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So pflanzen und pflegen Sie Ihre Amaryllis

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Die Amaryllis ist gerade zur düsteren Winterzeit beliebt.

Die Amaryllis ist eine farbenprächtige Blühpflanze, die vor allem im Winter etwas Leben in die Bude bringt. Aber wie wird die Zwiebelblume richtig gepflanzt und gepflegt?

  • Die Amaryllis ist besonders im Winter beliebt.
  • Die Zwiebelblume braucht allerdings viel Pflege.
  • Beachten Sie auch: Die Amaryllis ist giftig.

Wer die Schnauze voll hat vom eintönigen Winter, der ist mit einer Amaryllis genau richtig beraten. Die Zwiebelblume ist besonders im Herbst und zur Weihnachtszeit gerne gesehen, da sie mit ihrer Farbenpracht etwas Licht ins Dunkel bringt. Alles, was sie zur Pflanzzeit, Pflanzort und Pflege der Blühpflanze wissen müssen, erfahren Sie hier.

Amaryllis: Woher stammt sie?

Streng genommen ist der Name Amaryllis nicht korrekt. Die Pflanze gehört zwar zur Familie der Amaryllis-Gewächse, botanisch ist sie aber der Gattung Hippeastrum zugeordnet. Der Gattungsname Hippeastrum geht auf die griechischen Wörter "hippeos" für Ritter und "astron" für Stern zurück und beschreibt damit die sternförmigen Blüten der Pflanze. Im Deutschen ist sie deshalb auch als Ritterstern bekannt.

Der Ritterstern stammt ursprünglich aus den peruanischen Anden, Brasilien oder Bolivien. Aufgrund seiner Herkunft ist der Lebenszyklus der Pflanze auf tropische Verhältnisse ausgerichtet. Das heißt: Zur kühlen und trockenen Jahreszeit verbleibt die Amaryllis als Knolle oder Zwiebel unter der Erde und fängt erst bei milderen Temperaturen und viel Wasserzufuhr an zu sprießen. Da in Südamerika die Regenzeit im November beginnt, treiben deshalb auch die Amaryllis meist im Herbst aus.

Die botanisch echte Amaryllis (Amaryllis bella-donna) ist hierzulande als Belladonnalilie bekannt und zeigt schon im Spätsommer ihre rosafarbenen und duftenden Blüten*. Im Gegensatz zum Ritterstern stammt diese jedoch aus Südafrika.

Wann muss die Amaryllis gepflanzt werden?

Die Pflanzzeit der Amaryllis ist relativ flexibel, da die Zwiebeln unter ungünstigen Bedingungen gar nicht erst austreiben. So können Sie diese gut bei fünf bis acht Grad Celsius an einem dunklen Ort lagern, ohne dass sich etwas regt. Erst wenn das Substrat eine Temperatur von zehn Grad vorweist, in der Umgebung Zimmertemperatur vorherrscht und sich die Pflanze an einem hellen Standort befindet, treibt sie langsam aus.

Den perfekten Pflanzzeitpunkt können Sie sich dann selbst aussuchen. Da die Pflanze vor allem zur Weihnachts- und Neujahrszeit beliebt ist, ergeben sich verschiedene Optionen:

  • Pflanzzeit Ende September/Anfang Oktober - Blüte im Advent
  • Pflanzzeit Anfang November - Blüte zu Weihnachten
  • Pflanzzeit Dezember/Januar - Blüte im Frühling

Amaryllis pflanzen - eine Anleitung

Beim Anpflanzen der Amaryllis spielt das Substrat eine große Rolle: Aufgrund ihrer südamerikanischen Herkunft bietet sich ein humusarmes Substrat mit einem hohen Anteil an mineralischen Komponenten gut an. Geeignet wäre auch eine normale Blumenerde, die mit viel Sand oder Tongranulat gemischt ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass keine Staunässe entsteht, da die Zwiebel sonst zu faulen beginnt und nicht mehr zu gebrauchen ist.

Deshalb sollte die Amaryllis nur in ein Gefäß eingepflanzt werden, dass über eine Bodenöffnung verfügt, die als Wasserablauf dienen kann. Darüber füllen Sie den Topf mit Tonscherben oder Blähton-Kügelchen als Drainage an und decken das Ganze mit einem luft- und wasserdurchlässigem Vlies ab.

Anschließend gehen Sie beim Pflanzen der Amaryllis folgendermaßen vor:

  • Füllen Sie den Blumentopf zu zwei Drittel mit Substrat.
  • Pflanzen Sie die Zwiebel oder Knolle mit nach oben gerichteter Spitze ein.
  • Lassen Sie zwischen drei und fünf Zentimeter Platz zwischen Pflanze und Rand.
  • Füllen Sie den Blumentopf so mit Erde auf, dass die Zwiebel noch zur Hälfte sichtbar ist.
  • Gießen Sie die Zwiebel vorsichtig an.

