Verbraucher, aufgepasst

Warnung vor Wurst: Diese Sorte besser nicht essen – 72 Prozent verunreinigt

Viele Deutsche greifen gerne zur herzhaften Wurst – bei einer Sorte sollten sie allerdings aufpassen. Ein Bundesamt warnt aktuell.

Dortmund – Zu einem deftigen Abendbrot gehört sie für viele dazu: Wurst. Für eine spezielle Sorte spricht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit allerdings eine Warnung aus.

BehördeBundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
PräsidentFriedel Cramer
Gründung2002

Wurst-Warnung: In drei Viertel der getesteten Wurstwaren wurde Blei gefunden

Es gibt viele Sorten von Wurst – von der Bärchenwurst bis hin zur Edelsalami. Bei einer speziellen Art sollten Verbraucher aber aufpassen: Wurstwaren mit Wild können für einige Personen sogar gefährlich werden.

Das Bundesamt erklärt, dass durch bleihaltige Munition bei der Jagd Wildfleisch mit Blei verunreinigt werden kann. Und das ist keine Seltenheit: „Bei rund drei Viertel der untersuchten Wurstwaren mit Wild wurde Blei nachgewiesen“, erklärt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin.

Warnung vor Wurst aus Wild: In 72 Prozent der Proben Blei enthalten

Für die Untersuchung hat das Bundesamt 75 Wurstwaren mit Wild auf den Bleigehalt untersucht. Unglaublich: Bei 54 Proben wurde Blei nachgewiesen – das sind 72 Prozent.

Dabei mussten sieben Proben beanstandet werden, sechs hat das Bundesamt als „nicht zum Verzehr geeignet“ und eine sogar als gesundheitsschädlich eingestuft. Dabei konnte festgehalten werden, dass der Wildfleisch-Anteil ein entscheidender Faktor ist. Je mehr Wild enthalten ist, desto höher der Bleigehalt.

Außerdem hat sich herausgestellt, dass Waren mit Wildschwein tendenziell stärker belastet waren als Erzeugnisse aus Reh oder Hirsch.

Wurst-Warnung: Blei kann das zentrale Nervensystem und innere Organe schädigen

Das Problem am Blei: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung können erhöhte Bleiwerte im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen.

„Blei ist schon in geringen Mengen schädlich“, sagt der derzeitige Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) Prof. Dr. Dr. Jan Backmann. Weiter betont er, dass vor allem Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter kein Wild essen sollten, welches mit Bleimunition geschossen wurde. Interessant: Im Gegensatz zu Fleisch vom Rind, Schwein, Schaf oder Geflügel besteht für Wild bislang kein Grenzwert für Blei.

Vorsicht, derzeit wird vor einer speziellen Wurst gewarnt.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt aktuell nicht nur vor Wurst. Das Bundesamt hat auch gefährliche Keime in Keksteig gefunden. Dabei sollten Verbraucher unbedingt vermeiden, den rohen Teig zu naschen, da in zahlreichen Produkten Keime gefunden wurden.

Rubriklistenbild: © Daniel Roland/AFP; Collage: RUHR24

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