Wish-App: Reklamation unerwünscht - deswegen solltet ihr bei Bestellungen vorsichtig sein

Verbraucherzentrale. Foto: dpa
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Verbraucherzentrale. Foto: dpa

In der Shopping-App Wish bekommen Kunden viele Sachen zu besonders günstigen Preisen. Doch das Angebot ist mit dubiosen Maschen verbunden. Hier die Infos.

Wer über die Shopping-App "Wish" bestellt, macht dies meist aus Kostengründen. Denn die Plattform lockt mit stark vergünstigten Preisen und einem großen Angebot. Doch viele Produkte kommen beschädigt an oder kosten am Ende viel mehr als angegeben. Verbraucherschützer warnen nun deshalb.

Egal ob Mode, Schmuck, Krimskrams oder Kosmetik - bei Wish gibt es alles, was das Shopping-Herz begehrt. Und das Beste daran: Die Preise sind so günstig, dass es sich im Grunde jeder leisten kann.

Mit wenigen Klicks zum Traumprodukt sozusagen. So sieht jedenfalls die Theorie aus. In der Praxis nämlich kommt es immer häufiger zu Kundenbeschwerden. Gesammelt hat diese die Verbraucherzentrale, die auch schon in der Vergangenheit dubiose Online-Shops unter die Lupe genommen hat.

So funktioniert die Wish-App

Mit dem Slogan "Wish - Smart Shoppen & Sparen" wirbt der Anbieter für seine Shopping-App. Dabei ähnelt die Plattform einem alten Bekannten - genauso wie auf Ebay können Händler ihre Waren auf Wish weiterverkaufen.

Die Idee stammt aus den USA. Der Anbieter hat seinen Sitz im kalifornischen San Francisco. Laut eigenen Aussagen des Unternehmens hätte Wish derzeit 70 Millionen aktive Benutzer, eine Million Händler und mehrere Millionen Artikel im Angebot.

Auf dem Instagram-Account "weird_stuff_on_wish" werden die kuriosesten Artikel vorgestellt:

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Die Produkte seien angeblich 60 bis 90 Prozent günstiger als im Einzelhandel. Stiftung Warentest schreibt, dass die Schnäpp­chen-Preise damit begründet werden, dass der Kunde die Ware direkt vom Hersteller bezieht. Dabei verkauft Wish nicht selbst, sondern funktioniert nur als Vermittler. Die eigentlichen Verkäufer stammen nach Einschätzung deutscher Verbraucherschützer vor allem aus China.

Preise oft anders als angegeben

Weil die Produkte von anderen Kontinenten nach Europa gebracht werden, sind sie oft viel teurer als auf der Seite angegeben. Grund dafür sind Steuern, Zollgebühren und Versandkosten. Die Kunden trifft dann meist der Schlag, wenn sie die Rechnung von Wish bekommen.

Wegen der weiten Entfernung zwischen Absende- und Zielland sind außerdem die Lieferzeiten meist sehr lang. Sie können schon mal mehrere Wochen betragen. Das Unmögliche dabei: Die Rechnung könnte kommen, bevor die Ware überhaupt eingetroffen ist. Wer sie nicht zahlt, riskiert Mahnungen oder Inkassokosten.

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Die Verbraucherzentralen in Deutschland haben einige Beschwerden gegen Wish zusammengetragen. In den meisten von ihnen geht es darum, dass Produkte entweder beschädigt waren oder gar nicht ankamen. Testkäufe der Verbraucherzentrale Brandenburg bestätigen die Qualitätsabweichungen. So gehören etwa falsche Größenangaben oder abweichende Beschreibungen zum Alltag bei der App. Doch umtauschen, ist nicht nicht so einfach.

Wish sperrt Kunden, die sich beschweren

Verbraucherschützer warnen auch vor dem Umgang mit Reklamationen bei Wish. Demnach sperrt das Shopping-Portal den Zugang für Kunden, die sich per Mail beschweren, eine Reklamation gemacht oder Waren zurückgeschickt haben. Die Sperrung erfolgt laut Stiftung Warentest ohne Vorwarnung.

„Dein Konto wurde wegen über­mäßig vieler Rück­erstattungen markiert“, heißt es in der Nach­richt, die Wish an seine Kunden verschickt. Ab wie vielen Rücksendungen die Sperrung greift, ist unklar.

Kunden mit "markierten" Konten können jedenfalls keine Reklamationen mehr vornehmen, nur neue Bestellungen sind noch erlaubt. Das Krasse daran: Wish fordert seine Kunden sogar auf, neue Bestellungen zu tätigen. Nur so könnte das Konto wieder reaktiviert werden. Verbraucherschützer warnen vor dieser dreisten Masche. Denn durch zusätzliche Bestellungen könnte sich der finanzielle Schaden für Kunden nur weiter vergrößern.

Bei Problemen an die Verbraucherzentrale wenden

Falls ihr bei Wish eingekauft habt und es mit eurer Bestellung ein Problem gibt, solltet ihr euch an die Marktwächter der Verbraucherzentrale wenden und im besten Fall das Beschwerdeformular ausfüllen.

Nur wenn sich Kunden gezielt beschweren, können Verbraucherschützer gegen dubiose Apps vorgehen. Weitere Informationen zu Wish bekommt ihr bei der Verbraucherzentrale.