Neuer Ärger für Messenger-Dienst

WhatsApp vor Gericht: Klage gegen AGB in Deutschland könnte vieles verändern

WhatsApp-Logo und Person mit Smartphone in der Hand
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WhatsApp hat mit der Änderung seiner Datenschutz-Richtlinien für einen Aufschrei gesorgt.

WhatsApp droht neuer Ärger - jetzt vor Gericht. Ein Vorteil für die Messenger-Alternativen?

Hamburg - Gerade während der Corona-Krise ist es wichtig, den Kontakt zu seinen Liebsten aufrechtzuerhalten. Dabei greifen immer mehr Nutzer auf WhatsApp-Alternativen zurück. Grund dafür ist der Ärger bei WhatsApp um die geänderten Allgemeinen Geschäftsbedinungen (AGB).

AnwendungWhatsApp
Erscheinungsjahr2009
EntwicklerWhatsApp Inc. / Facebook Inc
Ursprüngliche AutorenBrian Acton, Jan Koum
ProgrammierspracheErlang

WhatsApp-Ärger um AGB-Änderung: Harte Konsequenzen drohen nun

Egal, ob Videoanrufe oder Oster-Grüße bei WhatsApp - über den Messenger werden täglich unzählige Nachrichten versendet. Doch durch das Ultimatum, das die Facebook-Schwester seinen Nutzern zum Akzeptieren der geänderten Geschäftsbedingungen gesetzt hat, verliert die App zunehmend an Beliebtheit. Dazu kommen immer wieder Störungen bei WhatsApp, Facebook und Instagram.

Eigentlich sollte der Messenger durch die Verschlüsselung im Chat eine bestimmte Privatsphäre gewährleisten. Doch mit der Änderung der AGB zum Mai 2021 bei WhatsApp sollen die Nutzer zustimmen, dass ihre Daten an Facebook weitergeleitet werden. Andernfalls dürfen sie die App nicht mehr benutzen.

Dafür musste WhatsApp bereits einige Kritik einstecken. Auch für Datenschützer ist dieser Schritt des Weltkonzerns nicht hinnehmbar. Daher drohen der Firma von Gründer Mark Zuckerberg nun üble Konsequenzen.

Klage gegen WhatsApp: Gibt sich Facebook jetzt geschlagen? Neue Hoffnung für Nutzer

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) hat angekündigt, dass nun ein Dringlichkeitsverfahren gegen Facebook Ireland Ltd. läuft. Ziel sei es dabei, dass „eine sofort vollziehbare Anordnung“ es WhatsApp verbieten soll, die Daten der eigenen Nutzer zu erheben und „zu eigenen Zwecken zu verarbeiten“.

Dabei soll es für Facebook aktuell die Möglichkeit einer Stellungnahme geben. Ein Gegenangriff vom US-Konzern scheint aktuell eher unwahrscheinlich. Dafür müsste das Unternehmen eine Aufsichtsbehörde einschalten und genau darlegen, welche Daten zwischen WhatsAp und Facebook getauscht werden (mehr Digitale News bei RUHR24).

WhatsApp bekommt wegen des AGB-Skandals Konkurrenz von anderen Messengern.

Nutzer, die der App weiterhin vertrauen und die neuen Funktionen von WhatsApp nutzen wollen, können sich daher auf einen positiven Ausgang des rechtlichen Streits freuen. Sollte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) Recht bekommen, ist es möglich, dass der Messenger-Dienst seinen Nutzern drei weitere Monate Bedenkzeit einräumen muss.

„Missbräuchliche Ausnutzung der Datenmacht“ - WhatsApp in der Kritik

Mit einem Beschluss des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA) darf diese Maßnahme sogar danach erneut verlängert oder ergänzt werden. Es wäre der richtige Schritt nach Ansicht des HmbBfDI.

„WhatsApp wird in Deutschland mittlerweile von fast 60 Millionen Menschen genutzt und ist die mit Abstand meistgenutzte Social Media-Anwendung noch vor Facebook“, macht Johannes Caspar vom HmbBfDI deutlich. „Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die hohe Zahl der Nutzer, die den Dienst für viele Menschen attraktiv macht, nicht zu einer missbräuchlichen Ausnutzung der Datenmacht führt.“

Video: WhatsApp-Alternative - Klassiker ICQ kehrt als App zurück

Wer bislang den Änderungen der AGB von WhatsApp noch nicht zugestimmt hat, sollte daher auch noch mit der Zustimmung warten. Andernfalls kann es auch hilfreich sein, zu einer Messenger-Alternative mit besserem Datenschutz zu wechseln. Dabei erlebt sogar der Klassiker ICQ sein Comeback und erfreut sich als App mittlerweile immer größerer Beliebtheit.

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