Suchen Sie sich anschließend einen hellen und sonnigen Standort für die Amaryllis. Bei Temperaturen von 18 bis 23 Grad Celsius wird sie langsam beginnen, auszutreiben. Bis dahin können aber sechs bis acht Wochen vergehen. Je mehr sie von ihren Blütenschäften und Blattstummel zeigt, umso mehr sollten Sie sie gießen* und mit dem Düngen beginnen.

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Amaryllis im Glas anpflanzen: So funktioniert's

Alternativ lässt sich eine Amaryllis auch in einem speziellen Sanduhr-förmigen Glas anpflanzen. Dazu geben Sie abgekochtes Wasser in den Bauch des Glases und legen ein Stück Holzkohle dazu, um gegen Fäulnis vorzubeugen. Die Amaryllis-Zwiebel legen Sie dann auf das obere Ende des Glases, etwa in fünf bis sechs Zentimeter Abstand zum Wasser. Achten Sie darauf, dass Wasser regelmäßig zu tauschen, damit die Wurzeln nicht zu faulen beginnen.

Nach der ersten Blüte müssen Sie die Amaryllis jedoch vom Glas in einen Topf pflanzen, wenn Sie möchten, dass sie nächsten Jahr auch noch einmal blüht. Bedecken Sie die Knolle dabei zur Hälfte mit Substrat und entfernen Sie die verwelkten Blüten.

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Amaryllis-Pflanze : So klappt es mit der Pflege

Damit Sie über mehrere Jahre etwas von Ihrer Amaryllis haben, sollten Sie diese gut pflegen. Befolgen Sie einfach folgende Anleitung fürs ganze Jahr und Sie werden erneut Ihre Freude an der Pflanze haben:

Frühjahr:

  • Topfen Sie die Amaryllis um und versorgen Sie sie mit frischem Substrat.
  • Entfernen Sie alte Wurzeln und abgestorbenes Material z.B. verwelkte Blüten.
  • Sobald der Blütenstängel welk wird, schneiden Sie auch diesen ab.
  • Gießen und düngen Sie die Amaryllis weiterhin regelmäßig.
  • Stellen Sie die Pflanze an einen wärmeren Standort, damit sich wieder Blätter bilden können.

Spätsommer:

  • Ab August die Amaryllis nur noch mäßig gießen und nicht mehr düngen.

Herbst:

  • Schneiden Sie im September verwelkte Blätter* ab.
  • Lagern Sie die Zwiebel in einem Zeitungspapier an einem kühlen und dunklen Ort bei acht bis 15 Grad.
  • Die Ruhepause endet einen Monat, bevor die Amaryllis wieder blühen soll. Dann wird sie wieder in einen Topf eingepflanzt.

Lassen sich die Amaryllis auch im Garten anpflanzen?

Die als Ritterstern (Hippeastrum) bekannte Pflanze eignet sich aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit nur für einen Anbau im Topf. Allerdings gibt es die sogenannte Gartenamaryllis (Crinum x powellii), die auch zu den Amaryllis-Gewächsen gehört und im Frühjahr im Garten angepflanzt werden kann. Allerdings stammt diese aus Südafrika und ist nur entfernt mit dem Ritterstern verwandt. Im Deutschen ist sie auch als Hakenlilie bekannt.

Ist die Amaryllis giftig?

Tatsächlich ist der Giftgehalt der Amaryllis beachtlich. Besonders das Alkaloid Lycorin verursacht heftige Übelkeit, schwere Schweißausbrüche und Benommenheit bis zu Herz-Rhythmus-Störungen und Lähmungen. Schon der Verzehr von wenigen Gramm der Zwiebel kann tödlich enden. Deshalb sollten Sie unbedingt Kinder und Haustiere von der Pflanze fernhalten.

Auch der Hautkontakt zur Amaryllis ist äußerst unangenehm: Der Pflanzensaft verursacht Reizungen, Schwellungen und Entzündungen. Darum ist es wichtig, dass Sie beim Arbeiten mit der Pflanze stets Handschuhe tragen. Auch Schnittgut sollten Sie nur auf dem Kompost entfernen, wenn sich keine Tiere in seiner Nähe aufhalten.

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Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern.
Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern. © pixabay/annawaldl
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze. © pixabay/annawaldl
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Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit, den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage. © pixabay/Counselling
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung.
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung. © pixabay/KIMDAEJEUNG
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen, kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. © pixabay/annawaldl
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem.
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem. © pixabay/MIH83
Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen.
Schon beim Anlegen des Gartens drohen viele Fehler: Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen. © pixabay/Hans
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können.
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können - und dementsprechend mehr Platz einberechnen. © pixabay/Gellinger
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen.
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen. © pixabay/Jing
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können.
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können. © pixabay/mjordano

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