Kommt das Tool zu spät?

Neue Funktion bei WhatsApp: Wie der Messenger von der Corona-Krise profitiert

WhatsApp ist ein beliebter Messengerdienst. Doch in Sachen Video kann sich die App noch einiges abgucken - das hat der Dienst auch getan. Dank Corona.

  • Einige Messengerdienste haben ordentlich von der Coronavirus-Krise profitiert.
  • Und auch WhatsApp möchte mit einer neuen Funktion von der Krise profitieren und Menschen zusammenbringen.
  • Doch wer die Funktion wirklich in vollem Ausmaß nutzt, wird sich erst noch zeigen.

Dortmund - Das Coronavirus und die damit einhergehenden Schutzmaßnahmen haben uns in die soziale Isolation gedrängt. Von Treffen mit Freunden oder der Familie wurde ausdrücklich abgeraten - in der Öffentlichkeit waren Ansammlungen in Gruppen sogar verboten. Videochats waren für viele Menschen eine Möglichkeit trotzdem Kontakt zu halten. Inzwischen wurden die Maßnahmen gelockert - trotzdem springt WhatsApp jetzt auf den Zug der Videokonferenzen auf.

WhatsApp will bei den großen Videochat-Apps mitmischen

Viele neue und alte Tools, die Videokonferenzen anbieten, haben von der Coronavirus-Krise profitiert. Besonders in der Berufswelt wurde oftmals auf persönliche Treffen verzichtet, Videokonferenzen, auch im großen Kreise, wurden hingegen bevorzugt. 

Die Krise ist ein Revival für Skype, ein erfolgreiches Debüt für zahlreiche neue Apps. WhatsApp wollte scheinbar auch ein Stück von dem Kuchen haben und hat in der jüngeren Vergangenheit bereits die Videochat-Funktion erweitert. Von ehemals vier Teilnehmern konnten sich dann gleich doppelt so viele Menschen per Videochat austauschen. Im Vergleich zu Microsoft Teams oder Google Meets immer noch sehr wenig.

Das war tatsächlich nicht das einzige Mal, dass die Coronavirus-Krise Auswirkungen auf den Messengerdienst hatte. Denn wegen vermehrter Falschmeldungen in Verbindung mit dem Coronavirus schränkte WhatsApp die beliebte Weiterleiten-Funktion ein. 

WhatsApp ist mehr als eine Möglichkeit Textnachrichten zu schreiben - die Videofunktion wird massiv ausgeweitet.

WhatsApp soll mit der neuen Anwendung Rooms verschmelzen

Das findet scheinbar auch der WhatsApp-Mutterkonzern Facebook und hat sich etwas Neues überlegt. Derzeit testet der Konzern eine Funktion, die bald auch in einigen Ländern ausgerollt werden soll (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de). Und damit sollte der Messenger-Dienst sich beeilen. Denn inzwischen bekommt WhatsApp Konkurrenz von Google, die ebenfalls nun eine eigene Messenger-App auf den Markt gebracht haben.  

In der neuen Beta-Version von WhatsApp soll der Messenger mit der Anwendung Rooms verschmelzen. Rooms ist noch recht neu auf dem Markt, die neue Videochat-App von Facebook wurde erste im April 2020 vorgestellt.

WhatsApp Videochat soll in Zukunft über die Web-Anwendnung laufen

Ähnlich wie bei Skype ist es in Rooms möglich, mit bis zu 50 Personen ein Videotelefonat zu führen. Das Gute an dem Dienst: Um die in WhatsApp integrierte Funktion nutzen zu können, müssen die Teilnehmer nicht bei Facebook angemeldet sein.

Ein weiterer Vorteil dürfte für viele Nutzer sein, dass die neue Anwendung über WhatsApp-Web verfügbar sein wird, das sollen zumindest erste Hinweise in der aktuellen Web-Version 2.2019.6 zeigen, wie WABetaInfo berichtet.

Den Informationen zu Folge sollen Videoanrufe in WhatsApp dann über die Schaltfläche für "Anhänge" gestartet werden. Neben den Optionen ein Bild oder ein Dokument hochzuladen, soll dort dann der neue Messenger Rooms gestartet werden können.

WhatasApp: 50 Leute in einem Videochat - wie soll das laufen?

Sobald das neue Update von WhatsApp live und die Verbindung zu Rooms hergestellt ist, sollen zunächst 20 Nutzer miteinander Videokonferenzen führen können. Das ist aber noch nicht die Spitze des Eisbergs. Später will der Mutterkonzern Facebook die Kapazität auf 50 Teilnehmer hochsetzen, wie connect berichtet.

Fraglich ist nur, wer diese Funktion in diesem Ausmaß wirklich nutzen wird. Für viele Unternehmen, die große Konferenzen abhalten, ist WhatsApp als Office-Tool nur wenig interessant. Viele haben sich bereits mit anderen Tools angefreundet, um in der Coronavirus-Krise miteinander in Kontakt bleiben zu können. 

Und für Privatanwender stellt sich die Frage: "Woher soll ich 50 Leute herbekommen?" Kaum einer kann wirklich von sich behaupten, so viele Freunde zu haben. Und wenn doch, wird es sicherlich schwierig, sie alle zum selben Zeitpunkt in einen Videochat zu bekommen. Und wenn doch: Wie laufen Gespräche in einer so großen Gruppe ab?

Rubriklistenbild: © Anthony Anex/KEYSTONE/dpa, ilas Stein/dpa; Collage: RUHR24