Richtige Pflege

Zimmerpflanzen schneiden: Eine Art kann beim Rückschnitt bluten

Wie im Garten auch, sollten Pflanzen in Wohnungen oder Häusern zurückgeschnitten werden. Der richtige Rückschnitt hat viele Vorteile für Pflanze und Besitzer.

Dortmund – „Gartenarbeit“ sollte auch in den eigenen vier Wänden nicht zu kurz kommen. Auch Zimmerpflanzen brauchen die richtige Pflege. Dazu gehört neben regelmäßigem Gießen und Umtopfen auch der Rückschnitt.

ThemaRückschnitt bei Zimmerpflanzen
Arten, die Rückschnitt benötigenFicus, Drachenbäume, Sukkulenten und Kakteen, rankende Pflanzen und Philodendren
Arten, die keinen Rückschnitt bekommen solltenPalmen, Cycassen oder Farne

Vorteile beim Zurückschneiden von Zimmerpflanzen

Den Wuchs von Zimmerpflanzen durch das Zurückschneiden von Zweigen und Ästen einzudämmen, hat Vorteile. Einerseits für den Besitzer: Es gibt wieder mehr Platz im Zuhause. Aber vor allem die Pflanzen selbst haben etwas davon.

Wenn die Pflanze von alten und schwachen Zweigen befreit wird, fördert das neues Wachstum. Sie kann also neue Triebe ausbilden. Außerdem gelangt nach dem Schnitt mehr Licht an die Blätter.

Diese Zimmerpflanzen vertragen (k)einen Rückschnitt

Das gilt für die meisten Arten, aber nicht für Palmen, Cycassen oder Farne. Sie dürfen nicht zurückgeschnitten werden. Das liegt daran, dass sie aus einem Stamm oder Kern wachsen. Dieser darf nicht beschädigt werden. Einzelne braun gewordene Blätter wegzuschneiden ist aber kein Problem.

Besonders dankbar für einen Rückschnitt sind dagegen laut 24garten.de diese Arten: Ficus, Drachenbäume, Sukkulenten und Kakteen, rankende Pflanzen und Philodendren.

Beim Ficus gibt es allerdings die Schwierigkeit, dass dieser „blutet“. Beim Schneiden tritt weißlicher Saft aus, der am besten nicht mit Haut in Kontakt kommen sollte. Bei dieser Pflanze also – um Hautirritationen zu vermeiden– Handschuhe zum Gärtnern anziehen!

Rückschnitt von Pflanzen immer oberhalb eines „schlafenden Auges“

Die oben genannten Pflanzenarten stecken es gut weg, wenn sie an den richtigen Schnittstellen gekürzt werden. Das kommt durch die sogenannten „schlafenden Augen“. Das sind Blattansätze, die bisher nicht ausgetrieben haben. Sie sehen wie kleine Wölbungen am Stiel aus.

Die schlafenden Augen kompensieren notfalls das Wegfallen anderer Zweige oder Äste. Deshalb treiben sie aus, wenn viel von der Pflanze abgeschnitten wird. An dieser Stelle können auch Ableger gebildet werden.

Zimmerpflanzen zuschneiden: Der richtige Schnitt für Zimmerpflanzen ist individuell

Beim Rückschnitt sollte der Zweig immer oberhalb eines schlafenden Auges gekürzt werden. Je nachdem, wie groß die Pflanze werden soll, gilt es, nur ein kleines Stück zu entfernen oder aber kräftig zurückzuschneiden. Mindestens ein schlafendes Auge pro Zweig sollte immer stehen gelassen werden.

Denn ohne einen Blattansatz kann die Pflanze nicht mehr neu austreiben und geht ein. Eine Ausnahme gilt, wenn die Pflanze von Krankheitserregern befallen ist. Dann ist ein radikaler Rückschnitt oft die einzige Überlebenschance.

Wachstum von Zimmerpflanzen beeinflussen: Rückschnitt bestimmt Richtung und Dichte

Wer beim Rückschnitt darüber hinaus einige Tipps beachtet, kann außerdem beeinflussen, in welche Richtung und mit welcher Dichte die eigenen Pflanzen wachsen.

Besonders buschiges Wachstum gibt es zum Beispiel, wenn nur die obersten Triebe abgeknipst werden. Auch Asymmetrien können durch den richtigen Schnitt ausgeglichen werden. Einfach auf der entsprechenden Seite mehr kürzen, sodass die Enden der Zweige wieder auf einer Höhe sind (mehr Garten-News bei RUHR24).

Nicht ausnahmslos alle Zimmerpflanzen vertragen es, zurückgeschnitten zu werden.

Zimmerpflanzen zuschneiden: Schwache Triebe beim Rückschnitt kürzen

Ähnlich funktioniert das auch bei Kletterpflanzen: Soll die Kletterpflanze schön buschig wachsen, musst man den Haupttrieb kürzen. Soll die Kletterpflanze lang werden, sollten die Seitentriebe gekürzt werden.

Bei kranken oder schwachen Trieben gilt als Faustregel, dass grundsätzlich mindestens die Hälfte des Triebs gekürzt werden sollte.

Der richtige Zeitpunkt, um Zimmerpflanzen zurückzuschneiden ist im Frühling, Sommer oder Herbst

Zimmerpflanzen sind, was den Zeitpunkt des Rückschnitts angeht, nicht besonders empfindlich. Geschnitten werden kann im Frühling, Sommer und Herbst. Im Winter befinden die Pflanzen sich in Ruhephase. Dann sollte man sie lieber nicht durch einen neuen Schnitt stressen. Vertrocknete oder kranke Blätter und Äste können und sollen trotzdem entfernt werden.

Optimal ist es, die Pflanze 10 bis 14 Tage nach dem Rückschnitt in frische, mit einem Langzeitdünger versehene Erde umzutopfen. So hat sie noch bessere Voraussetzungen, um in die neue Wachstumsphase zu starten.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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