Insgesamt fast 500 Millionen Nummern

Whatsapp-Hacker verkauft 6 Millionen deutsche Nummern: Drei Szenarien drohen

Aktuell sollen in einem Hacker-Forum sechs Millionen Whatsapp-Nummern aus Deutschland zum Verkauf stehen. Was sollten Nutzerinnen und Nutzer jetzt beachten?

Dortmund – Es hört sich dramatisch an: Fast eine halbe Milliarde Whatsapp-Telefonnummern wurden in einem Forum zum Verkauf angeboten. Darunter sollen sich sechs Millionen Nummern aus Deutschland befinden. Doch ist das wirklich so dramatisch, wie es klingt? Betroffene können bei einem Leak drei Szenarien erwarten.

Whatsapp-Datenleak: Millionen Telefonnummern sollen zum Verkauf stehen

Eine noch unbekannte Person hat laut Cybernews in einem bekannten Hacker-Forum 487 Millionen Whatsapp-Nummern zum Verkauf angeboten. Die Nummern sollen demnach aus 84 Ländern stammen. 32 Millionen sollen aus den USA stammen, 35 Millionen aus Italien, 20 Millionen aus Frankreich, 11 Millionen aus Großbritannien und sechs Millionen aus Deutschland.

Cybernews hat laut Bericht selbst Kontakt zu dem Hacker aufgenommen und erfahren, dass das US-Datenset für 7.000 US-Dollar, das aus Großbritannien für 2.500 US-Dollar und das aus Deutschland für 2.000 US-Dollar verkauft werden soll. Doch was ist dran an dem Leak?

Whatsapp-Telefonnummern stehen zum Verkauf – Stichprobe bestätigt teilweise Echtheit

Cybernews selbst hat eine Stichprobe der Nummern verlangt, um die Echtheit der Drohung verifizieren zu können. Die Stichprobe des Hackers enthielt 1097 britische Nummern und 817 US-Nummern. Allesamt sind tatsächlich Whatsapp-User.

Allerdings kann trotz der Stichprobe nicht festgestellt werden, ob es sich bei dem Leak tatsächlich um fast eine halbe Milliarde Telefonnummern handelt. Immerhin ist die Stichprobe vergleichsweise klein, daher können es auch weitaus weniger Nummern sein, die betroffen sind (mehr digitale News bei RUHR24).

Whatsapp-Nummern stehen oft zum Verkauf – es muss sich nicht immer um einen Leak handeln

Dubiose Angebote dieser Art gibt es in einschlägigen Foren immer wieder. Erst kürzlich wurden im selben Forum laut Spiegel mehrere Millionen Nummern aus Ecuador angeboten, im Juli gab es ein Angebot zu 198 Millionen Whatsapp-Nummern „aus allen Ländern“.

Laut Spiegel-Bericht ist es abwegig, dass Whatsapp oder der Mutter-Konzern Meta jedes Mal von einem Hacker-Angriff betroffen ist – und das auch noch verschweigt. Viel wahrscheinlicher sei hingegen, dass ältere Leaks zu immer neuen Paketen geschnürt und zum Verkauf angeboten werden. Dann gibt es kein aktuelles Datenloch.

Verbotenes Scraping bei Whatsapp wahrscheinlich – Konsequenzen scheinen nicht abzuschrecken

Eine weitere Möglichkeit, wie Kriminelle an die Whatsapp-Nummern gelangt sein können, wäre das sogenannte Scraping. Diese Methode vermutet auch Cybernews im aktuellen Fall. Dabei werden bloße Zahlenfolgen ausprobiert.

Stehen diese im eigenen Smartphone-Telefonbuch, erkennt Whatsapp sie als Kontakt an. Das ist in den Whatsapp-Nutzerbedingungen zwar verboten, aber weitreichende Konsequenzen bis auf eine Sperrung des Accounts sind nicht zu befürchten.

Achtung: Aktuelle sollen Millionen Whatsapp-Nummern zum Verkauf stehen.

Whatsapp-Nummern stehen zum Verkauf: Was können User jetzt erwarten?

Doch egal wie viele Telefonnummern nun auf welche Weise gesammelt wurden, welche Folgen müssen Nutzerinnen und Nutzer fürchten, wenn sie betroffen sind? Da es sich laut Spiegel anscheinend lediglich um Telefonnummern ohne weitere Daten handelt, ist die Gefahrensituation gering. Drei Szenarien sind möglich:

  1. Betrüger können versuchen, die Personen hinter den Nummern via Whatsapp zu kontaktieren, um Geld zu erschleichen. Dabei können sie sich beispielsweise als Verwandte in Not ausgeben.
  2. Betrüger könnten versuchen, den Nutzerinnen und Nutzer in einem Phishing-Angriff weitere Daten zu entlocken. Dazu werden oft teils gefährliche Links via Whatsapp verschickt, die sich beispielsweise als Gewinnspiel tarnen. Mit dieser Methode werden weitere Daten abgegrast, die wiederum verkauft werden können. Aber es ist ebenfalls möglich, dass User sich so Schadsoftware aufs Smartphone ziehen.
  3. Es ist möglich, dass die Telefonnummern direkt für ungebetene Spam-Anrufe genutzt werden.

Wenn die eigene Nummer geleakt wurde – unbedingt skeptisch bleiben

Auch wenn es derzeit keine Möglichkeit gibt, herauszufinden, ob die eigene Nummer ebenfalls im Hacker-Forum zum Verkauf steht, besteht kein Grund zur Panik. Generell sollten Nutzerinnen und Nutzer immer skeptisch sein, wenn eine fremde Nummer sie kontaktieren möchte – egal ob per Anruf oder per Nachricht.

Diese Skepsis sollten sich User unbedingt bewahren, denn so entgehen sie fiesen Betrugsmaschen. Das Bundeskriminalamt (BKA) rät: „Seien Sie kritisch im Umgang mit Kontaktaufnahmen über Soziale Netzwerke, auch wenn diese vom Account eines Bekannten aus erfolgen. Fragen Sie im Zweifel bei den ‚echten‘ Freunden nach.“

Rubriklistenbild: © Diego Cervo/Imago

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