Blue Whale Challenge 2.0?

Gefährlicher "Grusel-Goofy" auf WhatsApp und Instagram: Unbekannter animiert Kinder zu Selbstmord

"Grusel-Goofy" ist ein gefährliches Internetphänomen, das gerade auf WhatsApp, Instagram und TikTok kursiert. Ein Cyber-Kriminologe warnt aktuell davor.

  • Nach "Momo" und der "Blue Whale Challenge" kursiert jetzt "Grusel-Goofy" auf WhatsApp, Instagram und Tiktok.
  • Kinder und Jugendliche werden dabei zu teils lebensgefährlichen Aufgaben aufgefordert.
  • Wer hinter dem Phänomen steckt, ist unbekannt – nur die Spur der Goofy-Maske kann zurückverfolgt werden.

Dortmund - Eine digitalisierte und vernetzte Welt hat auch ihre Schattenseiten – ganz besonders dann, wenn Messenger und Soziale Netzwerke wie Whatsapp, Instagram und TikTok für perverse Spielchen und Challenges missbraucht werden. Derzeit animiert der "Grusel-Goofy" vor allem Kinder zu lebensgefährlichen Aufgaben. Es ist nicht das erste Mal, dass ein sogenannter "Hoax" zu einer realen Gefahr wird.

Whatsapp, Instagram und TikTok: "Grusel-Goofy" Jonathan Galindo folgt auf "Momo" und "Blue Whale Challenge"

2018 haben sich Nutzer in einem, unter anderem via WhatsApp verschickten Kettenbrief, das Comic-Mädchen "Momo" zunutze gemacht und Angst und Schrecken verbreitet. Kinder wurden dabei mit Horror-Bildern, Videos und kruden Texten belästigt, mitunter sogar zum Selbstmord aufgefordert. Es keimten gar Gerüchte auf, dass sich ein französischer Teenager wegen "Momo" umgebracht hätte.

Grusel-Goofy Jonathan Gallindo kursiert derzeit auf Sozialen Netzwerken und Messengern wie WhatsApp, Instagram und TikTok.

Weitaus perfider und tödlicher verlief zwei Jahre zuvor bereits die sogenannte "Blue Whale Challenge". Den Teilnehmern wurden über einen Zeitraum von 50 Tagen Anweisungen von einem Administrator gegeben. Diese fingen teils harmlos an, steigerten sich aber im Verlauf und sollten mit dem Tod der Hauptperson enden. Als Erkennungsmerkmal wird ein Blauwal verwendet, den sich die Teilnehmer einritzen sollen.

Dass es 2016 Suizide im Zusammenhang mit der über Soziale Netzwerke verbreiteten "Blue Whale Challenge" gegeben hat, ist unstrittig. Wie viele Kinder und Jugendliche sich genau das Leben nahmen, ist nicht bekannt. Die russische Regierung sah sich jedenfalls dazu veranlasst, ein Gesetz zu erlassen, welches die Gründung eines Selbstmord-Forums oder einer Gruppe unter Strafe stellt.

"Grusel-Goofy" auf WhatsApp, Instagram und TikTok erinnert an die "Blue Whale Challenge"

Ganz ähnlicher Maschen bedient sich auch der momentan verbreitete "Grusel-Goofy", der auf Bildern mit einer Maske des tollpatschigen Hundes aus Mickey Mouse posiert. Via WhatsApp, Instagram und TikoTok verschickt er Anfragen unter dem dubiosen Namen "Jonathan Galindo".

Cyber-Kriminologe Dr. Thomas Rüdiger klärt in einem Post auf LinkedIn über die Vorgehensweise auf. Wer die Kontaktfrage annimmt, erhält einen Link in seinem Postfach. Darin enthalten ist ein Dokument mit einer Aufgabenliste. Wie bei der "Blue Whale Challenge" sollen diese erneut immer schlimmer werden und teilweise sogar lebensgefährlich sein.

WhatsApp und Instagram sind Nährböden für perfide Kettenbriefe und lebensgefährliche Challenges.

Wer sich hinter dem auf WhatsApp und Co. verbreitenden "Grusel-Goofy" und "Jonathan Galindo" steckt, ist nicht bekannt. Zumindest die verwendete Goofy-Maske kann offenbar auf den Twitter-Nutzer @DuskySamCat zurückgeführt werden.

"Grusel-Goofy Jonathan Galindo" nutzt offenbar acht Jahre alte Fotos und Videos eines Twitter-Nutzers

In einem Tweet bestätigt er, dass die Fotos und Videos von ihm vor rund acht Jahren aufgenommen worden sein. Sie seien lediglich zu seinem eigenen Vergnügen gedacht gewesen und nicht für neumodische Abenteuerlustige, die damit über WhatsApp, TikTok und Instagram Menschen beängstigen und tyrannisieren.

Weiter fordert er dazu auf, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen und Menschen zu unterstützen, die verängstigt sind. Er sei zwar nicht immer ein großer Freund der Menschheit. Sie könne aber nur funktionieren, wenn die Leute zusammenhalten und den "Bullshit" gemeinsam bekämpfen (alle Service-Artikel auf RUHR24.de).

Wie schützt man Kinder und Jugendliche vor dem "Grusel-Goofy" auf WhatsApp, Instagram und TikTok?

Cyber-Kriminologe Dr. Thomas Rüdiger ruft Eltern dazu auf, Medienkompetenz zu vermitteln. Man solle mit seinen Kindern und anderen Eltern über Phänomene wie "Grusel-Goofy" sprechen und über Kettenbriefe und Hoaxes aufklären.

Die Sozialen Netzwerke reagieren ebenfalls. Laut Techbook habe eine TikTok-Unternehmenssprecherin mitgeteilt, dass Moderatoren alle Inhalte rund um "Jonathan Galindo" beobachten und löschen würden, sollten diese gegen die Richtlinien zur Nutzung der Plattform verstoßen.

Rubriklistenbild: © Manan Vatsayana/AFP, Twitter; Collage:RUHR24

Mehr zum Thema