Verkehrssicherheit

Wildunfall-Risiko senken: So reagieren Autofahrer bei Wildwechsel richtig

Immer wieder kommt es auf Landstraßen und Autobahnen zu Wildunfällen. Mit diesen Tipps können Autofahrer das Risiko von Wildunfällen minimieren.

Dortmund – Ein Schreck, ein Knall und schon ist es passiert: Wildunfälle sind nicht immer vermeidbar. Damit das plötzliche Rendezvous mit dem ungebetenen Fahrbahn-Gast für Mensch und Tier möglichst glimpflich verläuft, sollten Autofahrer folgende Tipps beachten.

OrganisationADAC
SitzMünchen
Mitglieder21,2 Mio

Wildunfall: Polizei empfiehlt Autofahrern morgens und abends besondere Vorsicht

Für Autofahrer, die in der Dämmerung in Waldnähe mit dem Auto unterwegs sind, besteht immer das Risiko eines Wildunfalls. Vor allem in den frühen Morgenstunden und abends während der Dämmerung lauert die Gefahr vom Straßenrand. Für die Zeit morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 Uhr und Mitternacht empfiehlt die Polizei daher besondere Vorsicht.

Laut ADAC machen Wildunfälle, also Unfälle, bei denen am Fahrzeug Schäden durch Ausweichen oder den Zusammenstoß mit einem Tier (Haarwild) entstehen, etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Von den jährlich rund 300.000 Wildunfällen kam es allein im Jahr 2020 zu rund 2600 Verunglückten, sieben Fahrzeuginsassen kamen ums Leben.

Wildunfall: Jedes Jahr sterben mehr als eine Million Wildtiere – Rehe besonders betroffen

Die Zahl der Wildtiere, die bei solchen Unfällen ums Leben kommen, liegt laut Deutschem Jagdverband (DJV) bei mehr als einer Million. Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehen, wobei Unfälle mit Wildschweinen laut DJV weiter stark zunehmen.

Allein am vergangenen Wochenende hat die oberbergische Polizei 14 Wildunfälle im Kreisgebiet verzeichnet. In allen Fällen blieb es bei Sachschäden.

Zu den meisten Wildunfällen kommt es mit Rehen.

Wildunfall: So verhalten sich Autofahrer während der Dämmerung in Waldnähe richtig

In Waldnähe sollten Autofahrer besonders wachsam sein, wenn Warnschilder auf Wildwechsel hinweisen. Auf solchen Strecken sollte man daher die Geschwindigkeit reduzieren und entsprechend aufmerksam und bremsbereit sein, um die Wahrscheinlichkeit eines Wildunfalls gering zu halten (mehr News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Sofern Autofahrer ein Wildtier auf einer Fahrbahn oder in Fahrbahn-Nähe sehen, sollte sofort die Geschwindigkeit verringert werden. Ein Ausweichmanöver und der mögliche Kontrollverlust über das Fahrzeug ist hingegen viel zu gefährlich. Plötzliche Lenkbewegungen könnten zu einer Kollision mit entgegenkommenden Autos oder umstehenden Bäumen führen.

Ein Zusammenstoß mit einem Wildtier endet demgegenüber für Autofahrer in der Regel glimpflicher. Autofahrer sollten deshalb versuchen, das Lenkrad gerade zu halten und sich auf die Bremsung zu konzentrieren.

Wildunfall: Ausweichmanöver ein absolutes No-Go!

Sollte das Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen kommen, so sollte sofort auf Abblendlicht umgeschaltet werden. Fernlicht hingegen blendet die Tiere. Möglicherweise bleibt das Tier reglos stehen oder läuft auf die Lichtquelle zu.

Insgesamt ist das Verhalten eines Wildtieres in einer solchen Situation schwer vorherzusehen. Sie könnten weiter laufen, plötzlich stehen bleiben, umdrehen und wieder zurückkommen. Und wo ein Tier auftaucht, befinden sich möglicherweise noch weitere.

Wildunfall: Nach Zusammenstoß Polizei rufen und Unfallstelle absichern

Nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier müssen Autofahrer in jedem Fall anhalten und die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern. Die Fahrzeugbeleuchtung und das Warnblinklicht sollten eingeschaltet werden, bevor die Polizei gerufen wird.

Rubriklistenbild: © U. J. Alexander/imago

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