Rahmen von Tierversuchen festgestellt, dass der Pflanzenstoff bei Mäusen Krebs ausgelöst hat. Bislang konnten diese Ergebnisse noch nicht auf den Menschen übertragen werden. Das Institut gibt an, dass eine Menge von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilo Körpergewicht jedoch unbedenklich für die Gesundheit seien.

Zimt-Schock! So viel Gewürz dürfen Erwachsene maximal am Tag essen

Doch was heißt das für den Verzehr von Zimt? Wie viele Lebkuchen dürfen noch gegessen werden, wie viel Zimt darf auf den Milchreis gestreut werden, ohne dass es schädigend sein kann? Auch darauf hat das Institut eine Antwort – und die dürfte manchen Zimt-Fan schockieren.

So darf laut den Experten der Höchstwert von 50 Milligramm Zimt pro Kilogramm Lebensmittel nicht überschritten werden. Das heißt: Erwachsene sollten nicht mehr als 24 kleine Zimtsterne (120 Gramm) täglich essen! Das ist ein gestrichener Teelöffel oder zwei Gramm Zimt – so viel braucht man für das schnellste Zimtschnecken-Rezept der Welt. Für ein Zimtstern-Rezept von Merkur.de* werden sogar zwei Teelöffel Zimt verwendet. Das BfR rät daher „zu maßvollem Verzehr“ der Leckereien.

Ist Zimt gesund oder schädlich? Auf die Sorte kommt es an.

Zimt kaufen: Grenzwerte für Cumarin in Lebensmitteln festgelegt

Auch beim Einkaufen müssen sich Kunden wenig Gedanken machen, aus Versehen Produkte zu kaufen, die zu viel Cumarin beziehungsweise Zimt enthalten. Zwar gibt es in der EU keine Grenzwerte, wie viel Cumarin in Zimt enthalten sein darf, doch das BfR und die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) haben einen Richtwert für den Pflanzenstoff festgelegt, der in Lebensmitteln nicht überschritten werden darf.

So gelten seit 2011 folgende Grenzwerte für Cumarin in fertig verarbeiteten, zimthaltigen Lebensmitteln:

  • 50 Milligramm/Kilo in traditionellen oder saisonalen Backwaren, in denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist
  • Müsli und andere Frühstücksprodukte dürfen maximal 20 Milligramm pro Kilo Cumarin enthalten
  • In „Feinen Backwaren“ darf der Gehalt von 15 Milligramm pro Kilo nicht überschritten werden
  • 5 Milligramm/Kilo in Dessertspeisen

Zimt: Cassia oder Ceylon? Nicht jede Sorte ist bedenklich für die Gesundheit

Aber es gibt Hoffnung für Zimt-Fans. Denn nicht in jeder Sorte ist eine große Menge an dem potenziell gesundheitsschädigendem Cumarin enthalten. So gilt es generell zwischen zwei Zimtsorten zu unterscheiden: Ceylon- und Cassia-Zimt. So wird vor allem Cassia-Zimt als bedenklich eingestuft und die Angabe von 24 Zimtsternen gilt vor allem für diese Zimt-Sorte. Denn sie weist deutlich höhere Gehalte an Cumarin auf.

Wer auf Nummer sicher gehen will und sich deutlich mehr Zimtsterne, Lebkuchen und Plätzchen einverleiben will, sollte daher besser zu Ceylon-Zimt greifen. Der ist im Supermarkt zwar deutlich teurer – Cassia-Zimt ist bereits ab rund zwei Euro pro 100 Gramm zu haben, Ceylon-Zimt schlägt mit vier Euro deutlich mehr zu Buche. Doch der Cumarin-Gehalt bei Ceylon-Zimt ist deutlich geringer, weshalb die Sorte als unbedenklich eingestuft wird. *Merkur ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Canva, Collage: RUHR24

Mehr zum Thema