Umstrittene Fußball-WM

Supermarkt-Angebote zur WM 2022: Vorgehen bei Edeka, Rewe und Kaufland konträr

Die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft in Katar stößt auf viel Kritik. In Supermärkten ist die WM-Stimmung zum Teil ebenfalls noch gering.

Dortmund – Vor einer Fußball-Weltmeisterschaft sind in Deutschland normalerweise alle Zeichen auf „schwarz-rot-gold“ gesetzt. In Supermärkten und Discountern ist die Fußballstimmung allerdings noch nicht wirklich aufgekommen. Das hat mehrere Gründe, wie Edeka, Kaufland, Rewe und Penny gegenüber RUHR24 mitteilen.

Supermarkt-Angebote zur WM in Katar – Rewe und Penny verzichten nur teilweise auf Verkauf

Die Lebensmitteleinzelhändler müssen sich auf sozialen Plattformen bereits viele kritische Fragen über den Verkauf von WM-Artikeln anhören. Denn viele Kunden setzen sich in den Kommentaren lautstark für einen Boykott der Fußball-WM in Katar ein. Damit verlangen sie auch den Verzicht auf den Verkauf von WM-Artikeln in den Märkten.

Der Hintergrund für die Kritik sind unter anderem gravierende Menschenrechtsverstöße im Wüstenstaat, weshalb einige Kneipen in NRW die WM-Spiele nicht zeigen werden. Aber wie stehen Rewe, Penny, Aldi, Kaufland und Edeka zum Verkauf von WM-Artikeln?

Supermärkte und Angebote zur WM in Katar – Rewe äußert sich

Auf Anfrage von RUHR24 hat die Rewe Group mitgeteilt, dass Rewe und Penny die WM „im Hinblick auf das Marketing begleiten“. Rewe bietet beispielsweise ein DFB-Sammelalbum an. Das Unternehmen geht jedoch von einem vergleichbar geringem Interesse für die diesjährige WM aus. Trotzdem erhoffe man sich „positive Abstrahleffekte auf die klassischen Sortimentsbereiche, wie Getränke und Snackartikel“.

Als Gründe nennt der Pressesprecher Andreas Krämer neben den grundlegenden Diskussionen zur WM auch den Zeitraum, in der das Sportevent fällt. Vor Beginn der Weihnachtszeit bereite sich der Handel und die Kunden auf die Feiertage vor. Ein umfassendes Fußball-Sortiment ist dementsprechend nicht zu erwarten.

RUHR24 hat nachgefragt, welche Supermärkte dieses Jahr WM-Artikel verkauft.

Pünktlich zu Weihnachten hat Penny daher auch die legendären Zipfelmänner umbenannt und will damit während der WM ein Zeichen gegen Homofeindlichkeit im Fußball setzen.

Fußballartikel zur WM in Katar – Kaufland lockt Kunden bereits vor WM-Beginn mit Angeboten

Auf Fußballbrötchen und Grillwürste müssen Kunden bei Kaufland in diesem Jahr nicht verzichten. Trotz der kontroversen Diskussionen bietet der Einzelhändler wie gewohnt Fan-Artikel zur Fußball-WM an. Was allerdings überrascht: Kaufland bietet die Fußballwaren bereits Wochen vor WM-Beginn zu Rabattpreisen an, wie die HNA berichtet.

Auf Anfrage gibt Kaufland gegenüber RUHR24 an, die Produkte in erster Linie aufgrund der Bedeutung des Fußballs und die Begeisterung für den Sport zu verkaufen.

Edeka und Aldi Süd äußern sich zu Verkauf von WM-Artikeln – überschaubares Sortiment möglich

Aldi Süd und Edeka planen im Rahmen dieser Weltmeisterschaft keine flächendeckenden Aktionen oder Kampagnen. Edeka erklärt jedoch, dass die rund 3.500 Marktleiter über das Sortiment und Aktionen in den Filialen eigenständig entscheiden. Eine eindeutige Antwort sei daher nicht möglich, da der Verkauf von WM-Artikeln individuell und begrenzt auf lokale oder regionale Gebiete stattfinde.

Aldi Süd bietet laut eigenen Angaben dieses Jahr lediglich ein kleines und sehr ausgewähltes Sortiment an Fußballartikeln an.

Lidl verkauft Panini-Sammelalbum und erntet Kritik – Begeisterung zum Fußball steht im Fokus

Der Discounter Lidl verkauft seit einigen Wochen bereits das Panini-Sammelalbum zur WM 2022. Dafür musste der Einzelhändler jedoch schon Kritik von zahlreichen Facebook-Nutzern einstecken.

Lidl verkauft dieses Jahr wieder Panini-Sticker.

Der Discounter reagierte mit einem Statement und gab an, vor allem die sammelbegeisterten Fans mit dem Sticker-Album erreichen zu wollen. Die hitzige Debatte rund um die Fußball-WM in Katar sei dem Unternehmen ebenfalls bewusst. Trotzdem biete ein solches Sportereignis die Möglichkeit, um insbesondere junge Menschen vom Sport zu begeistern, so Lidl.

Die Einzelhändler sind insgesamt also eher zurückhaltend mit dem Verkauf von Fußballartikeln. In dem völlig ungewohnten winterlichen Zeitraum scheinen die Supermärkte möglicherweise vermehrt auf das Weihnachtsgeschäft zu bauen, als auf den Verkauf von Fußballartikeln während einer grundsätzlich kontroversen WM.

Rubriklistenbild: © Levine-Roberts/Joerg Boethling/Imago, Collage: RUHR24

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