Betrug über SMS

„Eine neue Sprachnachricht“ wird zur Gefahr – Nachricht auf keinen Fall öffnen

Eine neue Betrugsmasche kursiert aktuell bei Nutzern von Smartphones. Beim Erhalt der SMS sollten Betroffene aufpassen und einige Tipps befolgen.

Deutschland – Immer wieder versuchen Betrüger, mithilfe perfider Maschen an Daten und damit auch an das Geld von fremden Personen zu gelangen. Nun gibt es eine weitere Aktion, vor der aktuell von der Verbraucherzentrale NRW gewarnt wird.

OrganisationVerbraucherzentrale Bundesverband
HauptstandortBerlin
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung1. November 2000

Betrugs-SMS ist im Umlauf: Verbraucherzentrale warnt vor Mailbox-Nachricht

Das Smartphone gehört, mit Anwendungen wie Whatsapp und den darin enthaltenen Funktionen, zum täglichen Begleiter im Alltag. Bei vielen Personen beinhaltet das Gerät neben persönlichen Daten beispielsweise auch Bankdaten. Daher ist es immer wieder im Visier von Betrügern. Besonders beliebt: Durch Nachrichten, die gefälschte Links enthalten, die Besitzer von Smartphones unwissentlich abzocken.

Laut einer Warnung der Verbraucherzentrale NRW wollen die Kriminellen durch eine solche Aktion auch schädliche Apps auf den Geräten installieren. Daher ist bei Mitteilungen per SMS aktuell Vorsicht geboten. Im Speziellen geht es in der Warnung vor Betrug um Mitteilungen, die auf angebliche Voicemails hinweisen, die auf den Anrufbeantworter des Handys gesprochen worden sein sollen.

„Neue Voicemail“ oder „Sie haben einen verpassten Anruf“ steht dann in der Nachricht, die zudem mit einem Link versehen ist. Üblicherweise bekommen Nutzer ähnliche Nachrichten von ihrem Telefonanbieter, wie beispielsweise Telekom oder Alditalk, wenn sie nicht erreicht werden konnten. Daher ist die Betrugsmasche umso tückischer (weitere Warnungen und Rückrufe bei RUHR24).

Warnung vor SMS: Betrüger wollen an persönliche Daten auf Smartphone gelangen

Denn statt zu der angeblichen Sprachnachricht auf der Handymailbox gelangen Betroffene dann nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW zu einer Seite, auf der sie aufgefordert werden, eine dubiose App zu installieren, oftmals scheinbar über den Anbieter Vodafone. Über die Seite sollen Kunden dann durch das Einloggen mit den persönlichen Zugangsdaten die sogenannte Drittanbietersperre aufheben.

Daher warnen die Experten dringend davor, auf den Link in der SMS zu klicken. Eine solche Masche von Kriminellen ist auch als Smishing bekannt. Neben Mitteilungen zu einer Voicemail sind auch SMS von falschen Paketdiensten eine beliebte Methode bei den Betrügern, um Daten von Nutzern zu ergattern – ebenso wie die „Hallo Mama“-Nachrichten, die immer wieder bei Whatsapp die Runde machen, wie 24hamburg.de berichtet.

Verbraucherzentrale warnt vor Betrug per SMS – bei diesen Nachrichten ist Vorsicht geboten

Eine weitere tückische Hinterlist bei den Nachrichten zur Voicemail ist, dass die Mitteilung bei der Betrugsmasche der Kriminellen oft unterschiedlich formuliert ist und nicht mit einem immer gleichen, standardisierten Text verschickt wird. Bei folgenden Beispielen sollten Benutzer aufpassen:

  • „Sie haben eine neue Mitteilung von Ihrem Dienstanbieter erhalten“
    „Sie haben einen verpassten Anruf. Der Anrufer hat Ihnen eine Nachricht hinterlassen“
    „Verpasster Anruf. Die aufgezeichnete Nachricht ist verfuegbar unter“
    „Am 08.02. um 20:10 Uhr wurde eine Voicemail-Nachricht fur Sie hinterlassen. Bitte besuchen Sie“
    „Neue Nachricht des Mobilfunkbetreibers“

Ein Hinweis auf eine mögliche Mitteilung von Kriminellen sind Rechtschreibfehler in dem Text der SMS, wie bei „Uberprufen Sie Ihre Voicemail – Sie haben eine neue Nachrich t“ oder scheinbar willkürlich gesetzte Zeichen und Buchstaben. Wer einen solchen oder ähnlichen Text auf seinem Smartphone entdeckt, sollte schnell handeln.

Abzocke über SMS-Nachricht: Verbraucherzentrale gibt Tipps zum Schutz

Die Verbraucherzentrale NRW rät Betroffenen, dass sie ihr Smartphone umgehend in den Flugmodus schalten und wichtige Beweise für den Betrug über SMS sammeln, wie etwa durch Fotos und Screenshots.

In einem solchen Fall sollte das Gerät zudem nur im abgesicherten Modus genutzt werden. Auf diese Weise kann dann auch die schädliche App deinstalliert werden. Die sicherste Option ist allerdings, das Smartphone komplett zurückzusetzen. Dadurch gehen dann allerdings die eigenen Daten und Dateien verloren.

Warnung vor Smartphone-Betrug: „Eine neue Sprachnachricht“ wird zur Gefahr

Wichtig ist zudem, den Mobilfunkanbieter über den Vorfall zu informieren. Gibt es einen finanziellen Schaden durch den Betrug, kann es hilfreich sein, sich an die Hausratversicherung zu wenden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten solch unbekannte Nachrichten direkt gelöscht und die Nummer des Absenders blockiert werden.

Nützlich ist zudem ein Antivirenschutz auf dem Smartphone und eine eingerichtete Drittanbietersperre. Diese lässt sich über den Mobilfunkanbieter aktivieren.

Das Smartphone ist immer wieder das Ziel von Betrügern.

Bei Smartphones mit einem Android-Betriebssystem gibt es zudem die Möglichkeit, über die Option „unbekannte Apps installieren“ in den Einstellungen die Installation von dubiosen Programmen zu verhindern. Bei iPhones ist es hingegen generell nicht möglich, außerhalb des Appstores Anwendungen auf dem Gerät herunterzuladen.

Weiterhin hilft es, die Nummern des Absenders immer genau zu überprüfen. So erhält man die offiziellen Nachrichten zur Abfrage der Mobilbox meist von derselben Nummer.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa; Collage: RUHR24

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