Schnee oder doch nur Regen?

Winter in Deutschland: Experten beobachten irres Wetter-Phänomen

Winter 2020/21: Könnte ein Polarwirbel-Split für Schnee sorgen?
+
Winter 2020/21: Könnte ein Polarwirbel-Split für Schnee sorgen?

Seit September zeigt sich über dem Nordpol ein besonderes Wetter-Phänomen. Experten erklären, wie sich das auf den Winter 2020 auswirken kann.

Dortmund – Häufig wird gesagt, Wetter sei nur für drei Tage vorhersehbar. Mehrere Meteorologen wagen sich nun aber an eine Langzeitvorhersage für das Wetter im kommenden Winter. Ihnen geht es vor allem um die Frage: Fällt in diesem Jahr Schnee? Oder doch nur wieder Regen?

Unternehmen

Wetter.de

Betreiber

RTL interactive

Gründung

2000

Eigentümer

RTL Group

Winter 2020: Polarwirbel bildet sich - Wetter-Experten beobachten kurioses Phänomen

Der Sommer geht und damit werden auch die Tage kürzer. Der meteorologische Herbstanfang ist der 1. September. Bedeutet: Es wird kälter,  Herbst und auch der Winter werden langsam eingeläutet.

Dafür ist der sogenannte Polarwirbel verantwortlich. Schon im September ist der Polarwirbel auf Wetterkarten gut zu sehen

Polarwirbel sind besonders dann stark ausgeprägt, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Pol und Äquator groß sind. Im Sommer schwächen sie sich ab. Im Winter können sie jedoch kalte Luft zu uns befördern. Allerdings vor allem dann, wenn der Polarwirbel eher schwach ist oder sich sogar teilt. So kann der Wirbel Hinweise darauf geben, wie der Winter wird.

Wetter-Phänomen: Was ist ein Polarwirbel und wie entsteht er

RTL-Meteorologe Björn Alexander sagt gegenüber Wetter.com: "Der Polarwirbel entsteht im Laufe des Herbstes und verstärkt sich in den Wintermonaten deutlich. Also genau dann, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß sind."

Wenn das Wetter zu Beginn des meteorologischen Winteranfangs am 1. Dezember dann so richtig kalt und winterlich wird, ist es nördlich des Polarkreises über eine lange Zeit dunkel. Das hat zur Folge, dass der Polarwirbel dort immer kälter wird (mehr Service-Themen auf Ruhr24.de).

Winter-Wetter 2020/21: Polarwirbel kann Kälte nach Europa bringen

Ein starker und intakter Polarwirbel sorgt allerdings dafür, dass bei uns die Winde aus Westen kommen. Sie bringen eher milde und feuchte Luft mit sich: Mitunter ist dann vor allem Regen und Matschwetter angesagt.

Winter-Wetter 2020: Meteorologen wagen die ersten Langzeitprognosen.

Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit, wie sich der Polarwirbel über die Wintermonate verhalten kann. Wenn der Polarwirbel schwach ausgeprägt ist und es sogar zu einem Polarwirbel-Split kommt, kann es bei uns sehr kaltes Wetter geben. Denn dann kommen die Winter-Winde aus dem Osten zu uns. Diese bringen die Kaltluft aus Nord- und Nordosteuropa mit sich. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir im Winter Schnee bekommen.

Wie lässt sich das Wetter des kommenden Winters nun davon ablesen?

Alleine, dass der Polarwirbel sich derzeit langsam aufbaut, bedeutet noch rein gar nichts. Denn das passiert in jedem Jahr, wenn es langsam auf den Winter zugeht. Jedoch können Computer daraus eine Vorhersage für mehrere Monate errechnen. So hat der amerikanische Wetterdienst "NOAA" schon mildes Wetter für den Winter 2020/21 vorhergesagt.

Auch Meteorologe Kai Zorn wagt sich an eine Langzeitvorhersage für das kommende Winter-Wetter: "Ich weiß, das ist alles hochspekulativ, aber spannend." Auf seinem Youtube-Kanal erklärt er das Wetter-Phänomen und wie sich der Polarwirbel im kommenden Winter vermutlich verhalten wird. Dabei bezieht er sich auf Vorhersagen der französischen Wetter-Webseite "Meteociel".

Eher mildes Wetter in Mitteleuropa: Polarwirbel-Split könnte ab Februar Schnee bringen

Nach seinen Einschätzungen wird das Wetter bei uns in Mitteleuropa eher mild. "So kann man gar nicht sagen, ob die kalten Luftmassen von Norden zu uns herankommen." Zudem soll der Kältepol in diesem Jahr über Sibirien liegen und nicht über dem Nordpol oder Nordamerika, weswegen "kein Tief angefacht werden kann", welches uns dann das kalte Wetter bringen würde. Im Februar soll es laut Kai Zorn ein kräftiges Hoch über dem Nordpol geben, was wiederum für einen Polarwirbel-Split sprechen könnte.

Mehr zum Thema