Was nach einem Stich zu tun ist

Zecken im Sommer: Gefahr vor Krankheiten ist dieses Jahr besonders hoch

Der Sommer zieht auch gefährliches Ungeziefer an. Aktuell sind besonders viele Zecken unterwegs. Die Borreliose-Gefahr durch einen Stich ist 2021 besonders hoch.

Dortmund – Wenn die Temperaturen steigen, werden auch die meisten Kleintiere aktiver. Und einige von ihnen können ganz schön gefährlich werden – etwa Zecken. Aber wie schützt man sich vor ihnen? Und was passiert, wenn man bereits gestochen wurde?

EktoparasitZecken
UnterklasseMilben (Acari)
SaisonFebruar bis Oktober

Zecken im Sommer 2021: Borreliose-Gefahr nach Zeckenstich ist besonders hoch

Die Gefahr, von einer Zecke gebissen – oder vielmehr gestochen – zu werden, ist im Sommer 2021 besonders hoch. Denn die Zecken fühlen sich bei Temperaturen zwischen 14 und 23 Grad sehr wohl und lieben Regen und Luftfeuchtigkeit, wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtet. Das Wetter in NRW der vergangenen Wochen hat ihnen also perfekte Bedingungen geboten.

Schon 2020 war laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ein Zecken-Rekord-Jahr: Mit 704 FSME-Erkrankungen wurde die bislang höchste Anzahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. 2021 könne es laut den Experten ähnlich aussehen. Schuld daran sei auch der milde Winter.

Bevorzugte Lebensräume der Zecken sind feuchte Jungwälder, Gebiete um Seen und Flüsse, Waldlichtungen und Waldränder aber auch Freibäder, Spiel- und Sportplätze sowie Gärten. Wer sich im Sommer an solchen Orten aufhält, sollte sich danach gründlich auf Zecken untersuchen. Das Gleiche gilt für Kinder und Haustiere. Aber Vorsicht: Wer bei Katzen gängiges Zeckenschutzmittel anwendet, kann ihnen gesundheitlich schaden.

Sommer 2021: Gefahr von Borreliose durch Zecken ist jetzt besonders hoch

Das Gefährliche an Zecken: Die Parasiten können ernsthafte Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen, wobei Borreliose häufiger ist. Etwa ein Drittel der Zecken in Deutschland tragen laut RKI den Erreger in sich. Gegen die Krankheit gibt es keine Impfung, gegen FSME hingegen schon.

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, wird durch Bakterien übertragen. Die Krankheit kann Haut, Nervensystem, Gelenke sowie das Herz betreffen. Auch der Verlauf ist sehr unterschiedlich und die Symptome lassen sich nicht immer zuordnen – Laien missinterpretieren sie daher leider oft.

Symptome für Borreliose können sein:

  • Wanderröte – ein roter Kreis um die Einstichstelle der Zecke der nach einigen Tagen oder Wochen auftritt
  • Gelenkentzündungen oder Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Sommer 2021: Zecke sollte nach einem Stich dringend entfernt werden

Nicht nur wegen der uneindeutigen Symptome wird Borreliose oft übersehen oder sehr spät entdeckt. Laut einer Studie der Uni-Klinik Leipzig wird oft nicht einmal der Zeckenstich wahrgenommen. Demnach bemerken ihn nur etwa 70 Prozent der Betroffenen. Und das auch häufig erst, wenn schon etwas Zeit vergangen ist.

Wer im Sommer draußen unterwegs ist, sollte auf Zecken achten.

„Es ist wichtig, Kleidung und Körper nach einem Waldspaziergang gründlich abzusuchen“, erklärt der Biologe Martin Komorek gegenüber 24vita. Helle Kleidung helfe außerdem, noch herumkrabbelnde Zecken schnell zu erkennen.

Und was wenn man nach einem Spaziergang doch eine Zecke findet, die sich bereits festgebissen hat? „Der beste Schutz vor einer Borreliose ist das schnelle Entfernen der Zecken“, schreibt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Diesen Schritt nach einem Zeckenbiss rät auch eine Professorin aus Dortmund.

Zecken entfernen: bei Symptomen schnellstmöglich zum Arzt

Wenn man sich mit der Krankheit infiziert hat, treten in einigen Fällen schon im ersten Stadium Symptome wie ringförmige Hautrötungen um den Zeckenstich auf. Auf Kopfschmerzen und Müdigkeit sind dann schon möglich (mehr Warnungen und Rückrufe bei RUHR24 lesen).

Wichtig: Eine Selbstdiagnose oder das Deuten von Symptomen ersetzt niemals den Gang zum Arzt. Je früher eine Infektion mit Borreliose entdeckt wird, umso besser kann sie mit Antibiotika bekämpft werden. Ebenso erwähnenswert: Die Borreliose ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend.

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